Über das verfehlte Reden von Opfern: „Die Rede von verunfallten Todesopfern außerhalb von Kriegshandlungen stellt in aller Regel keinen Zweck einer Hingabe heraus und zeigt sich als problematischer Euphemismus. Bei soldatischen ‚Opfern‘ wird hingegen ein säkularisiertes ‚Opferevangelium‘ versucht. Der in einer Gefechtshandlung Verstorbene habe sein Leben für sein Volk bzw. für sein Vaterland selbst hingegeben, ohne dass sich dabei ein konkreter, willentlicher Opfergang ausmachen lässt.“

Über das verfehlte Reden von Opfern Wenn gegenwärtig in unserer Gesellschaft von Opfern die Rede ist, wird in aller Regel … Mehr

Von der Sinnwidrigkeit des „Todesopfers“: „Im Allgemeinen sind ‚Todesopfer‘ weder absichtlich geopfert worden, noch haben diese sich selbst geopfert. Dass Getötete dennoch als ‚Opfer‘ bezeichnet werden, hängt wohl damit zusammen, dass hierbei die passiv widerfahrene Tötung im Vordergrund steht, im Unterschied zu einer kombattanten Gefechtshandlung, wo aktive Handelnde töten und getötet werden. So gelten im Kampf gefallene Soldaten gemeinhin eben nicht als ‚Todesopfer‘. Allerdings war es die europaweite nationalistische Sakralisierung des Krieges seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die die unmenschliche Opferrhetorik befördert hatte. Im Gedächtnis an die gefallenen Soldaten wird deren gewaltsamer Tod sinngebend als Opfer für das eigene Vaterland geheiligt. Wo der Krieg das eigene ‚heldische‘ Opfer zu fordern scheint, findet in Friedenszeiten die Ausweitung einer Opferhandlung vom Kriegsgeschehen zu anderen Unheilsgeschehen hin statt. Todesfälle werden ursachenbedingt zu Todesopfern personalisiert.“

Von der Sinnwidrigkeit des „Todesopfers“ Ein unsägliches Wort in der deutschen Sprache ist „Todesopfer“. Unabhängig davon, ob das Wort „Opfern“ … Mehr