Hans Urs von Balthasar wider liberalprotestantische Entmythologisierungsprogramme in ‚Komm, du Geist der Wissenschaft‘ (1964): „Welches sind die menschlichen Worte und Gebärden, die zu einer Sprache der Gottheit wer­den können? Es sind solche, die der Mensch kennt und versteht aus innerweltlichen Zusam­menhängen, die aber, von der Gottheit her geredet und getan, ihm die Dinge schenken, die er sich selbst nicht geben kann: Rettung und Erfolg in Not und Streit, Waschung als Reinigung einer Schuld, die weder der Mensch sich selbst noch ein anderer ihm endgültig vergeben kann, Weisheit als Erleuchtung des Geistes, Einsicht in die Rätsel des Daseins von Welt und Mensch, in das Warum von Geburt und Tod, und am Rande noch eine geheimnisvolle Gebär­de, die ihm zusichert, daß alles irdisch Vergebliche an einem letzten, dem Menschen unfind­baren Punkt doch nicht vergeblich war, dass im Tode selbst eine bergende, heilende Gnade, eine unsägliche Verheißung und Hoffnung liegt.“

Das war ein Aufreger Anfang der sechziger Jahre, John Robinsons Buch „Honest to God“. In der ZEIT hatte es dazu … Mehr

„Nein müssen wir sagen in diesen Tagen zu den Terroristen … “ Rolf Hanuschs Predigt über Matthäus 22,1-13 während des Deutschen Herbsts 1977: „Das Trommelfeuer von immer neuen Nachrichten, Bildern und Gefühlen, das in den letzten Tagen über uns alle niederging, machte eigenständiges, selbstbestimmtes Denken und Handeln oder gar Fühlen immer schwerer. Wie gelähmt, oft stumm oder dann wieder aufatmend saßen wir am Fernsehapparat. Unsere Hoffnungen, unsere Ängste, unsere Abscheu, unsere Freude, alles was sonst oft uns gehört, hing von dem, was geschah und der Art wie uns darüber berichtet wurde, ab. Und kein Gefühl, kein Gedankengang waren von Dauer, immer wieder wurden sie von neuen Meldungen, Vermutungen und Kommentaren umgeworfen. Ich habe mich selten so ohnmächtig an Ereignisse und Vermittlungsprozesse außerhalb von mir ausgeliefert gefühlt, wie in diesen Tagen. Ich hatte Schwierigkeiten, frei zu atmen.“

Meine erste Erinnerung an Rolf Hanusch ist Anfang Januar 1982 in Rummelsberg bei meinem ersten Landesjugendkonvent der Evangelischen Jugend in … Mehr

Hans G. Ulrich, Die Ehe im Zeugnis der Christen und das Recht: „So gewagt es klingen mag, dass das Zusammenleben von Mann und Frau, das wir ‚Ehe‘ nennen, als Gleichnis erscheint für das Zusammenleben von Christus und der Gemeinde, wird damit aber einfach festgehalten, dass die Lebensform von Christen ihrem Leben in der Christus-Gemeinde entspricht. Damit ist auch festgehalten, dass Mann und Frau wie Christus und die Gemeinde in unaufhebbarer Verschiedenheit und ganz bestimmter Zuordnung zusammengehören. Es geht nicht um ein ‚Verhältnis‘, das wie andere Verhältnisse etwa in einem Vertrag zu fixieren wäre, sondern um eine gegebene Zuordnung, in der sich Mann und Frau finden dürfen, wie die Gemeinde in ihrer Zuordnung zu Christus.“

Auch wer Professor Hans G. Ulrichs Einspruch zur „Ehe für alle“ nicht zustimmen kann, sollte sich mit dessen grundlegenden ethischen … Mehr

Jan Twardowskis Klarstellung zu seinem Kinderglauben: „Ich mache mich nicht schön wie eine Ente im Oktober, / und Tränen zum Eingeständnis aller Schuld / werde ich auch nicht vergießen. / Ich werde Ihnen nicht mit dem Kaffeelöffel / Theologie ins Ohr träufeln. / Ich werde mich einfach neben Sie setzen / und Ihnen mein Geheimnis anvertrauen: / Dass ich, ein Priester, an Gott glaube / wie ein Kind.“

Die Gedichte des polnischen Priesters Jan Twardowski sind Gespräche mit Gott oder Mitmenschen, die dessen Glauben geschöpflich verorten. Hier ein … Mehr

Julius Schniewind, Evangelische Metanoia (1935): „Bei Jesus ist, nun anders als beim Täufer, der Bußruf schrankenlos Evan­gelium, Freudenwort. Umkehr ist Freude, Gott recht geben ist Freude. Bei den Umkehrenden beginnt die Freude der messianischen Zeit, die Hochzeit, das Freuden-Mahl. Es ist Freude, daß von Gott her die Dinge zurecht gebracht werden, die verwirrt und ver­kehrt waren. Ja, der Bußruf selbst ist Freude.“

Der Neutestamentler Julius Schniewind (1883-1948) war es, der auf die Missverständlichkeit von „Buße“ aufmerksam gemacht und das Evangelium mit der … Mehr

Helmut Tacke, Das seelsorgerliche Gespräch im Schutzbereich des Namens: „Seelsorge im Namen Gottes eröffnet eine Perspektive, in der grundsätzlich dem um Hilfe ersuchenden Mitmenschen das Wort erteilt wird. Im Schutzbereich des Namens kommt der Seelsorgepartner zu Ehren. Die Struktur der Seelsorge zeigt die Umkehrung dessen, was im Gottesdienst geschieht. Seelsorge ist das Gegenstück der Predigt. Der redende Prediger wird zum hörenden Seelsorger.“

Das seelsorgerliche Gespräch im Schutzbereich des Namens Von Helmut Tacke Evangelische Seelsorge geschieht im Namen Gottes. Vom Glanz und dem … Mehr