Hellmut Traub über Versöhnung und Sühne in der Bibel: „Gott allein ist der Sühnende. Er ist stets schlechthin das Subjekt des Versöhnens, Herr und Geber der Versöhnung. Ebenso deutlich und entscheidend ist, daß der Mensch in seiner Verschuldung ihrer bedarf und ohne sie stirbt und verdirbt ; denn ‚keiner kann sich loskaufen und Gott das Sühnegeld bezahlen; zu teuer ist der Kaufpreis für das Leben‘ (Psalm 49,8 f). Der Mensch kann nur um Versöhnung flehen; er kann sie aber weder machen noch erzwingen. Nie ist Gott Objekt der Versöhnung; der Mensch versöhnt Gott nicht. Diese Verkündigung ist so gewaltig und ausschließlich, daß durch sie das griechische Übersetzungs­wort, das ursprünglich eine besänftigende Einwirkung des Menschen auf die Gottheit bezeich­net (versöhnlich, wohlgesonnen stimmen), in seiner Bedeutung völlig umgewandelt wurde. Hier bleibt nichts von Einwirkung auf sühnendes Handeln oder gar Beschaffung der Sühne, sondern nur Gottes freies Handeln am Menschen, für das der Begriff ‚versöhnen‘ der umfas­sende Ausdruck geworden ist.“

Versöhnen, Versöhnung, bedecken, Bock, Sühnedeckel, Versöhnungstag, Sühneopfer, Sühnegedanke in der Bibel Von Hellmut Traub Was seinerzeit Hellmut Traub im Biblisch-theologischen…

Martin Luther, Der 101. Psalm ausgelegt (1535): „Wer hätte auch jemals alle Bosheiten Stück für Stück in einem Buche, geschweige in einem Psalm aufführen können. Man sieht ja wohl, wie auch zu unsrer Zeit ein Gesetz nach dem andern, ein Recht nach dem andern, eine Ordnung nach der andern, eine Weise nach der andern gemacht wird, um solchen Lastern zu wehren, und ist, wie Salomo sagt, des Büchermachens kein Ende. Mit Büchern meint er hier nicht nur Papier und Tinte, sondern Lehre und Ordnung, die immer neu in der Welt aufgestellt wer­den und dennoch (den Lastern nur) schwer wehren und steuern.“

Neben Psalm 82 und Psalm 127 ist der 101. Psalm für Luther ein biblischer Schlüsseltext für seine politische Ethik: Der…

Karl Barths Gebet wider die Angst aus seiner Weihnachtspredigt 1958: „Herr unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann lass uns nicht verzweifeln! Wenn wir enttäuscht sind, dann lass uns nicht bitter werden! Wenn es mit unserem Verstehen und mit unseren Kräften zu Ende ist, dann lass uns nicht umkommen! Lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren, die du ja gerade denen verheißen hast, deren Herz demütig und zerschlagen ist und die sich fürchten vor deinem Wort. Und nun denken wir an alle Finsternisse und Leiden dieser unserer Zeit – an die vielen Irrtümer und Mißverständnisse, mit denen wir Menschen uns plagen – an all das Harte, das so viele trostlos tragen müssen – an all die großen Gefahren, von denen die Welt bedroht ist, ohne Rat zu wissen, wie sie ihnen begegnen soll.“

Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben … Karl Barths Gebet „Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben …“, das…

Hermann Diem über die Zwei-Reiche-Lehre: „Der in seinem Amt allein gelassene und nicht durch Gottes Wort belehrte Politiker wird im­mer der Gefahr des Mißbrauches seiner Macht erlie­gen und sie in den Dienst irgendeines politischen Evange­liums stellen, wie Luther sagt: ‚Alle Könige und Fürsten, wenn sie der Natur und höchsten Weisheit folgen, müssen Gottes Feinde werden und sein Wort verfolgen.‘ Die Predigt hat aber dem Regenten nicht nur zu sagen, dass er in seinem Amt einen Gottes­dienst, sondern auch, wie er ihn auszuüben hat. Sie hat ihm kein ‚christliche‘ Staatsrecht zu liefern, sondern ihn in seiner Person zur Furcht Gottes im Sinn des ersten Gebotes anzuhalten. Er soll dem Wort Gottes nicht nur Raum geben, sondern es fördern und der Gottlosigkeit weh­ren, aber nicht selbst ins Predigt­amt greifen. Seinen Untertanen soll er nach dem Maß­stab der Liebe Christi dienen, vor Sorge und Vermessen­heit sich hüten und in alleinigem Vertrau­en auf Gott äußeren Frieden halten.“

Lehre von den zwei Reichen Von Hermann Diem Hermann Diems Lexikonartikel „Lehre von den zwei Reichen“ aus dem Evangelischen Soziallexikon…

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Wittenberg 1527: „Die Frau des Kapellans Georg Rörer, die ebenfalls der Niederkunft nahe ist, ist von der Pest gepackt; aber man bemüht sich jetzt darum, ob auf irgendeine Weise das Kind gerettet werden kann. Der Herr Jesus stehe ihr barmherzig bei. So sind äußerlich Kämpfe, innerlich Angst, und gar harte; Christus sucht uns heim. Ein Trost besteht, den wir dem wütenden Satan entgegensetzen: wir haben nämlich das Wort Gottes, um die Seelen der Gläubigen zu erhalten, wenn er auch immer die Leiber verschlingen mag.“

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Wittenberg 1527 Als im August 1527 die Pest…

Martin Luther, Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können (1526): „Wie, wenn mein Herr unrecht hätte, Krieg zu führen? Antwort: Wenn du gewiß weißt, daß er unrecht hat, so sollst du Gott mehr fürchten und gehorchen als Menschen, Apg. 5,29, und sollst nicht Krieg führen noch dienen, denn du kannst da kein gutes Gewis­sen vor Gott haben. Ja, sprichst du, mein Herr zwingt mich, nimmt mir mein Leben, gibt mir mein Geld, Lohn oder Sold nicht; außerdem werde ich verachtet und ge­schmäht als ein Verzagter, ja als ein Treuloser vor der Welt, der seinen Herrn in den Nöten verläßt usw.“

Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können (1526) Von Martin Luther Dem gestrengen und ehrenfesten Assa von Kram, Ritter…