Friedrich Mildenberger über Martin Luthers De servo arbitrio (1983): „Für Luther ist die Behauptung unumgänglich: ‚Der freie Wille ist offenkundig nur ein Gottesprädikat.‘ Nur so gelingt ihm in der Kontroverse mit Erasmus eine einheitliche Auslegung der umstrittenen Bibeltexte. Und zugleich verlangt die Gewissheit des Glaubens, dass der Mensch gerade das wahrnimmt, was ihm Gott als Leben gewährt, im Hören auf das Wort wie im Tun dessen, was anliegt. Menschliche Spontaneität wird hier durch das entbunden, was ihr von außen zukommt, als Wort wie als die Gelegenheit zum Tun.“

Mein Dogmatiklehrer Friedrich Mildenberger hatte aus Anlass des 500. Geburtstags Martin Luthers am 4. November 1983 den akademischen Festvortrag zum … Mehr

Paul Althaus über die Herrlichkeit Gottes: „Das Licht in der Natur, das Leuchten der Farben, der Glanz, der Blitz — das alles erinnert uns, dass Gottes Herrlichkeit auch sinnlich ist; das alles, als von Gott ge­schaffen, ist Gleichnis und Hinweis auf das ewige Leuchten seiner Gottheit. Gottes Herrlich­keit ist nicht nur die uns von sich überführende Wahrheit und Gutheit seines Wesens; sondern auch die Schönheit; und wiederum nicht nur die Schönheit geistiger Art, die der Wahrheit und Gutheit eignet, sondern die sinnliche Schönheit. Gott ist nicht nur das Beste, sondern auch „das Schönste“ (Paul Gerhardt), das die Sinne entzückt.“

Über die Herrlichkeit Gottes wird in dogmatischen Lehrbüchern lutherischer Provenienz in der Regel wenig gesagt. Das mag mit Luthers kreuzestheologische … Mehr

Warum das „Jünger gewinnen“ bzw. „Jüngerisieren“ für Jesu Missionsbefehl in Matthäus 28,18-20 unabdingbar ist: „Taufe auf Seinen Namen und Unterweisung in Jesu Sinne sind beides Beziehungsgeschehen, die das „Jünger gewinnen“ und damit die Gleichstellung mit den Jüngern Jesu in die Tat umsetzen.“

Warum das „Jünger gewinnen“ für Jesu Missionsbefehl in Matthäus 28,18-20 unabdingbar ist Philologische Erwägungen, mathēteusate in Jesu Missionsbefehl mit „lehret“ … Mehr

Ist der Missionsbefehl in der neuen Luther-Bibel 2017 falsch wiedergegeben? – Ja, schreibe ich in idea spektrum: „Was es heißt, als Jünger seinem Meister Jesus nachzufolgen, wird in den Evangelien erzählt: eine hingabevolle Gemeinschaft, die sich ganz auf Jesu Weisung und Lebensweg einlässt. Wenn nun der auferstandene Jesus seine Jünger beauftragt, Völker ebenso als Jünger zu gewinnen, sollen die Menschen in diese verbindliche Nachfolge eintreten. Zu Recht hat die Missionsbewegung im 20. Jahrhundert die grundlegende Bedeutung der biblisch verstandenen Jüngerschaft (Discipleship) wiederentdeckt. Wenn nun in der neuen Lutherbibel die Jünger-Werdung aus dem Missionsbefehl verbannt ist, wird damit – gewollt oder ungewollt – einem individualistischen religiösen Bewusstsein das Wort geredet.“

Ist der Missionsbefehl in der neuen Luther-Bibel 2017 falsch wiedergegeben? – Ja, schreibe ich in idea spektrum In der aktuellen … Mehr

Hans Joachim Iwand über Holls „Gewissensreligion“ als protestantische Selbstrechtfertigungslehre: „Der Mensch, der dabei herauskommt, ist dann nichts anderes als der verinnerlichte, der radikalisierte, verabsolutierte Gesetzesmensch. Es ist der durch sein inneres Sollen geprägte Gesetzesmensch, der permanent aber hinzufügt, er könne dieses Sollen nicht erfüllen — und deshalb brauche er Christus.“

Über Karl Holls  „Gewissensreligion“ Von Hans Joachim Iwand Eine treffende Analyse der protestantischen Selbstrechtfertigungs­lehre bietet Hans Joachim Iwand in seiner … Mehr