Dietrich Bonhoeffer über die Dummheit: „Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind. Die Dummheit scheint vielleicht weniger ein psychologisches als ein soziologisches Problem zu sein. Bei genauerem Zusehen zeigt sich, dass jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. Ja, es hat den Anschein, als sei das geradezu ein soziologisch-psychologisches Gesetz. Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen. Der Vorgang ist dabei nicht der, dass bestimmte – also etwa intellektuelle – Anlagen des Menschen plötzlich verkümmern oder ausfallen, sondern dass unter dem überwältigenden Eindruck der Machtentfaltung dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt wird und dass dieser nun darauf verzichtet, zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden.“

Von der Dummheit Von Dietrich Bonhoeffer Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Zur Frage der Kirchengemeinschaft (1936): „Extra ecclesiam nulla salus. Die Frage nach der Kirchengemeinschaft ist die Frage nach der Heilsgemeinschaft. Die Grenzen der Kirche sind die Grenzen des Heils. Wer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heil. Das ist die Erkennt­nis, die sich der wahren Kirche von jeher aufgezwungen hat. Das ist ihr demütiges Bekenntnis.“

Als Dietrich Bonhoeffer 1936 in der Juni-Ausgabe der Evangelischen Theologie seinen Vortrag „Zur Frage der Kirchengemeinschaft“ veröffentlichte, stieß er auf … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Der Erfolgreiche (Ethik): „Die Gestalt des Gekreuzigten setzt alles am Erfolg ausgerichtete Denken außer Kraft; denn es ist eine Verleugnung des Gerichtes. Weder der Triumph der Erfolgreichen noch auch der bittere Haß der Gescheiterten gegen die Erfolgreichen wird zuletzt mit der Welt fertig. Jesus ist gewiß kein Anwalt der Erfolgreichen in der Geschichte, aber erführt auch nicht den Auf­stand der gescheiterten Existenzen gegen die Erfolgreichen. Es geht bei ihm nicht um Erfolg oder Mißerfolg, sondern um das willige Annehmen des Gerichtes Gottes. Nur im Gericht gibt es Versöhnung mit Gott und unter den Menschen. Allem um Erfolg und Mißerfolg kreisenden Denken stellt Christus den von Gott gerichteten Menschen, den Erfolgreichen wie den Erfolg­losen, gegenüber.“

Der Erfolgreiche und die Gestalt des Gerichteten und Gekreuzigten Von Dietrich Bonhoeffer Ecce homo – seht den von Gott gerichteten … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Predigt über Matthäus 8,23-27 (1933): „Die Bibel, das Evangelium, Christus, die Kirche, der Glaube – sie alle sind ja das eine große Kriegsgeschrei gegen die Furcht im Leben der Menschen. Die Furcht – das ist irgendwie der Urfeind selbst. Die Furcht sitzt dem Men­schen im Herzen. Sie höhlt ihn innerlich aus, bis er plötzlich widerstandslos und machtlos zusammenbricht. Sie zerfrisst und zernagt heimlich alle Fäden, die den Menschen mit Gott und den anderen verbinden, und wenn der Mensch in seiner Not sich an sie klammern will, dann zerreißen sie und hilflos und verzweifelt sinkt der Mensch unter dem Gelächter der Hölle in sich selbst zurück. Und nun grinst ihn die Furcht unverhohlen an und sagt zu ihm: Jetzt sind wir beide allein, du und ich, nun zeige ich dir erst mein wahres Gesicht.“

Am 15. Januar 1933 hatte der junge Dietrich Bonhoeffer in der Berliner Dreifaltigkeitskirche eine Predigt gehalten, die für unsere gegenwärtige … Mehr

Dietrich Bonhoeffer über das Richten in seiner ‚Ethik‘: „’Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet‘ ist der Stoß ins Herz des um Gut und Böse wissenden Menschen. Es ist das Wort des aus der Einheit mit Gott Sprechenden, der nicht kam um zu richten, sondern um zu retten. Für den Menschen in der Entzweiung besteht das Gute im Urteilen, dessen letzter Maßstab der Mensch selbst ist. Um Gut und Böse wissend ist der Mensch wesentlich Richter. Als Richter ist er gottgleich, mit dem Unterschied, dass jedes Urteil das er richtend fällt, ihn selbst trifft.“

Über das Richten (Ethik) Von Dietrich Bonhoeffer „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet“ (Mt 7,1). Das ist nicht … Mehr