Max Horkheimer über das Vorurteil: „Der Trieb zur Selbsterhaltung ist nur eine der Ursachen von Vorurteilen. Eigenliebe, Bedürf­nis nach Prestige sind in der Gesellschaft mit ihm aufs engste verknüpft.“

Max Horkheimer (1895-1973)

Über das Vorurteil (1961)

Von Max Horkheimer

Seit dem Ende des Krieges war in Deutschland viel vom Vorurteil die Rede. In anderen Län­dern lange vorher. Wenn die Herabsetzung der Menschen wegen ihrer nationalen Herkunft, der Religion oder Hautfarbe erforscht und angegangen wurde, geschah es unter dem Titel des Vorurteils, auch dann, wenn nicht bloß Antipathie und soziale Benachteiligung, sondern der auf schwächere Gruppen gerichtete Haß, die organisierte Verfolgung, entfesselte Mordlust das Thema war. Der Euphemismus, der Gebrauch des harmlosen Wortes verdankt sich der Scheu, das Furchtbare zu nennen, ähnlich wie man gewaltsame Tötung durch gesellschaftlich bestell­te Ordnungskräfte gleichsam beschwichtigend als Hinrichtung bezeichnet. Schließlich meint ein so gebrauchtes Wort nichts anderes mehr als die krasse Wirklichkeit, deren Bild es mil­dern sollte. Die unheimliche Bedeutung schlägt auf es zurück.

Vorurteil nennt ursprünglich einen harmlosen Tatbestand. In alten Zeiten war es das auf frü­here Erfahrung und Entscheidung begründete Urteil, praejudicium. Später hat die Metaphysik, Descartes, Leibniz zumal, eingeborene Wahrheiten, Vorurteile im strengen Sinne, zur höch­sten philosophischen Wahrheit erklärt. Sätze ‚a priori‘, der Erfahrung logisch vorgeordnet, bilden nach Kant die reine Wissenschaft. Nur in England, wo Erfahrung seit Jahrhunderten als die oberste Instanz der Erkenntnis erscheint, galt prejudice, das heißt die Ansicht, die der Prü­fung durch die Tatsachen vorhergeht oder ihr sich gar entziehen will, von der Bibel abgese­hen, längst als Vorurteil im negativen Sinn.

Daß Abbreviaturen eigener Erlebnisse und dessen, was vom Hörensagen stammt, im Vollzug des Lebens eine Rolle spielen, ist offenbar. Was einmal gelernt und aufgenommen ist, wird in allgemeinen Vorstellungen aufgestapelt. Bewußt und halbbewußt, automatisch und absichtlich wird jeder neue Gegenstand mittels des so erworbenen Arsenals begrifflich eingeschätzt. Die Verhaltensweisen der Individuen in den Situationen des Alltags haben auf Grund von bruch­stückhaftem Wissen sich eingeschliffen, sind Reaktionen aus Vorurteilen. Im Dschungel der Zivilisation reichen angeborene Instinkte noch weniger aus als im Urwald. Ohne die Maschi­nerie der Vorurteile könnte einer nicht über die Straße gehen, geschweige denn einen Kunden bedienen. Nur muß er imstande sein, die Generalisierung einzuschränken, wenn er nicht unter die Räder kommen will. Jenseits des Kanals fahren Autos auf der linken Straßenseite, und hierzulande wechseln die Kunden in immer rascherem Tempo den Geschmack: Man kann sie nicht stets nach demselben Schema zufriedenstellen. Solche Vorurteile näher zu bestimmen, zwingt das eigene Interesse.

Der Trieb zur Selbsterhaltung ist nur eine der Ursachen von Vorurteilen. Eigenliebe, Bedürf­nis nach Prestige sind in der Gesellschaft mit ihm aufs engste verknüpft. Jeder muß nicht bloß so handeln, sondern so auftreten und sprechen, daß die Menschen ihm glauben und ihren Vor­teil in ihm sehen. Er bedarf der positiven Vorurteile über sich selbst. Sie zu korrigieren, fällt schwerer als wenn es nicht um Stolz und Selbstbewußtsein, sondern unmittelbar um Selbst­erhaltung geht. Es gibt dunklere Triebe die noch auf andere Weise mit Vorurteilen in Verbin­dung stehen. Machtgier, Neid, Grausamkeit haben seit Anfang die Geschichte der Länder und Kontinente beherrscht. Von der Kindheit der Völker an fordert Zivilisation die schmerzhafte Bewältigung chaotischer Regungen, jeder hat den Prozeß verkürzt zu wiederholen, um in die Kultur hineinzuwachsen der er zugehört. Selten geschieht es, daß die Institutionen der entfal­teten Gesellschaft im Verein mit hellsichtiger Erziehung Menschen zu Erwachsenen machen, die ohne Rückhalt sich der eigenen Arbeit und dem Glück des Ganzen widmen können. Zu­meist bleiben seelische Narben zurück. Die List der Vernunft, das heißt die allgemeine Stei­gerung der menschlichen Kräfte durch den Wettkampf unter den Völkern, und die günstige Konstellation im besonderen Fall müssen je und je zusammenwirken damit nicht unter der Decke gesitteten Umgangs in den Herzen der Hang zur Gewalt, der Haß, zumindest die Kälte herrscht. Im Dienst zerstörerischer Triebe gewinnt das Vorurteil die Funktion, die hier zur Rede steht. Aus der Verkürzung des Gedankens, die ein Mittel bei der Erhaltung des Lebens ist, wird es zum Schlüssel, eingepreßte Bosheit loszulassen. War jene neutrale Abbreviatur zuweilen schwer abzuändern, weil die mit ihm verbundene Verhaltensweise sich eingeschlif­fen hatte und lieb geworden war, so ist das Vorurteil des Hasses unverrückbar, weil es dem Subjekt gestattet, schlecht zu sein und sich dabei für gut zu halten. Je mehr die Bekenner die Falschheit ihres Glaubens ahnen, desto begeisterter halten sie an ihm fest. Das starre Vorurteil schlägt in Fanatismus um. Zum Geschäft des Demagogen gehört es, edle Losungen zu finden, die zugleich der Feindschaft ein Objekt versprechen. Von den kleinen Gerüchtemachern, die im Namen des Anstands und der Solidarität das Komplott gegen Neger und Fremde anzetteln, bis hinauf zu den planvoll ungebärdigen Führern, die das Volk durch Haß zur explosiven Ge­meinschaft zusammenschweißen, zieht sich die Reihe der Agenten des Unheils, die den An­fälligen den erwünschten Vorwand liefern.

Nicht bloß Amateure und Experten der Verführung, die bewußt auf die verborgenen zerstörer­ischen Kräfte in den Menschen wirken, sondern die Umstände des gesellschaftlichen Lebens treiben von selbst zum starren Vorurteil. Die sozialen und psychologischen Mechanismen, die dabei im Spiele sind, sind längst erforscht. Wenn das Kind aus der Stube der Eltern in die Schule kommt und unter Fremden sich bewähren soll, muß es seine eigene Schwäche, sein Heimweh bekämpfen. Um das zu leisten, wird ihm Schwäche zum Feind, es entdeckt und schlägt sie überall und lieber bei den anderen als in sich. Die ganze Klasse ist dem Schwäch­ling und dem Mamakindlein auf der Spur. Wer sich am meisten dabei hervortut, das je gefun­dene Opfer zu verhöhnen, und sich besonders als den Starken aufzuspielen weiß, den plagt die Schwäche, die er beim anderen findet, damit er sie in sich vergessen kann. Soldaten, die im Kriege leicht in anderen den Feigling sehen und den zu Haus Gebliebenen als Drückeberger denunzieren, pflegen ein hohes Maß uneingestandener Angst zu haben. Wer möchte sich von Schmerz, Verstümmelung und Tod nicht drücken. Wissenschaftlich heißt das heute Projek­tion. Die Dichter und Schriftsteller haben es immer gewußt. Wer überall Unrat wittert, hat eine besondere Neigung dazu. Der Anstoß, den er nimmt, ist Index seiner eigenen Verfassung.

Daß eine gesellschaftliche Gruppe, die sich nicht wehren kann, durch Gerüchte, Losungen, schließlich durch Kommando der schlechten Regungen bezichtigt wird, die man selber an ihr auslassen will, ist vielen recht, vor allem, wenn zur seelischen Verbitterung ein wirtschaftli­cher Rückgang kommt. Natur erzeugt den Kollektivhaß nicht. Dafür sprechen Studien über Rassenvorurteile in Amerika. Unter günstigen Umständen machen Kinder zwischen Farbigen und Weißen keinen Unterschied. In einer Versuchsreihe wurden Fünfjährige veranlaßt, ein Maskenspiel aufzuführen, in dem einer der Böse war. Eine Anzahl Masken, darunter eine schwarze, stand zur Wahl. Selten war es diese, die die Kinder für den Bösen wählten. Haut­farbe erschien ihnen nicht als wesentlich. Das erfahren Eltern an den eigenen Kindern. In den großen Städten kommen die Kleinen aus der gemischten Schule und erzählen von den Klassenkameraden. Nicht selten merkt die Mutter erst im Lauf von Monaten und Jahren, daß die kleine Mary oder Lucy, mit der ihr Töchterchen sich angefreundet hat, ein Negermädchen ist; ihrer eigenen Kleinen war das nicht aufgefallen, sie hat es der Erwähnung nicht für wert gehalten. Wo dagegen in zurückgebliebenen Provinzen und sozialen Schichten die Eltern von Beginn darüber wachen, daß ihr Kind ja nicht mit Negerkindern spielt, wo es dafür gescholten und geschlagen wird, muß es die Unbefangenheit sich abgewöhnen. Es entwickelt sozusagen einen eigenen scharfen Sinn für Neger und alles, was damit zusammenhängt. Um sich selbst zu schützen, steigert es die Abneigung, bis die dunkle Farbe ihm zuwider ist. Das Vorurteil wird physischer Abscheu, eine Disposition im Charakter, die man ausnahmsweise ignorieren, aber nicht ablegen kann. Der gegen die Natur erzwungene Verzicht wird an eben der Rasse gerächt, mit der man durch die Freundschaft einst verbunden war.

Das negative Vorurteil ist mit dem positiven eins. Sie sind zwei Seiten einer Sache. Daß der Neger wesensmäßig schlechter ist, bedeutet, daß der Weiße wesensmäßig besser ist, er braucht nichts dafür zu tun. Wenn es genügt, die Hautfarbe zu kennen, um über jenen den Stab zu brechen gleichviel, was er als Einzelner auch denkt und tut, dann sind dem eingeses­senen Weißen seine eigenen moralischen Qualitäten garantiert. Sein Ich wird dadurch aufge­bläht, daß er der richtigen Rasse angehört. An die Stelle eigener Verdienste tritt die Mitglied­schaft in einem Kollektiv. Auch dem vernünftigen Bewußtsein gilt die Zugehörigkeit zu einem Volk; zu einer Partei oder Institution, gleichviel ob der Zugehörige sich einfügt oder widerstrebt, nicht als bedeutungslos. Das Individuum für sich allein ist eine Abstraktion. Es ist in die Gesellschaft verflochten; von den Besonderheiten der Verflechtung hängt zum großen Teil nicht bloß sein Schicksal, sondern auch sein Charakter ab. Die Historiker kennen die Subtilität, deren es bedarf, um die Rolle der sogenannten großen Männer in den Nationen, Religionen, Völkerstämmen festzustellen. Bei den kleinen, den Privatpersonen, ist die Aufga­be nicht einfacher. Diese können sie zumeist nur selber leisten. Anstatt der Sammlungen von Dokumenten bleibt ihnen die Erinnerung, das Gewissen, die Empfindsamkeit des eigenen Bewußtseins. Einen mit irgendwelchen Kollektiven, in die er hineingeboren oder sonst hin­eingeraten ist, unmittelbar in eins zu setzen, im guten oder schlechten Sinn, ist wider die Vernunft. In manchen Städten und Ländern, in denen der Gedanke an den letzten Krieg noch lebendig ist, pflegt ein Deutscher an sich selbst die Abneigung zu erfahren, die dem ganzen Volke gilt. Er wird schlicht mit ihm identifiziert. In anderen Ländern, etwa in Ägypten, wird er aus demselben Grund zuweilen mit dem Gruß des Dritten Reichs empfangen. Wieweit er die Begeisterung verdient oder mit jenen harmoniert, die ihn in ihrer Bitterkeit mit dem Ver­gangenen verwechseln, das er haßt, ist eine Frage, die zu verantwortlichem Denken zwingt. Das Vorurteil, das eigene wie das fremde, nimmt sie zu leicht.

Gegen die starren Vorurteile zu argumentieren ist eitel. Sie degradieren den Einzelnen dazu, in dem Allgemeinbegriff, unter den sie ihn befassen, als autonomes Wesen unterzugehen, und die Sätze, die den Allgemeinbegriff bestimmen, stehen fest: „Das ist ein Jude“, „Das ist ein Zigeuner“, „Die Art kennen wir“, „Jeder Deutsche ist ein Nazi“, „Dem Amerikaner fehlt die tiefere Kultur“. Das Tor ist geschlossen gegen alles, was der andere auszudrücken vermag. Er gilt nicht mehr als ein Wesen, mit dem umzugehen und zu sprechen vielleicht ein Vehikel der Wahrheit ist. Er gehört zu einer niedereren Gattung. Die Verfolgungen sind die logische Kon­sequenz. Wenn vom Geist die Kraft nicht abzulösen ist, den anderen zu erhöhen, indem sie das Höhere in ihm entdeckt, dann sind die vorurteilsvollen, „autoritären“ Charaktere der Wi­derpart des Geistes. In der Forschung wurden sie beschrieben und lassen sich zumeist erken­nen, auch wenn von Nationalität, von Religion und Rasse nicht die Rede ist. Das zur Zeit des Krieges für Amerika entworfene Modell wies unter anderen die bekannten Züge auf. Die Autoritären pflegen hierarchisch zu denken, teilen die Menschheit nach der sozialen Stufen­leiter ein. Sie haben feste Maßstäbe, schließen an das je Bestehende genau sich an, sind gegen alles Schwanken und fordern, daß die Macht rasch zugreift. Unfähig sind sie, in irgendeinem Fall die Schuld im Ernst bei sich selbst zu suchen. Sie sagen gern „Wir“ und meinen dabei das ganze Land. Über sich zu lächeln, ist ihnen versagt. Je weniger sie ihr eigenes Subjekt in Frauge stellen, desto rascher sind sie bei der Hand, die anderen anzuklagen. Sie haben eine feine Witterung für Machtverhältnisse, nach ihnen richten sie ihr Leben ein. Die Züge des „autoritären Charakters“ variieren nach Zeiten und Ländern. Sie und ihren Vorsprung zu erforschen ist eitel, solange die Ergebnisse, fragmentarisch wie sie heute noch sind, in Politik und Erziehung nicht wirksam werden. Trotz allem, was die Gegenwart verdüstert, könnte solche Kenntnis dazu helfen, daß die Zahl der Einzelnen wächst, deren Urteil nicht starr, sondern sinnvoller Entfaltung fähig ist.

Die Aussicht dazu war schon immer verstellt. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Theodor Mommsen, der Historiker, einmal gebeten, sich zum Antisemitismus zu äu­ßern, sein Wort könne „hilfreich und reinigend“ sein. In seinem Antwortschreiben heißt es: „Sie täuschen sich, wenn Sie annehmen, daß überhaupt etwas durch Vernunft erreicht werden könnte. In vergangenen Jahren habe ich das selbst geglaubt und fuhr fort, gegen die ungeheu­erliche Niedertracht des Antisemitismus zu protestieren. Aber es ist nutzlos, völlig nutzlos. Was ich oder irgend jemand anders Ihnen sagen könnte, sind in letzter Linie Argumente logi­sche und ethische Argumente, auf die kein Antisemit hören wird. Sie hören nur ihren eigenen Haß und Neid, ihre eigenen niedrigsten Instinkte. Alles andere zählt für sie nicht. Sie sind taub für Vernunft, Recht und Moral. Man kann sie nicht beeinflussen… Es ist eine fürchterli­che Epidemie, wie die Cholera – man kann sie weder erklären noch heilen. Man muß geduldig warten, bis das Gift sich selbst aufgezehrt und seine Virulenz verloren hat.“ Es hat sich nicht aufgezehrt, sondern die furchtbare Wirkung geübt. Der Glaube, es sei nun verbraucht, ist zukunftsfroh. Anstatt daß die Bedingungen für den autoritären Charakter geschwunden sind, haben sie sich überall vermehrt. Der vielbesprochene Rückgang der Familie, die Not in über­besetzten Schulen sind nicht geeignet, autonomes Denken, Phantasie, die Lust an geistiger Tätigkeit zu entwickeln, die nicht zweckgebunden ist. Das Wachstum der Bevölkerung, die Technik selber zwingen die Menschen, innerhalb und außerhalb der Arbeitsstätte, in der Fabrik und im Verkehr, auf Zeichen zu achten, in gewisser Weise selbst zum Apparat zu werden, der auf Signale reagiert. Wer immer auf Zeichen blickt, dem wird am Ende alles zum Zeichen, die Sprache und das Denken selbst. Er wird dazu getrieben, alles zum Ding zu machen. Das ist der inneren Freiheit nicht günstig. Trotz der Steigerung der Herrschaft über die Natur, der vermehrten Kenntnis und des Scharfsinns, der sich nichts vormachen läßt und doch alles mitmacht, hat sich die Fähigkeit zur eigenen Erfahrung und zum Glück nicht aus­gebreitet. Der Glaube, daß der Lebensstandard und die Vollbeschäftigung auf die Dauer alles kompensieren werden, kann trügen. Die Erfahrung darin ist kurz, ihre rasche Generalisierung kein starres, aber doch ein – Vorurteil.

Empirische Forschung stellt Tatsachen und ihre Zusammenhänge fest. Mit ihrer Hilfe kann Philosophie auf das hinweisen, was anders werden soll. Was sie im letzten Grunde dabei leitet, abschlußhaft darzustellen, vermag sie nicht. Vorurteil im destruktiven Sinn, wie es an den großen Eroberungen und Katastrophen der Geschichte beteiligt war und in der Gegenwart selbst bei blühender Wirtschaft keineswegs geschwunden ist, gehört zu jenem zu Verändern­den. Es macht das verdinglichte Bewußtsein zum Gericht, bei dem das Verdikt schon vorher feststeht, was der Angeklagte immer vorbringen mag. Rede und Gegenrede, Anklage und Verteidigung, das ganze Verfahren ist Schein. Die Beziehung zwischen Menschen wird leer, wie sehr sie auch funktioniert. Allein mit Technik läßt der Himmel sich nicht erobern. Einmal versuchten sie es mit der Konstruktion zu Babel, und es entstand die Sprachverwirrung. Jetzt soll die Raumfahrt es schaffen, und die Sprache verstummt. Wenn die Wahrheit das Ziel ist, dem das Denken, wie einst Kant es meinte, in unendlichem Prozeß sich nähern soll, hat sie im verhärteten Urteil ihr schwerstes Hindernis.

Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland, Nr. 116, vom 20. Mai 1961.

Hier der Text als pdf.

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