Hans Christoph Hahn, Über Freimut und Zuversicht im Neuen Testament: „Die parrēsía Jesu findet ihre Fortsetzung in dem entschiedenen Zeugnis der Apostel. Im­mer wieder weiß die Apostelgeschichte davon zu berichten, dass Petrus, Paulus oder andere Männer auftraten und furchtlos Juden oder Heiden gegenüber die Taten Gottes verkün­deten. Dieser Verwunderung, Spaltung und Verfol­gung hervorrufende Freimut ist freilich keine dem Menschen verfügbare Größe, sondern eine Frucht des Heiligen Geistes, die immer wieder erbeten werden muss. So wird die parrēsía des Zeugen auch bei Paulus und Johannes gesehen. Sie kenn­zeichnet den Vollzug der rechten Predigt von dem Geheimnis des Evangeliums, die Ver­herrlichung Christi mit Leib und Seele. Da die Bewährung etwa in Gefangen­schaft gefordert wird, gewinnt parrēsía geradezu die Bedeutung Kühnheit, Mut. Solchen Mut aber hat der Mensch nicht aus sich her­aus, sondern nur in Gott bzw. in Christus.“

Parrhesia, auf Deutsch „Freimut“ bzw. „Zuversicht“ ist ein neutestamentlicher Begriff, der für die politische Ethik eine besondere Relevanz hat, auch … Mehr

Martin Luthers Vorrede auf alle guten Gesangbüchern (1538): „Viel mehr der liebe Herre Gott, / der sie also geschaffen hat, / zu sein die rechte Sängerin, / der Musica ein Meisterin. / Dem singt und springt sie Tag und Nacht; / seins Lobes sie nichts müde macht. / Den ehrt und lobt auch mein Gesang / und sagt ihm einen ewigen Dank.“

Vorrede auf alle guten Gesangbücher (1538) Von Martin Luther Frau Musica [spricht]: Vor allen Freuden auf Erdenkann niemandem eine schönere … Mehr

Dietrich Bonhoeffer über die Beichte in ‚Gemeinsames Leben‘ (1938): „In der Beichte brechen wir durch zur echten Gemeinschaft des Kreuzes Jesu Christi, in der Beich­te bejahen wir unser Kreuz. In dem tiefen geistlich-leiblichen Schmerz der Demütigung vor dem Bruder, das heißt ja: vor Gott, erfahren wir das Kreuz Jesu als unsere Rettung und Seligkeit. Der alte Mensch stirbt, aber über ihn hat Gott gesiegt. Nun haben wir teil an der Auferstehung Christi und am ewigen Leben.“

Was Dietrich Bonhoeffer in Gemeinsames Leben bezüglich der Beichte geschrieben hat, ist immer noch eine geistliche Herausforderung: Über die Beichte … Mehr

Martin Luther, Eine kurze Vermahnung zur Beichte (1529): „So lehren wir nun, was für ein vortreffliches, köstliches und tröstliches Ding es um die Beich­te ist, und ermahnen dazu, man möge dieses teure Gut nicht verachten im Blick auf unsre gro­ße Not. Bist du nun ein Christ, so bedarfst du an keiner Stelle weder meines Zwangs noch des Papstes Gebot, sondern du wirst dich wohl selber dazu zwingen und mich darum bitten, daß du dessen teilhaftig werden mögest.“

Eine kurze Vermahnung zur Beichte (Großer Katechismus) Von Martin Luther Von der Beichte haben wir so allezeit gelehrt, daß sie … Mehr

Rudolf Irmler, Aus Joseph Wittigs Leben: »Ich weiß von dem unersättli­chen Verlangen nach immer tieferem Wissen. Ich bin allem Forschen nachgegan­gen. Ich weiß um die modernste Theologie, erkenne aber jetzt, dass unser Heil in unserem Ursprung und in der Rückkehr zu ihm liegt. Die primitivste Theologie meiner Eltern, wie sie auf der Ofenbank saßen und ihr Abendge­bet sprachen, das ist die rechte Theologie. O Welt, du rast der völligen Säkularisierung deiner Heiligtümer zu. Kehre um! Du bist der tödlichen Krankheit des Ratio­nalismus verfallen. Höre: wahr ist nur das Irrationale, das Unbe­greifliche, das nicht Berechen­bare. Das Leben selbst ist etwas Irrationales, darum führt alles Rationale zum Tode. Ich habe in all meinen Büchern versucht, das Irrationale im ganzen Leben aufleuchten zu lassen, und es ist mir gelun­gen, ein Tröster der Trostlosen zu werden. Gegen 20000 Briefe könnte ich zum Beweis dafür vorlegen, wenn ich sie nicht hätte daheim lassen müssen, daheim in Schlesien, in der Grafschaft Glatz, dem Lande der Wunder, dem Lande Gottes.«

Aus Joseph Wittigs Leben Von Rudolf Irmler Ähnlich wie dem katholischen Priester Johann Michael Feneberg (1751-1812) in der ersten Hälfte … Mehr

Martin Luther, Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder: „Wir Christen aber, die wir von dem allen durch das kostbare Blut des Sohnes Gottes erlöst sind, sollen uns im Glauben üben und gewöhnen, den Tod zu verachten und als einen tiefen, starken, süßen Schlaf anzusehen, den Sarg für nichts anderes als unseres Herrn Christi Schoß oder Paradies, das Grab für nichts anderes als einen weichen Pfuhl oder Ruhebett zu halten. So ist es ja vor Gott in Wahrheit, wie er spricht: »Lazarus, unser Freund, schläft.« Und: »Das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft.«“

Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder (1542) Dem christlichen Leser D. Martin Luther St. Paulus schreibt denen zu Thessalonich, daß … Mehr