Von Pfarrern und „ihrer“ Gemeinde: „Spreche ich als Pfarrer possessiv von ‚meiner‘ Gemeinde, über die ich das Sagen habe, eigne ich mir das unter Jesus Christus gemeinsam Geteilte eigenmächtig an. Mit gutem Grund ist in der ursprünglichen Luther-Bibel von der ‚Gemeine‘ und nicht von einer untergliedrigen Organisationseinheit ‚Kirchengemeinde‘ die Rede. Mit der ‚Gemeine‘ ist – im Sinne Martin Luthers – eben das Gemeinsame bzw. Gemeinschaftliche, an dem alle Mitglieder qua Priester­tum aller Gläubigen partizipieren, hervorgehoben. Egal ob als Pfarrerin oder als ‚Laie‘ Christinnen und Christen sind zuallererst Mitglieder der örtlichen ‚Gemeine‘ Jesu Christi.“

Von Pfarrern und „ihrer“ Gemeinde „Meine Gemeinde“ heißt es aus dem Mund von Christinnen und Christen. Damit wird die eigene … Mehr

Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort (1909-1944) in seinem Abschiedsbrief an seine Frau vor seiner Hinrichtung am 4. September 1944: „Der christliche Glaube und der Glaube an ein ‚himmlisches Reich‘ sind das Einzige, was einem in der Not hilft … Ich habe Dir ja schon gesagt: Ich habe keine Furcht, ich bin innerlich mit mir fertig, ich werde stolz und aufrecht allem entgegensehen, Gott bitten, dass Er mir Seine Kraft nicht entzieht, und mein letzter Gedanke wirst Du und meine Kinder sein.“

Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort war einer der Beteiligten an der Verschwörung des 20. Juli 1944 gegen Adolf Hitler. Vor der … Mehr

Günter Brakelmann über den Widerstandskämpfer Henning von Tresckow (1901-1944): „Von ihrer Herkunft und von der eigenen Überzeugung her stehen Tresckow und seine Offi­ziere gegen die NS-Weltanschauung und der mit ihr legitimierten Politik in der Logik rassen­biologischer und sozialdarwinistischer Theorien. Was bei den genannten jungen Offizieren eindeutig nachzuweisen ist, ist, dass sich ihr Widerstandswillen durch das Wissen über die Judenmorde radikalisiert hat. Und das geschieht in der Phase der großen militärischen An­fangserfolge im Osten. Es sind Christen in Uniform, die den Vernichtungsantisemitismus für unvereinbar mit ihrem eigenen Gewissen und mit der Tradition eines europäischen Kultur­volkes halten.“

Wie kaum ein anderer Theologe ist Günter Brakelmann mit dem christlichen Widerstand im Nationalsozialismus vertraut. Über Henning von Tresckow, neben … Mehr

Martin Niemöller im Gericht mit seiner Kirche: „Wenn der Prophet Jona der Ansicht war, die Stadt Ninive müsse auf alle Fälle zugrundegehen, ob sie Buße tue oder nicht (Jona 3,4), so meinte ich oft, im Blick auf die alt-preußische Landeskirche mit guten – theologischen und moralischen – Gründen der gleichen Ansicht sein zu müssen.“ (Gedanken über den Weg der christlichen Kirche)

Als Martin Niemöller 1938 im Konzentrationslager Sachenshausen in Isolationshaft genommen wurde und er vom Evangelischen Oberkirchenrat (EOK) die Entfernung von … Mehr

Dietrich Bonhoeffer über die Möglichkeit des Wortes der Kirche an die Welt (aus seiner Ethik): „Das Wort der Kirche an die Welt kann kein anderes sein als das Wort Gottes an die Welt. Dieses heißt: Jesus Christus und das Heil in diesem Namen. In Jesus Christus ist Gottes Ver­hältnis zur Welt bestimmt, ein anderes Verhältnis Gottes zur Welt außer durch Jesus Christus kennen wir nicht. Daher gibt es auch für die Kirche kein anderes Verhältnis zur Welt als durch Jesus Christus; das heißt nicht von einem Naturrecht, Vernunftrecht, allgemeinen Menschen­recht aus, sondern allein vom Evangelium von Jesus Christus aus ergibt sich das richtige Ver­hältnis der Kirche zur Welt.“

In Dietrich Bonhoeffers Ethik-Fragment findet sich ein Abschnitt „Über die Möglichkeit des Wortes der Kirche an die Welt“, den dieser … Mehr

Wilhelm Groß’ „Christus expulsus“ und Martin Niemöllers Erklärung (1936): „Es ist der Herr, der gebeugt unter der Last eines unsichtbaren Kreuzes, gebückt und traurig auswandert, aus der Kirche auswandert, wo ihm die Gemeinde den Gehorsam verweigert; denn wo das geschieht, da ist seines Bleibens nicht länger. Das Auge des Künstlers hatte recht geschaut, was das Ohr der Jünger hörte: ›Was heißet ihr mich Herr, Herr, und tut doch nicht, was ich sage‹? Auch in der Kirche ist er ausgestoßen. Menschen haben sich auf seinen Platz und Thron gesetzt und weigern sich, sein Wort gelten zu lassen.“

Wilhelm Groß’ „Christus expulsus“ und Martin Niemöllers Erklärung In Martin Niemöllers Arbeitszimmer stand über all die Jahre hinweg die geschnitzte … Mehr

Richard Schaeffler, Christlicher Glaube – Hoffnung aus Erinnerung (1978): „Wir erinnern uns an das Ende dieser Unheilswelt, in der wir heute noch leben, obgleich sie im Tode Jesu schon an ihr Ende geraten ist. Und des­halb erwarten wir eine kommende Welt, die für uns noch Hoffnung ist, gerade weil sie in Jesu Auferstehung schon begonnen hat. Unsere Erinnerung ist Danksagung, weil die Vergan­gen­heit, an die wir uns erinnern, die von Gott her schon gewirkte Zukunft ist, die sich für unsere Erwartung auftut.“

Der jüngst verstorbene katholische Philosoph Richard Schaeffler (1926-2019) hat als Sohn einer jüdischstämmigen Mutter eine besondere Sensibilität für eine anamnetische … Mehr