Hans Joachim Iwand, Evangelium und Gesetz (Vorlesung über die Rechtfertigungslehre, 1958): „Man muss Gott glauben, dass wir Sünder sind. Es ist also kein Zufall, keine Schwäche, keine durch diese oder jene Lage gegebene Verfehlung, sondern es ist notwendig, unausbleiblich, unsere Bestimmung: Der Mensch, der wir sind, muss offenbar werden in seiner Übereinstimmung mit diesem dort in Jesus Christus gekreuzigten und hingerichteten Adam. Insofern sagt das Gesetz, was ist. Es stellt fest. Es bringt Erkenntnis, das heißt, was zunächst nur eine unbegreifliche, eine äußere, eine lediglich mir als Formel be­gegnende Wahrheit ist, das wird nun in der Erkenntnis auch die meine. Die Wahrheit Gottes zieht vom Kreuze her ein in mein Leben, ich erkenne sie, ich weiß, warum ich glaube. Ich begreife in einer wunderbaren, einer nicht näher zu schildernden Exstasis, einer Versetzung an jene Stelle, dass mein Leben und diese Geschichte zu­sammenhängen, dass sie nicht wäre, wenn mein Leben nicht wäre, und mein Leben keine Hoffnung auf Wendung, auf Umkehr, auf Verwandlung hätte, wenn mir Gott diesen ‚topos pou sto‘, diesen Ort, wo ich stehen kann, nicht geschenkt hätte.“

Evangelium und Gesetz Von Hans Joachim Iwand Dieses Thema kommt zweimal in der Dogmatik vor. Einmal dort, wo von den … Mehr

Ernst Wolf, In memoriam Hans Joachim Iwand (1960): „Iwand hat sei­nen theologischen Kampf gekämpft, oft allein gelassen, aber doch kein Einsamer, ein Warner, der auch der Kirche, solange er lebte, immer etwas unangenehm war, und der nach seinem Tode ihr nunmehr un­ersetzlich fehlen wird. Was er hinterläßt, ist ein theologisches und gei­stiges Vermächtnis, das dazu aufruft, den von ihm eingeschlagenen Weg selbständig weiterzuverfolgen.“

In memoriam Hans Joachim Iwand (11.7.1899 – 2.5.1960) Von Ernst Wolf „Es liegt in der Theologie dieses Mannes und in … Mehr

Hans Joachim Iwand, Gesetz und Evangelium (1956): „Das Evangelium zerbricht das Gefüge der Gesetzesfrömmigkeit, es hebt das ganze System mit allen seinen Gliedern (articuli) aus den Angeln. Nicht weil der Mensch, sei es in seinem Sein (ontologisch) noch in seinem Tun (ethisch) einen Gott gemäßen Wert darstellt, sondern weil Gott den verlorenen Menschen sucht und für ihn sich selbst einsetzt (Versöhnung); aus unbegründeter, reiner, freier Gnade (sola gratia) heraus wird die Vergebung der Sünden (remissio peccatorum) verkündet.“

Gesetz und Evangelium dogmatisch Von Hans Joachim Iwand B. Dogmatisch 1. Es ist seltsam und nicht so leicht zu erklären, … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 28,16-20 (Trinitatis 1946): „Weithin lähmt die Erwartung des nahe bevorstehenden Endes das Heraustragen der Botschaft, darum die Bemühung, in frommen Kreisen zusammenzubleiben (in Jerusalem das Ende abzuwarten!), darum die Preisgabe der „Welt“ als einer endgültigen verlorenen, endgültig den Dämonen preisgegebenen Angelegenheit.“

Predigtmeditation zu Matthäus 28,16-20 (Trinitatis 1946) Von Hans Joachim Iwand Die Tauffe ist nichts anders denn eine Epiphania, Denn gott … Mehr

Hans Joachim Iwand, Vorlesung über die dogmatische Prinzipienlehre – Die große Verlegenheit. Das „extra me“ (1957): „Ich lebe nicht mehr aus mir selbst, ich schwinge nicht mehr um mein Ich, auch nicht um das große, alleine Menschen-Ich, die Vernunft, sondern es hat sich eine Tür aus diesem Gefängnis der Unendlichkeit aufgetan und ich trete heraus – in die Endlichkeit.“

Die große Verlegenheit. Das „extra me“ Von Hans Joachim Iwand Was ist Dogmatik? Was spielt sich dort ab, was geschieht … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu 1.Mose 4,1-16 (Kain und Abel) von 1954: „Wenn wir vor der Geschichte von Kain und Abel stehen, dann sollten wir eins wissen: nach der Absicht des Verfassers stehen wir an der Quelle, von welcher der unheimliche Blutstrom durch die Jahrhunderte hindurch fließt, der immer aufs neue durch Brudermord, Krieg, Revolution und todbringenden Haß gespeist wird, jener Strom, an dessen Ufern sich die stolzen Weltreiche erheben.“

Predigtmeditation zu 1.Mose 4,1-16 (13. Sonntag nach Trinitatis) Von Hans Joachim Iwand Sed illud Dei praeceptum Cain sicut praevicator accepit. … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Psalm 46 – Gott ist unsre Zuversicht und Stärke (1943): „Gott bedeutet Frieden! Achtet auf seine Zei­chen. Wenn sich sein Name erhebt, dann ist das Ende all der Leiden gekommen. Wenn die Sonne aufgeht, muss die Nacht weichen. Gott wird richten unter den Heiden und strafen viele Sünder. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Das ist die Gottesherrschaft – sie ist nicht da, aber sie bricht herein, überall das, wo wir wie­der Gott anrufen, wo wir ihm die Ehre geben: vor ihm stille werden, wie der Psalmist sagt.“

Predigt über Psalm 46 – Gott ist unsre Zuversicht und Stärke Von Hans Joachim Iwand Ein Lied der Kinder Korah, … Mehr

Hans Joachim Iwand, Der Prinzipienstreit innerhalb der protestantischen Theologie (1958): „Der Mensch und das Wort Gottes – sie können beide nicht statisch einander gegenüberstehen, das eine verwandelt das andere ständig in sich, entweder der Mensch verwandelt Gott und sein Wort in seine Welt und in seine Art, oder umgekehrt, Gott verwandelt uns in sein Wort und in seinen Geist.“

Der Prinzipienstreit innerhalb der protestantischen Theologie Von Hans Joachim Iwand Im Jahre 1908 erschien in der „Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie“ … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu Lukas 15,1-10 (1950): „Drittens wird zu beachten sein, daß das bewegende Moment dieser beiden Gleichnisse, wie schon gesagt, die Freude ist. Das ist in dieser Stärke kaum an anderen Stellen des Neuen Testaments so rein und im Zusammenklang von Himmel und Erde herausgestellt. Es hat geradezu etwas von dem Weihnachtsevangelium Lk. 2,10f. in sich. Diese dort verkündete Freude wird hier im Heilandswirken Jesu sichtbar.“

Predigtmeditation zu Lukas 15,1-10 (3. Sonntag nach Trinitatis) Von Hans Joachim Iwand peccatores sunt pulchri, quia diliguntur, non ideo diliguntur, … Mehr