Martin Luther über das Kreuz als Prüfstein der Liebe (Auslegung zu Galater 5,14, 1519): „Die Natur liebt, lobt, tut wohl und segnet nur, solan­ge man ihr nicht wehe tut. Wo du sie aber verwundest oder ihrem Willen widerstrebst, tut die Natur sogleich ihr eigentliches Werk: ihre Liebe schwindet dahin und wandelt sich in Hass, Geschrei, Bos­heit usw. Denn sie hing am Schein, nicht an der Wahrheit; sie lieb­te die äußere Stellung und Erscheinung, nicht die Sache selbst; ihre Freundschaft galt nicht dem Nächsten, sondern des Nächsten Gütern und Besitztum.“

Über das Kreuz als Prüfstein der Liebe. Auslegung zu Galater 5,14 (1519) Von Martin Luther Das ganze Gesetz ist in…

Dietrich Ritschl, Gedächtnis und Antizipation. Psychologische und theologische Bemerkungen (1988): „Mit der Sprache erlernte ich Werte kennen und respektieren. Ich lernte an andere denken und ihnen Gutes tun. Ich sollte das Gute fördern und stärken helfen – das Schöne dem Häßlichen vorzie­hen, das Reine dem Schmutzigen. Ich lernte das alles ohne Zwang und Drohung, ohne die gefährlichen, kleinlichen Versprechen, Gott würde es mir lohnen – höchstens sagten sie mir, es sei im Sinne Gottes, solches zu tun, und das stimmt ja wohl auch.“

Gedächtnis und Antizipation. Psychologische und theologische Bemerkungen Von Dietrich Ritschl Die Grundthese kann leicht summiert werden: Antizipationen formieren das Gedächtnis,…

Reinhold Schneider, Das Vaterunser (1941): „Schwerlich wird unser Gebet so viel gelten wie das Gebet einer glaubensstarken Zeit; es kommt aus einer großen Tiefe und es hat wohl nicht die Kraft, die Not dieser Tiefe emporzutragen. Es ist nur ein Rin­gen. Aber ringen sollen wir vor allem um Dank und danken können wir nur durch den ge­lebten Glauben. Es ist keine Not so groß, dass sie unsere Dankbarkeit herabstimmen, keine Bürde so schwer, dass sie unsere Freude erdrücken dürfte.“

Das Vaterunser Von Reinhold Schneider Das kleine Buch hat eine merkwürdige Geschichte. Ich schrieb es in Berlin während einer Krankheit,…

Matthias Claudius, Über das Gebet, an meinen Freund Andres (Der Wandsbecker Bote): „Sieh‘, wenn ich’s beten will, so denk‘ ich erst an meinen seligen Vater, wie der so gut war und mir so gerne geben mochte. Und denn stell‘ ich mir die ganze Welt als meines Vaters Haus vor; und alle Menschen in Europa, Asien, Afrika und Amerika sind denn in meinen Gedanken meine Brüder und Schwestern; und Gott sitzt im Himmel auf einem goldnen Stuhl, und hat seine rechte Hand übers Meer und bis ans Ende der Welt ausgestreckt, und seine Linke voll Heil und Gutes, und die Bergspitzen umher rauchen.“

Über das Gebet,an meinen Freund Andres Von Matthias Claudius Es ist sonderbar, daß Du von mir eine Weisung übers Gebet…

Martin Luther über den guten Namen (Von den guten Werken): „Das ist der rechte Gebrauch eines guten Namens und unsrer Ehre, wenn Gott darüber gelobt wird, weil sie ändern zur Besserung dienen. Und wenn die Leute uns und nicht Gottes Tun in uns loben wollen, sollen wir es nicht dulden und uns mit allen Kräften wehren und davor fliehen wie vor der allerschwersten Sünde, dem Diebstahl an der göttlichen Ehre.“

Über den guten Namen (Von den guten Werken) Von Martin Luther Das ist freilich wahr: Wir müssen dennoch einen guten…