Romano Guardini, Die Kerze (Von heiligen Zeichen, 1922): „Wie sie steht, wo es gilt, vor Gott. Nichts an ihr flieht, nichts biegt aus. Alles klare Bereitschaft. Und sie verzehrt sich in ihrer Bestimmung unaufhaltsam zu Licht und Glut. Laufe deiner Bestimmung nicht weg. Harre aus. Frag’ nicht immer nach Warum und Wozu. Es ist der tiefste Sinn des Lebens, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren, wie die Kerze in Licht und Glut.“

Die Kerze Von Romano Guardini Wie ist es um unsere Seele doch so eigen bestellt! Mit allen Dingen der Welt … Mehr

Kristlieb Adloffs «… um der Schwachheit willen eures Fleisches» (Röm 6,19). Zur Frage nach der politischen Kommunikation der Bibel: „Politische Wahrheit der Bibel ist dann natürlich radikale Kritik, nicht so sehr an «den» Politikern, als vielmehr an der politischen Sprache als einer Sprache der Lüge. Und die Kritik, da das Ge­richt allemal am Hause Gottes beginnt (1 Petr 4,17), wird zunächst einmal die politische Lüge in der Spra­che der Kirche aufdecken, also als ob die Kirche im Kampf des Guten gegen das Böse über die gerechte Sache verfüge.“

Einen schöner Text zur politischen Predigt bzw. zur politischen Ethik hat Kristlieb Adloff mit seiner Besprechung einer Predigt Helmut Gollwitzers … Mehr

Pico della Mirandolas Gottesbekenntnis zur menschlichen Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung in seiner „Rede über die Würde des Menschen“: „Du bist durch keinerlei unüberwindliche Schranken gehemmt, sondern du sollst nach deinem eigenen freien Willen, in dessen Hand ich dein Geschick gelegt habe, sogar jene Natur dir selbst vorherbestimmen.“

In seiner berühmten Rede Über die Würde des Menschen (Oratio de hominis dignitate) von 1484 lässt der junge Renaissance-Philosoph Pico … Mehr

Christoph Blumhardt über das Reich Gottes: „Das Reich Gottes kommt wie ein Blitz in Recht und Wahrheit. Ich meine, manchmal zucke es schon am Himmel, es zucke auch ein Beben durch viele Herzen, die früher sehr sicher gewesen sind. Man braucht wahrlich nicht da- und dorthin sich zu werfen, sondern nur ruhig zu warten, bis dieser Tag Gottes mehr und mehr kommt: Es muss in allen Himmelsgegenden ein Blitz zuckend hineinfah­ren, in unsere evangelische Kirche geradesogut wie in die katholische – wir sind kein Haar besser. Es muss auch in die Winkel hinein, die da glauben, frommer zu sein, als man es in den großen Kirchen ist, es muß in dein Herz ein Blitz fahren, dass wir aufwachen und unsere Ungerechtigkeit sehen.“

Gottes Reich unter uns Von Christoph Blumhardt Noch ist allerwärts der Mensch immer nur darauf gerich­tet, alles ins Jenseits zu … Mehr

Hannah Arendt über die Natalität bzw. das Geborensein: „Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien ‚die frohe Botschaft‘ verkünden: ‚Uns ist ein Kind geboren.‘“

Über das Geborensein (Natalität) Von Hannah Arendt Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer … Mehr

Rudolf Bohren über Seelsorge 1957: „Weil Gottes Seelsorge in der Menschenwerdung geschieht, weil sie in Jesus von Nazareth und seinen Jüngern geschieht, darum ist sie nicht radikal und universal, sondern vorläufig und punktuell, eine Seelsorge in der Beschränkung, kein automatisches Allheilmittel. Hineingebunden in die Menschlichkeit ist sie eine Seelsorge in der Beschränkung.“

Seelsorge – Trost der Seele oder Ruf zum Reich[1] Von Rudolf Bohren I. Die Seelsorge Gottes Bevor wir über die … Mehr