Hans Joachim Iwand über das Blut Christi (1957): „Das Blut Christi umschließt die Wirkung des Todes und der Auferstehung. Es weist auf jene Mitte, wo Tod und Leben in Jesus Christus wie auch in uns in eins greifen. Insofern der Tod Jesu als Aktion Gottes mitten im Reich des Todes und der Sünde zu verstehen ist, hält die Re­deweise vom Blut Christi dieses Von-ihm-selbst-her-wirksam-Sein des Todes Jesu auf­recht.“

Da werden systematische Theologen schmallippig, wenn die Rede auf das Blut Jesu Christi fällt. Anders Hans Joachim Iwand in seinem … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über Jesaja 40,26-31 (1941): „Über ihm flattern wie graue Vögel der Nacht die häßlichen Fragen: Wozu, warum, warum gerade ich, warum hat mir das Le­ben nicht gehalten, was ich glaubte? — und Stück für Stück zieht die harte, böse Wirklich­keit in sein Herz mit all den häßlichen Namen, die sie sich dann gibt, ob das nun Geld ist, oder Essen und Trin­ken, oder Genuß, oder Selbstliebe; es ist so, als ob dann unter dem Hohnge­lächter der Hölle das ganze Heer aus der Tiefe Einzug hält in ein Herz, das einmal Gottes Tempel, Gottes Wohnung, das ein­mal erleuchtet war von dem großen kindlichen Vertrauen.“

Predigt über Jesaja 40,26-31 Von Hans Joachim Iwand Hebet eure Augen in die Höhe und sehet! Wer hat solche Dinge … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Matthäus 18,21-35 (1958): „Er ist offenbar in seiner großen Stunde kein Königskind geworden, sondern ein Knecht ge­blieben. Das ist das Schreckliche. Er hat nicht begriffen, dass er einbezogen wurde in die Gottesherrschaft Jesu Christi, unter das königliche Recht der Gnade. Dorthin, wo niemand mehr fragt: Wie oft, wievielmal kann man eigentlich seinem Mitbruder vergeben? Dieser Mann ist trotz allem ein Knecht geblieben, in der ganzen Niedrigkeit eines Knechtes, der nun, kaum dass er selbst frei ist, sich aufmacht, um seinerseits Herr zu spielen.“

Predigt über Matthäus 18,21-35 (Der Schalksknecht) Von Hans Joachim Iwand Die Geschichte, die wir eben gehört haben, hat eine doppelte … Mehr

Hans Joachim Iwand über Gerechtigkeit (1954): „Got­tes Gerechtigkeit bleibt immer Gabe, unsere Gerechtigkeit ist immer Aufgabe. In Gottes Gerechtigkeit sind wir aufgerufen, ihn ganz allein Herr und Erlöser sein zu lassen, in unserer Gerechtigkeit sind wir gefordert, in der Tat und in der Wahrheit zu bezeugen, dass es Gerechtigkeit gibt. Wir werden also sagen müssen, unsere Gerechtigkeit wird nur inso­fern rechtsschöpferisch und Unrecht verhütend sein, als wir uns immer bewusst sind, dass wir als die be­schenkten und begnadeten Sünder, als die Gottlosen, die von Gott freigespro­chen wurden, auf Erden Recht setzen und behüten können. Unser Tun wird immer Hinweis sein müssen darauf, wer wir Menschen sind und wo wir herkommen.“

Gerechtigkeit Von Hans Joachim Iwand 1. Im Unterschied zu dem griechischen Verständnis der Gerechtigkeit, welches diese im Staat verwirk­licht sieht, … Mehr

Hans Joachim Iwands „Gürtel“-Predigt über Jeremia 13,1-11 von 1936: „Gott in der Geschichte. — Das, was Jeremias hier seinem Volke vorspielen muß, ist Gott in der Geschichte, aber anders, als Ge­schichtsphilosophen und Heilspropheten von diesem Gott in der Geschichte träumen. Das ist kein Gott, der hinterherkommt, der sein Ja und Amen sagt zu dem, was nun einmal geschehen ist, son­dern sein Wort kommt vorher — und was danach kommt, das ist er selbst.“

Predigt über Jeremia 13,1-11 (Der Gürtel) Von Hans Joachim Iwand «So spricht der Herr zu mir: Gehe hin und kaufe … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 (1950): „Aber dieser Blinde an der Straße, da Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem vorübergeht, nimmt den Augenblick wahr und wird ein Glaubender und weil er ein Glaubender wird, so kann er bitten, und weil er sich nicht schämt, Jesus zu bitten, schreit er laut und vernehmlich um Erbarmen! Er durchbricht das verstockte Schweigen aller derer, die Jesus nicht verstehen, er schreit. Er breitet sein Elend vor dem Herrn aus. Er wirft es ihm vor die Füße und lässt ihn nicht vorüber. Nicht zufällig steht diese Geschichte vom blinden Bettler gerade in dem Kapitel, das auch das Gleichnis von der bittenden Witwe und vom Zöllnergebet enthält. Der Blinde ist nicht nur ein Bild des in die Finsternis gestoßenen Menschen, sondern er ist zu­gleich ein Vorbild des aus der Finsternis herausgerissenen, geretteten, um seines Glaubens willen befreiten Menschen. Er ist ein Zeichen dafür, dass ‚bei Gott möglich ist, was bei den Menschen nicht möglich ist‘.“

Eine höchst anspruchsvolle Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 hatte Hans Joachim Iwand 1950 für den Sonntag Estomihi geschrieben: Predigtmeditation zu Lukas … Mehr