Martin Luther, Ein Sendbrief über die Frage, ob auch jemand ohne Glauben verstorben, selig werden möge (1522): „Da muss das Auge der Natur ganz ausgerissen sein und lauter Glaube da sein; sonst geht es nicht ohne greuliche, gefährliche Ärgernisse ab. Und wenn hierauf die verfallen, die im Glauben noch jung und ungeübt sind und dies mit dem Licht der Natur betrachten wollen (wie es ja allgemein geschieht, daß jedermann mit den höchsten Dingen anfangen will), so sind sie nah daran, dass sie einen großen Sturz und Fall tun und in einen heimlichen Widerwillen und Haß gegen Gott geraten, dem danach schwer zu raten ist.“

Ein Sendbrief über die Frage, ob auch jemand ohne Glauben verstorben, selig werden möge (1522) Von Martin Luther Gnade und…

Nerses IV. Schnorhalis Worte aus seiner „Elegie über Edessa“ (1145) im Hinblick auf die Vertreibung der Armenier aus der Region Bergkarabach: „Mein Herz ist in Ängsten / und ich ringe mit mir selbst / und bin schmerzlich mit mir selbst gequält. / Und meine Seele und Geist sind in Aufruhr, / wenn ich mir den letzten unseligen Tag in Erinnerung rufe / und das Morgen, das so dunkel ist.“

Aus der Elegie über Edessa Von Nerses IV. Schnorhali Nach der Vertreibung der Armenier aus der Region Bergkarabach im September…

Rudolf Bohren, Predigt über Römer 7,19-25 – Änderung der Frömmigkeit (1975): „So hoffe ich, dass der Geist des Jesus von Nazareth unsere Frömmigkeit umdreht, dass er uns die Augen öffnet über den Zusammenhang, in dem wir mit dem allen stehen, und dass das, was in Heidelberg geschah und geschieht, zu unserer Sache wird. Keiner steht vor Gott allein. Jeder einzelne steht vor Gott nicht ohne die Stadt, in der er lebt: „Wir müssen Buße tun“.“

In der Nacht des 26. Juni 1975 erlebte Heidelberg eine der gewalttätigsten Demonstrationen in seiner Geschichte. Studenten und langjährige Altstadtbewohner…

Von Feindseligkeiten und der Feindesliebe: „Jesus fordert keine sozialpsychologische Wegrationalisierung von Feindbildern, sondern die Liebe gegenüber anderen Menschen, die sich in ihrem Denken und Tun als Gegner erweisen. Feindesliebe widersteht dem Bösen jenseits eigener Selbstgerechtigkeit. Sie ignoriert keine Gegensätze und Unvereinbarkeiten; sie redet auch nicht Konflikte schön, sondern verzichtet auf Vergeltung und erweist dem Gegner Gutes.“

Von Feindseligkeiten und der Feindesliebe Haben wir eigentlich Feinde? In der Öffentlichkeit ist von ihnen selten die Rede. Eher spricht…

Paul Valery über Geschichte und deren Narrative (1927): „Die Geschichte rechtfertigt, was immer man will. Sie lehrt schlechterdings nichts, denn es gibt nichts, was sich mit ihr nicht belegen ließe. … Beim gegenwärtigen Zustand der Welt ist die Gefahr der Verführung durch Geschichte größer, als sie es jemals war.“

Über Geschichte Von Paul Valéry Die Geschichte ist das gefährlichste Elaborat, das die Chemie des Intellekts produziert hat. Seine Eigenschaften…

Lothar Kreyssigs Aufruf zur Gründung der Aktion Sühnezeichen 1958: „Noch können wir der Selbstrechtfertigung, der Bitterkeit und dem Hass eine Kraft entgegensetzen, wenn wir selbst wirklich vergeben, Vergebung erbitten und diese Gesinnung praktizieren. Des zum Zeichen bitten wir die Völker, die Gewalt von uns erlitten haben, dass sie uns erlauben, mit unseren Händen und mit unseren Mitteln in ihrem Land etwas Gutes zu tun.“

Heute vor 125 Jahren wurde Lothar Kreyssig (1898-1986), der Initiator von Aktion Sühnezeichen geboren. Hier der Aufruf zur Gründung der…

Martin Luthers Brief an Georg Spenlein, Augustiner in Memmingen, vom 8. April 1516: „Christus wohnt nur in Sündern. Denn deshalb ist er vom Himmel herniedergestiegen, wo er in Gerechten wohnte, damit er auch in Sündern wohnte. Diese seine Liebe erwäge immer wieder bei Dir, und Du wirst seinen überaus süßen Trost sehen. Denn wenn wir durch unsere Bemühungen und Trübsale zur Ruhe des Gewissens kommen müssten: wozu wäre er denn gestorben? Deshalb wirst Du nur in ihm, durch getroste Verzweiflung (desperatio fiducialis) an Dir und Deinen Werken, Frieden finden.“

Brief an Georg Spenlein, Augustiner in Memmingen, vom 8. April 1516 Von Martin Luther Übrigens möchte ich wissen, was Deine…

Christoph Blumhardts Predigt über Lukas 18,1-8 – Von der Zukunft Christi (1886): „Rede ich zu stark? Ich weiß, daß man mich darüber anficht, ich rede zu stark und übertreibe; wenn ich mich aber dann umgeben sehe von so vielen Finsternissen in vielen Menschen, die mir ihr Herz ausschütten, dass auch mein Herz zerrissen wird ob dem Abgrund der Sünde und des Todes, so muss ich dabei bleiben; denn es ist so: es kommen Dämonen, es kommt Sünde und Höllenpein, es kommen die gräßlichsten Verwicklungen mit der Welt, und statt der Zukunft Christi haben wir eine Zukunft Satans erlebt.“

Von der Zukunft Jesu Christi. Predigt über Lukas 18,1-8 (1886) Von Christoph Blumhardt Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon,…