Martin Luther, Brief an Ludwig Senfl (1530): „Wir wissen, dass die Musik auch den Dämonen verhasst und unerträglich ist. Und ich urteile rundheraus und scheue mich nicht zu behaupten, dass es nach der Theologie keine Kunst gibt, die der Musik gleichgestellt werden könnte. Sie allein bringt nach der Theologie das zuwege, nämlich ein ruhiges und fröhliches Herz. Dafür ist ein klarer Beweis, dass der Teufel, der Urheber trauriger Sorgen und beängstigender Unruhen, beim Klang der Musik fast genauso wie beim Wort der Theologie flieht.“

Brief an Ludwig Senfl über die Musik (1530) Luthers Wertschätzung der Musik kommt in seinem Brief an Ludwig Senfl (um … Mehr

Milada Ganguli – Bei den Ao (Reise zu den Naga, 1967): „Bei meinem vorjährigen Aufent­halt in Mokokchung luden mich Freunde am ersten Weihnachtstag in ihre Kirche zum Hauptgottesdienst ein; dazu hatten sich an die zweitausend Menschen eingefunden. Über zwei Stunden lang lauschte ich dem in der Sprache der Ao verkündeten Wort Gottes.“

Nachdem in den fünfziger Jahren die amerikanischen Missionare aus den Naga Hills in Nordostindien von der indischen Regierung ausgewiesen worden … Mehr

NSDAP-„Aufklärungs-Versammlung“ in Senden 1939 zu Karl Steinbauer: „In durchaus sachlicher, wenn auch scharfer Kritik geißelte er die Worte des Pfarrers als gegen den Führer, den Staat und die nationalsozialistische Bewegung gerichtet. Es wurden auch die Hintergründe klargelegt, die zu einem solchen, die Gemeinschaft zerstörenden Verhalten des Pfarrers führen konnten. Etwa 500 Zuhörer hörten seinen Ausführungen in fühlbarer Spannung zu. Die berechtigte Empörung der Bevölkerung erhielt ihren Ausdruck in erregten Zwischenrufen. Tosender Beifall unterbrach oft die treffenden Ausführungen des Redners, und Alle waren sich einig in der Auffassung, die mühsam erkämpfte Einigkeit des deutschen Volkes darf nicht durch politisierende Pfarrer zerstört werden, und einem solchen Pfarrer gehört sein loses Mundwerk gründlich gestopft; er darf nach Senden nie mehr zurückkehren.“

Zeitungsartikel über eine NSDAP-„Aufklärungs-Versammlung“ zu Karl Steinbauer vom 20. Januar 1939 Nachdem Karl Steinbauer am 8. Januar 1939 in der … Mehr

Karl Steinbauers Passionsbesinnung von 1939: „Da ist der Herr stehen geblieben, hat sich umgedreht und sie zur Besinnung gerufen und gesagt: Ihr guten Leut, überlegt ihr euch auch, was das heißt mir nachfolgen? Ihr meint, das Nachlaufen ist Nachfolge. So einfach ist’s nicht. Ihr wisst alle gut, ein Haus bauen, das ist leicht, solange man nicht daran denkt, was das Bauen kostet. Hinter mir drein laufen ist leicht, solange es nichts kostet. Der Christenglaube, die Christusnachfolge kostet, und kostet gar nicht wenig: Es kostet das Kreuz!“

Da war Karl Steinbauer schon einmal für sechs Monate im Gefängnis in Weilheim/Oberbayern inhaftiert, bevor er 1938 als Pfarrverweser nach … Mehr

Brief Anna Kreisers, Sendener Gemeindeglied, an den inhaftierten Pfarrverweser Karl Steinbauer vom Januar 1939: „Heutigentags muss ein Pfarrer seine ganze Energie und seine ganze Glaubenskraft einsetzen, um den Menschen wachzuhalten und wachzurütteln, denn die Menschheit schläft und träumt und döst so dahin, und wenn sie dann, bildlich gesprochen, erwacht, ist es bei vielen zu spät, danken wir unserm Herrgott, dass wir so einen mutigen Pfarrer bekommen haben.“

Nachdem Karl Steinbauer am 15. Januar 1939 nach einem nächtlichen SA-Überfall auf das Pfarrhaus in Senden-Ay im Amtsgerichtsgefängnis Neu-Ulm (Ecke … Mehr

Karl Steinbauer, Predigt über Matthäus 2,13-23, gehalten 1939 in Senden/Iller: „Und darum ist es so ein un­säglicher Jammer, wenn man besonders den Kindern und der jungen Generation den Heiland entfremden und aus dem Herzen reißen will. Wir haben für diese Not und diesen Jammer nur deshalb vielfach keine Augen, weil es ein unblutiger, bethlehemitischer Kinder­mord ist, der sich hier vollzieht. Es müßte so sein, daß wir es sehen könnten, etwa wie bei einer Seuche, die die Kinder befällt. Es müßten Leichenwägen fahren für die, denen Chri­stus aus dem Herzen gerissen worden ist, für die Opfer dieses unblutigen bethlehemitischen Kindermordes, dann würde uns die Haut schauern! Aber weil es äußerlich nicht sichtbar ist, kümmern sich die allermeisten nichts darum oder sie wol­len nichts davon sehen und hören und stecken den Kopf in den Sand. Ihr dürft mirs glauben, es ist kein Vergnügen, im­mer wieder auf diese Not hinzu­weisen, noch dazu, wo einen viele nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen.“

Eine ganz starke Predigt über Matthäus 2,13-23 hatte Karl Steinbauer als Pfarrverweser am 8. Januar 1939 in Senden/Iller gehalten. Darin … Mehr