Siegfried Lichtenstaedter, Kultur und Humanität. Völkerpsychologische und politische Untersuchungen (1897): „Die Kultur ist der modernen europäischen Menschheit geradezu das höchste Ideal, das kostbarste Gut auf Erden. Die Frage nach der Bestimmung des Menschen wird nicht selten mit ‚Kultur‘ beantwortet. Fühlt sich ein Volk Europas von einem andern beleidigt, so glaubt es keinen stärkeren Vorwurf seinem Gegner ins Gesicht schleudern zu können, als den ‚Mangel an Kultur‘. Selbst zur Rechtfertigung gewisser Verstöße gegen Sittengesetze beruft man sich auf die Kultur. Wenn ‚Völkern‘ ihr Grund und Boden abgenommen wird, Mord, Raub, Brandstiftung in gewissen überseeischen Ländern verübt werden, so muss das Interesse der höheren Kultur alles dies decken. Nichtsdestoweniger gilt die Kultur, sagen wir es kurz, als der Inbegriff alles Guten und Schönen.“

Kultur und Humanität. Völkerpsychologische und politische Untersuchungen von Dr. Mehemed Emin Efendi [Siegfried Lichtenstaedter] Würzburg, Stahel’sche K. Hof- und Universitäts-Buch- … Mehr

Karl Barths Bericht über seine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September 1945 an die Organisation I der amerikanischen Armee in Deutschland: „Man ist empört (Frankfurt und Marburg: hier der evang. Theologiepro­fessor Bultmann) über die Gewohnheit der amerikanischen Soldaten, übrig­gebliebene wertvolle Lebensmittel vor den Augen der Bevölkerung mit Ben­zin zu übergießen und zu verbrennen. In Marburg sei dasselbe mit einem gan­zen Lager eroberter deutscher Militärmäntel geschehen.“

Karl Barth: Bericht über eine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September [1945], erstattet an die Organisation I der amerikanischen Armee … Mehr

Gotthold Müller über Nachfolge: „Nachfolge ist so­mit nichts anderes als die sich auch im ethischen Bereich aus­wirkende Tatsache, dass Menschen ‚im Leben und im Sterben‘ im Wirkungsfeld der Heilsgabe des Kreuzes und Ostergeschehens stehen und von dorther ihr Leben ’normieren‘ lassen. Das kann im Einzelfalle ebenso unbekümmerte Freude an der Welt und ihren Gaben ein­schließen wie auch bewußten (Konsum-)Verzicht, sich in sogenannten ‚weltlichen‘ Berufen ebenso verwirklichen wie in Orden oder Kommunitäten.“

Nachfolge Von Gotthold Müller 1. Nachfolge gehört in den meisten („zumindest“ theistischen) Religionen zu den Leitbegriffen religiöser Sprache und Praxis. … Mehr

Ernst Wolf, Schöpferische Nachfolge (1960): „Vom Evangelium her geschieht das neue Handeln in der Nachfolge auf Grund der im Glauben geschenkten Freiheit der Selbstverleugnung. Diese Freiheit der Selbstverleugnung ist der Ausdruck für die Spannung, in der der Christenmensch sich zur Welt der Selbstbehauptung befindet. Denn solange der Mensch sich selbst und seine Wünsche will, gehört er auch der Welt der Selbstbehauptung an. Durch den Glauben ist er davon befreit. Aus der Verleugnung seiner selbst hat er die neue Freiheit gewonnen: vom Evangelium her im Auftrag Gottes, gleichsam in Verlängerung des Handelns Jesu Christi selbst, aber nie von ihm gelöst, neu mit der Welt als der Schöpfung Gottes umzugehen.“

Schöpferische Nachfolge (1960) Dabo itaque me quendam Christum proximo meo … (Luther)[1] Von Ernst Wolf Heinz-Dietrich Wendland hat im Rahmen … Mehr

Nachruf auf Ingo Baldermannn (1929-2026) von Rolf Wischnath: „Er war ein Theologe der Bibel, kein exegetischer Insider mit Spezialwissen, sondern ein Lehrer, der nach der Seele von Kindern sah, dabei immer wieder den lehrreichen Charakter der Bibel für den Religionsunterricht aufspürte und ihren seelsorgerlichen Sinn für alle wahrnahm. Vor zehn Jahren im hohen Alter bezeichnete er die Heilige Schrift als ‚Buch meiner Sehnsucht‘, als ‚Wegbegleitung in dunklen und in hellen Tagen.‘ ‚Als ein Buch des Lernens‘ schrieb er, ‚hat mich die Bibel durch viele Jahre begleitet. Es war ein verheißungsvolles Lernen mit immer neuen Entdeckungen, vor allem mit Kindern. Nun aber ist es, als entdeckte ich erst jetzt, im Alter, wo wirklich ihr Herz schlägt.'“

INGO BALDERMANN IST TOT – UNSER LEHRER UND BRUDER Von Rolf Wischnath Ingo Baldermanns Theologiestudium begann im April 1945 mit … Mehr

Friedrich Naumann, National-sozialer Katechismus. Erklärung der Grundlinien des National-Sozialen Vereins (1897): „1. Warum nennt ihr euch nationalsozial? Weil wir überzeugt sind, dass das Nationale und das Soziale zusammengehören. 2. Was ist das Nationale? Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen. 3. Was ist das Soziale? Es ist der Trieb der arbeitenden Menge, ihren Einfluss innerhalb des Volkes auszudehnen. 4. Wie hängt beides zusammen? Die Ausdehnung des deutschen Einflusses auf der Erdkugel ist unmöglich ohne Nationalsinn der Masse, und die Ausdehnung des Einflusses dieser Masse im Volke ist unmöglich ohne weitere Entwickelung der deutschen Macht auf dem Weltmarkte.“

Wenn einem theologischen Liberalismus das „eschatologische Bureau“ (Ernst Troeltsch) geschlossen ist, kann dieser seine politische Hoffnung nicht auf die Wirklichkeit … Mehr