Karl Barths Andacht für Karsamstag zu Richter 8,23: „Es brauchte schon ein feineres Ohr als das unsrige, um in dem tiefen Schweigen der Nacht und des Tages und der anderen Nacht von Karfreitag zu Ostern die Stimmen des ohn­mächtigen, gebrochenen Zornes der Dämonen dieser Welt und über ihnen die Stimmen des Triumphes der himmlischen Diener Gottes zu hören. Aber was wir noch nicht hören, ist doch schon wahr: «Du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, auch nicht zugeben, dass Dein Heiliger die Verwesung sehe».“

Für das von Gerhard Jacobi initiierte Buchprojekt „Erhalt uns, Herr, bei Die­nem Wort! Evangelische Andachten für jeden Tag“, 1932 im … Mehr

Karl Barths Andacht für Karfreitag zu 1. Chronik 29,5: „Kehre dich jetzt einmal ab auch von deiner Ehrlichkeit und Ohnmacht. Hörst du es nicht, dass eben dieser ehrliche und ohnmächtige Mensch mit Christus am Kreuze gestorben ist? Und diesem Gekreuzigten zugekehrt, ihm zugekehrt, der alle Sünde getragen hat, höre nun den Aufruf und die Frage Davids noch einmal: Wer ist nun willig, seine Hand heute dem Herrn zu füllen? Du sagst: Aber ich bin noch immer arm, ratlos, hilflos und unwillig. Ja, wie solltest du nicht! Aber nun bring endlich das alles ihm dar: Eben deine Armut, deine Ratlosig­keit und Hilflosigkeit und Unwilligkeit. Eben das alles ist ja dein Herz und dein Leben.“

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Karl Barths Andacht für Gründonnerstag zu Psalm 111,7: „Diese Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht. Aber wer hier nicht zweifelte, der würde hier auch nicht glauben. Wie viele Augen haben in jenem Geschehen nur die Bestätigung gesehen dafür, dass das Menschenleben ein finsteres Rätsel ist — wenn nicht gar die verdiente Strafe für die Kühnheit, dieses Rätsel dennoch lösen zu wollen. Und könnten uns Brot und Wein des Abendmahls nicht viel dringlicher an den schmerzlichen, aber unvermeidlichen Wandel aller sichtbaren Dinge erinnern denn an irgendein heilvolles Geschehen?

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Karl Barths Andacht für den Mittwoch in der Karwoche zu 1. Mose 18,3: „Wenn Menschen Gnade finden vor Gottes Augen, dann handelt es sich weder um ihre Aufrichtigkeit noch um ihre Unaufrichtigkeit, sondern um seinen eigenen großen Namen. Christi Blut, das Blut des neuen Bundes, in dessen Verströmen Gott versöhnend an unsere Stelle tritt, dieses Blut muss kommen über uns und unsere Kinder. Wir möchten, dass der Herr nicht an uns vorübergehe? Dann können wir nichts Besseres tun, als uns gebeugten Hauptes in die Reihe jenes närrischen Volkes zu stellen.“

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Karl Barths Andacht für den Dienstag in der Karwoche zu 1. Könige 3,12f: „Es ist so gar nichts Scheinendes und Großartiges, was Jesus Christus da ausrichtet. Was bedeutet es inmitten all des anderen, was uns alle scheinbar so viel näher und dringlicher angeht? Was bedeutet es inmitten der großen Bewegungen der Welt- und Kirchengeschichte? Was da an den Tag kommt, ist ja nur, dass wir verworfene und verlorene Menschen sind, die durch unbegreifliche Barmherzigkeit über dem Abgrund des Todes gehalten werden, so dass wir nicht fallen, und doch nicht verstehen, warum wir nicht fallen.“

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Karl Barths Andacht für den Montag in der Karwoche zu 1. Samuel 12,22: „Wer weiß es im Grunde nicht, dass auch er ein Verlas­sener ist? Dieses sein Volk der Verlassenen verlässt der Herr nicht. Das dürfen und sollen sie wissen. Man soll es ihnen laut und eindringlich sagen: Seliges Volk, gerade ihr seid die vom Herrn des Lebens nicht Verlassenen. Siehe, bei euch ist er alle Tage bis an der Welt Ende!“

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Karl Barths Gebet wider die Angst aus seiner Weihnachtspredigt 1958: „Herr unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann lass uns nicht verzweifeln! Wenn wir enttäuscht sind, dann lass uns nicht bitter werden! Wenn es mit unserem Verstehen und mit unseren Kräften zu Ende ist, dann lass uns nicht umkommen! Lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren, die du ja gerade denen verheißen hast, deren Herz demütig und zerschlagen ist und die sich fürchten vor deinem Wort. Und nun denken wir an alle Finsternisse und Leiden dieser unserer Zeit – an die vielen Irrtümer und Mißverständnisse, mit denen wir Menschen uns plagen – an all das Harte, das so viele trostlos tragen müssen – an all die großen Gefahren, von denen die Welt bedroht ist, ohne Rat zu wissen, wie sie ihnen begegnen soll.“

Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben … Karl Barths Gebet „Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben …“, das … Mehr