Im Stuttgarter Schuldbekenntnis vom 19. Oktober 1945 ist nur ansatzweise zur Sprache gekommen, was Dietrich Bonhoeffer bereits 1941/42 in seiner … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Karl Steinbauers Schrift „Ich glaube, darum rede ich“ vom März 1939 aus dem Amtsgerichtsgefängnis in Neu-Ulm: „Das Herzensbekenntnis ist nur echt, wenn es Mundbekenntnis wird. Das Mundbekenntnis ist nur echt, wenn es Herzensbekenntnis ist. Das Mundbekenntnis ist nicht leicht auf seine Echtheit zu prüfen – in geruhsamen Zeiten. Solange das Bekenntnis etwas einbringt, und wenn es nur der Schein der Heiligkeit ist, wird der und jener es reichlich pflegen. Wenn das Mundbekenntnis aber dann verstummt, wenn es nichts einbringt, wenn es vielleicht sogar Kreuz bringt, dann ist es in seiner Hohlheit entlarvt. Gott bewahre uns davor, dass wir uns auf ein unwahrhaftiges, faules, stummes sogenanntes Herzensbekenntnis zurückziehen und daran sterben.“
Nachdem Pfarrer Karl Steinbauer am 15. Januar 1939 nach einem nächtlichen SA-Überfall auf das Pfarrhaus in Senden-Ay im Amtsgerichtsgefängnis Neu-Ulm … Mehr
Karl Steinbauers zweiter Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939: „Jeder nun, der mit steigender Besorgnis diese antichristlichen Machenschaften verfolgt, und um seines an das Wort Gottes gebundenen Gewissens willen, dazu nicht zu schweigen wagt, wird mit Namen wie ‚unverbesserlicher, gehässiger Gegner des heutigen Staates und der Partei‘ tituliert. Es ist ja durchaus verständlich, dass dieser systematische, antichristliche Feldzug möglichst in Vernebelung vorgetragen werden soll, und dass es deshalb unangenehm und peinlich ist, wenn da und dort einer den Nebel etwas zerreißt, aber die bösen Tatsachen werden durch noch so große Verleumdung dieser Zeugen für die Wahrheit und die Freiheit des Evangeliums nicht aus der Welt geschafft, auch nicht durch Schutzhaft, wie in meinem Falle oder gar durch Verdingung ins Konzentrationslager.“
Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939 Von Karl Steinbauer Nachdem das Bezirksamt Neu-Ulm Karl Steinbauers Zulassung zum Religionsunterricht widerrufen … Mehr
Karl Steinbauers Brief an das Bezirksamt in Neu-Ulm vom Dezember 1938 in Sachen Verweigerung des Ariernachweises als Religionslehrer: „Nach dem Rassegesetz müsste der Herr Christus und seine Apostel vor den Schultüren stehen bleiben, wie auch meine Brüder nichtarischer Abstammung davor stehen bleiben müssen; ich will lieber mit meinem Herrn und seinen Aposteln und meinen Brüdern in Christo vor den Schultüren stehen, als ohne sie drinnen.“
Brief an das Bezirksamt in Neu-Ulm vom Dezember 1938 Von Karl Steinbauer Als Karl Steinbauer aufgefordert wurde, für seine Tätigkeit … Mehr
Paul Schempp 1931 über die Kirchensteuer in einem Brief an Theophil Wurm: „Ich stellte mit Berufung auf das Neue Testament den Antrag, zu beschließen, dass alle Zwangsmittel zur Eintreibung der Steuern aufgegeben werden sollen, da die Kirche nur die Waffen des Wortes kennt und nicht das Schwert der Obrigkeit für ihre eigene Sache verwenden darf, wenn sie Christus gehorsam bleiben will.“
Ähnlich wie Karl Steinbauer gegenüber Hans Meiser hatte auch Paul Schempp wiederholt den württembergischen Landesbischof Theophil Wurm heftig angegriffen. Der … Mehr
Paul Schempps Thesen über »Glaube und Liebe« von 1936: „In der Kirche kann der Satz nicht zugelassen werden: man kann auch selig werden, ohne an den dreieinigen Gott zu glauben. Ebensowenig kann in der Kirche der Satz gepredigt werden: Liebe, die den Nicht-Volksgenossen ausschließt, ist auch schon christliche Liebe.“
Die folgenden Thesen, die Paul Schempp im August 1936 verfasst hatte, fügte er seinem Brief an Richard Widmann vom 30. … Mehr
Hans Ehrenbergs 72 Leitsätze zur judenchristlichen Frage (Juli/August 1933): „Die Entscheidung in der judenchristlichen Frage lautet für eine Kirche mit völkischem Willen: entweder Rottenkirche (ohne Judenchristen) oder wahre Kirche (Heiden- und Judenchristen, beide aus der Kindschaft Abrahams)“
In der Diskussion um einen kirchlichen Arierparagraphen hat der Bochumer Pfarrer und Judenchrist Hans Ehrenberg (1883-1958), ein Vetter Franz Rosenzweigs, … Mehr
Georg Fritzes Brief zur Verweigerung eines kirchliche Treueeids auf Adolf Hitler vom Juli 1938: „Viele Geschehnisse und öffentliche Erklärungen drängen zu der Befürchtung, dass der Eid eine Bindung dahin bedeute, dass um des Staates willen der Pfarrer die Substanz seiner Verkündigung mindestens mitbestimmt sein lassen solle von der nationalsozialistischen Weltanschauung“
Nachdem Georg Fritze (1874-1939), Pfarrer an der Kölner Kartäuserkirche ab 1928, in seinem Schreiben an den Konsistorialpräsidenten in Düsseldorf seine … Mehr
Martin Bormann im Rundschreiben an die Gauleiter der NSDAP vom 8. Juli 1938: „Für die Partei spielt der Unterschied zwischen den Geistlichen, die den Eid auf den Führer nach fünf Jahren nationalsozialistischer Erhebung geleistet haben, und solchen Pfarrern, die ihn nicht leisten, keine Rolle.“
Nachdem im Sommer 1938 in den evangelischen Landeskirchen die kirchengesetzlich verordneten Vereidigungen der Pfarrer auf Adolf Hitler allgemein vorgenommen worden … Mehr