Karl Barth, Das Geheimnis des Ostertages (1967): „Das Geheimnis des Ostertages ist die der Welt ein für allemal nicht nur zugesprochene, son­dern eingepflanzte Hoffnung. Sie gehört nicht zur Welt, sofern sie nicht aus ihr stammt, nicht als eine irgendeinmal und irgendwo in ihr aufgekommene Bewegung durch irgend eine von Menschen ersonnene Idee, Lehre oder Theorie lebendig ist. Sie gehört aber unveräußerlich zu ihr – wirklich zu unserer Menschenwelt von gestern, heute und morgen –, sofern sie ihr an bestimmtem Ort, zu bestimmter Zeit von außen her ein für allemal eingepflanzt wurde: von außen, aber hinein in ihr Innerstes.“

Das Geheimnis des Ostertages Von Karl Barth Der Ostertag ist der eigentliche Feiertag der christlichen Kirche. Nicht die Weihnacht, nicht … Mehr

Paul Schempp, Randglossen zum Barthianismus (1928): „In der Diskussion über Barths Theologie bleibt man stecken, als ob Theologie ein so harmloses und friedfertiges Unterneh­men wäre wie die Aufstellung der Jahresbilanz eines gut fundierten Geschäfts. Barth floriert, seine Bü­cher gehen und die Konkurrenz strengt sich an. Aber dies hindert nicht, daß der gesamte Pro­duktionszweig, Kirche und Theologie, nur unter die Luxusindustrie zu rechnen ist; sie muß schon sehr interessante Artikel liefern, wenn das Publikum noch kaufen soll. Nicht die Ware, der Verkäufer, die Aufmachung, die Reklame und vor allem das Ansehen der Firma geben den Ausschlag. Der Erfolg: ein paar bedeutende Theologen, die Aufrecht­erhaltung des Betriebs mit staatlichen Mitteln, die Erhaltung der Absatzgebiete, die Befriedi­gung der reli­giösen Bedürfnisse des Mittelstandes, die langsame Modernisierung; innerhalb der Wissen­schaft, Bildung, Mentalität und Religiosität des 20. Jahrhunderts behaupten Theo­logie und Kirche ihr traditionelles Plätzchen, die Konjunktur schwankt, aber das Unternehmen ist ge­sicherter als der Friede Europas. Das alles wird gerechtfertigt durch die Theologie selber, nicht so plump und unglaubwürdig, dass das als Werk und Wille Gottes ausgegeben wird, nein, viel feiner und imponierender dadurch, dass der Zorn Gottes über all das gelegt wird, dass geschmettert und getobt wird wider die Gottlosigkeit der Kirche und die Unfruchtbarkeit und den Mangel an Geist in der Theologie.“

Randglossen zum Barthianismus Von Paul Schempp Schon 1928 hatte der damals 28jährige Paul Schempp in der Zeitschrift Zwischen den Zeiten … Mehr

Karl Barth, Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie (1922): „So gewiss wir irgendeinen Weg gehen müssen und so gewiss es sich wahrhaftig lohnt, wählerisch zu sein und nicht den ersten besten Weg zu gehen, so gewiss müssen wir bedenken, dass das Ziel unsrer Wege das ist, dass Gott selber rede, und dürfen uns also nicht wundern darüber, wenn uns überall am Ende unsrer Wege, und wenn wir unsre Sache noch so gut gemacht hätten, ja dann am meisten, der Mund verschlossen wird.“

Karl Barths Vortrag „Das Wort Gottes als Aufgabe der Theologie“ von 1922 ist ein theologischer Klassiker – expressive Sprache und … Mehr

Karl Barth in seinem Brief an Joachim Kahl in Sachen «Das Elend des Christentums» (1968): „Was ich vermisse, ist irgend etwas Lehrreiches, Hübsches, Einladendes und Hilfreiches über die «Humanität ohne Gott». Aber eben: Sie Glücklicher sind volle 55 Jahre jünger als ich, haben also noch weiten Raum vor sich, um diese m.E. bedenklichste Lücke Ihres Buches mit Hilfe der Philosophie, Soziologie und Politologie, der Sie sich nach Ihrem Ausgang aus der Theologie zugewendet haben, auszufüllen. Glückauf, tapferer Mann! Möge er sich auch als ein weiser Mann offenbaren!“

Brief an Joachim Kahl Von Karl Barth Nachdem Joachim Kahl 1967 an der Philipps-Universität Marburg mit der Arbeit Philosophie und … Mehr

Karl Barth, Gebet zu Silvester 1961 (Jahreswechsel): „Wir brauchen neuen Mut und neue Kraft, um von da aus, wo wir jetzt sind, weiter und endlich an das uns von dir gesteckte Ziel zu kommen. Wir brauchen viel mehr Glauben an deine Verheißungen, viel mehr Hoffnung auf dein gnädiges Tun, viel mehr Liebe zu dir und zu unseren Nächsten. Das sind unsere Neujahrswünsche, die nur du erfüllen kannst.“

Gebet zum Jahreswechsel Das folgende Gebet zum Jahreswechsel hatte Karl Barth beim Silvestergottesdienst am 31. Dezember 1961 in der Strafanstalt … Mehr

Karl Barth, Gebet zu Silvester 1962 (Jahreswechsel): „Wir hätten es wohl verdient, daß du heute Schluss mit uns machen würdest, statt uns noch einmal in ein neues Jahr hinübergehen zu lassen. Wenn du es nun so ganz anders mit uns hältst, so können wir nur deine unerschöpfliche Barmherzigkeit preisen.“

Gebet zum Jahreswechsel Das folgende Gebet zum Jahreswechsel hatte Karl Barth beim Silvestergottesdienst am 31. Dezember 1962 in der Strafanstalt … Mehr