Über die biblische Exegese und die Geschichtswissenschaft Von Karl Barth Wir sprachen schon von dem Begriff der theologischen Exegese, die…
Über das verfehlte Reden von Opfern: „Die Rede von verunfallten Todesopfern außerhalb von Kriegshandlungen stellt in aller Regel keinen Zweck einer Hingabe heraus und zeigt sich als problematischer Euphemismus. Bei soldatischen ‚Opfern‘ wird hingegen ein säkularisiertes ‚Opferevangelium‘ versucht. Der in einer Gefechtshandlung Verstorbene habe sein Leben für sein Volk bzw. für sein Vaterland selbst hingegeben, ohne dass sich dabei ein konkreter, willentlicher Opfergang ausmachen lässt.“
Über das verfehlte Reden von Opfern Wenn gegenwärtig in unserer Gesellschaft von Opfern die Rede ist, wird in aller Regel…
Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben: „Es ist die Pilgerschaft des Glaubens, die in einer Prädestinationslehre nicht vorweggenommen bzw. in den Status ‚gerettet‘ eingedampft werden kann. Keine Theorie mit genereller Begrifflichkeit kommt dem wirklichen Geschehen von Menschen mit ihrem je eigenen Namen gleich. Wir können uns eben nicht von der Bühne stehlen und in einen göttlichen Regieraum gehen, um das Drama von oben zu übersehen.“
Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben Die Lehre von der Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis enthält Aussagen, die…
Hans-Georg Gadamer über Karl Löwith: „Karl Löwith war ein Mann von unverwechselbarer Eigenart. Es war eine tiefe Seinstraurigkeit um ihn ausgegossen — zugleich wahrte er die würdigste Gefasstheit gegenüber dem Fremden, Befremdenden des Daseins, das uns auferlegt ist. Ein unfasslicher Gleichmut schien ihn zu beseelen.“
Karl Löwith Von Hans-Georg Gadamer Karl Löwith war ein Mann von unverwechselbarer Eigenart. Es war eine tiefe Seinstraurigkeit um ihn…
Tagesgebet zum 22. Sonntag nach Trinitatis, 27. Oktober 2024
Herr Gott, unser Vater,Du gibst keinen Menschen auf.Wo wir mit unserer Geduld am Ende sind,fängst Du neu an.Bestärke uns durch…
Segen aus Qumran: „Der Herr segne dich mit allem Guten, und er bewahre dich vor allem Bösen, und er erleuchte dein Herz mit der Einsicht, die zum Leben führt.“
Segen Der Herr segne dich mit allem Guten,und er bewahre dich vor allem Bösen,und er erleuchte dein Herz mit der…
Hans Steinacker über Joseph Wittig (1879-1949): „Der »Roman mit Gott«, erschienen 1950, ist das radikalste, persönlichste Buch Wittigs, geht es in diesen »Tagebuchblättern der Anfechtung« doch um die »Geschichte und den Ausgang meiner unglücklichen Liebe zu dem, was man Gott nennt«. So spricht Joseph Wittig als ein zeitgenössischer Hiob: Von seiner Kirche verstoßen und der beruflichen Existenz beraubt – trotz seiner vagen Wiederaufnahme –, hungernd und frierend, an Leib und Seele tödlich bedroht, harrte er bis zum letzten Augenblick in der geliebten Heimat aus, um dann mit Frau und Kindern hinausgetrieben zu werden.“
Die angefochtene Gottesliebe des ökumenischen Grenzgängers Joseph Wittig (1879-1949) Von Hans Steinacker »Froh wollte ich alle Leser machen in dem…
Lucie Adelsberger, Auschwitz. Ein Tatsachenbericht (1946): „Wenn wir nachts aus dem Schlaf erwachten – wir, die wir das sahen, und doch aßen und schliefen wie normale Menschen – war der Block innen hell erleuchtet, beleckt von den Reflexen der Riesenglut. Und wenn ich aufstand und mich durch die hintere Türe des Blocks schlich und auf das gegenüberliegende Krematorium, das zweite, schaute, sah ich daneben die offenen Feuer im Freien, in die man die Kinderleiber schmiss, tote und auch lebende; hörte das Schreien der Kinder, sah, wie die Feuer mit den zarten Körpern spielten, und keine Metamorphose meines Seins, gleichviel in welcher Sphäre, wird dieses Gesicht aus meiner Seele je ausradieren.“
Lucie Adelsberger (1895-1971) hatte als jüdischstämmige Fachärztin für Kinderheilkunde sowie Innere Medizin das KZ Auschwitz überlebt. Ihr 1946 abgefasster Text…
Wolfgang Niederstraßer in seiner Predigt zu Psalm 10 im Trauergottesdienst für Gefallene 1942: „Man drängt die Kirche zurück aus dem öffentlichen Leben, zunächst in ihre Mauern, doch auch dort lässt man sie nicht. Anstelle der Taufe tritt die Namensgebung. Anstelle der Konfirmation tritt die Jugendreife, die politische Verpflichtung der Jugend. Anstelle der Trauung die Eheweihe. Anstelle der christlichen Beerdigung die Totenehrung. Es ist die Absicht vorhanden, dass auf christlichen Friedhöfen auch nicht christliche Bestattungen stattfinden müssen, dass selbst die Gotteshäuser zu solchen Feiern geöffnet werden müssen. [. . .] Genug. Warum bist Du so ferne, verbirgst Dich zur Zeil der Not? Warum?! Weil der Gottlose Übermut treibt, muß der Elende leiden!“
Es ist Björn Mensing zu verdanken, dass der Widerstand und die Inhaftierung des Pfarrers Wolfgang Niederstraßer (1907-1981) im KZ Dachau…