Karl Barth über das Doppelgebot der Liebe (Matthäus 22,34-40): „Die beiden Gebote stehen nicht absolut nebeneinander: es ist klar, dass Jesus die Liebe zu Gott und die zum Nächsten gerade nicht geschieden, sondern verbunden sehen wollte. Sie sind aber auch nicht identisch: es wird ja das Gebot der Gottesliebe, Matth. 22, 38, aus­drück­lich «das große und erste» Gebot genannt; es wird ihm das Gebot der Nächsten­liebe ja ausdrücklich als das «zweite» zur Seite gestellt; der Nächste ist nicht Gott und Gott ist nicht der Nächste. So kann auch die Liebe zu Gott nicht einfach und direkt die Liebe zum Nächsten sein.“

Über das Doppelgebot der Liebe Von Karl Barth Man darf und muß hier, um zu verstehen, an das sog. «Doppelgebot…

Samuel Wells, Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39: „Was ist ein guter Tod? Ein guter Tod ist ein Fenster zur Herrlichkeit Gottes. Ein guter Tod ist eine Offenbarung von Paulus’ Überzeugung, dass ‚uns nichts von der Liebe Gottes in Christus Jesus, unserem Herrn, trennen kann‘. Die Realität der modernen Medizin ist, dass nur wenige von uns bis zum letzten Moment ihres Todes vollständig bei Bewusstsein, klar im Kopf und voller Abschiedsworte sein werden. Wie jemand einmal sagte: „’Der Vorteil ist, dass das Sterben zu den wenigen Dingen gehört, die man genauso gut im Liegen erledigen kann.‘ Die verschiedenen Schläuche und Maschinen werden uns meist noch eine Zeit lang technisch am Leben erhalten, nachdem unser letzter bewusster Gedanke oder unser letztes Wort gefallen ist. Deshalb müssen wir jetzt anfangen, unsere Angelegenheiten zu ordnen, wenn wir unseren Familien, Freunden und der Gesellschaft das Geschenk eines guten Todes machen wollen. Sich auf einen guten Tod vorzubereiten, zwingt uns dazu, ein gutes Leben zu führen. Je weniger wir die Länge unseres Lebens beeinflussen können, desto mehr müssen wir uns um seine Breite und Tiefe kümmern.“

Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39 Von Samuel Wells Woody Allen sagte einmal: „Ich möchte nicht durch meine Arbeit…

Die 12 Hauptartikel der Bauernschaft (März 1525): „Zum andern dann klar lauter folget, dass die Bauern, die in ihren Artikeln solches Evangelium zu Lehre und Leben begehren, nicht mögen ungehorsam, aufrührisch genennt werden. Ob aber Gott die Bauern (die nach seinem Wort zu leben ängstlich rufen) erhören will, wer will den Willen Gottes tadeln? Wer will in sein Gericht greifen? Ja, wer will seiner Majestät widerstreben? Hat er die Kinder Israels, die zu ihm schreien, erhöret und aus der Hand des Pharaos befreit, mag er nicht noch heute die Seinen erretten? Ja, er wirds erretten.“

Die 12 Hauptartikel der Bauernschaft Dem christlichen Leser Fried und Gnad Gottes durch Christum. Es sind viele Widerchristen, die jetzund…

Iwan Karamasows Protest wider Pathodizee, Theodizee und den Ruf nach Vergebung in Dostojewskis Roman ‚Die Brüder Karamasow‘ (1880): „Ich will keine Harmonie, aus Liebe zur Menschheit will ich keine Harmonie. Lieber bleibe ich bei meinem ungerächten Leid und meinem ungestillten Zorn, mag ich auch im Unrecht sein. Noch dazu ist diese Harmonie viel zu teuer, der Eintrittspreis übersteigt unsere Verhältnisse. Darum beeile ich mich, mein Billett zu retournieren. Und als anständiger Mensch bin ich verpflichtet, dies so früh wie möglich zu tun. Und das tue ich auch. Nicht, dass ich Gott nicht hinnähme, Aljoscha; ich retourniere nur ehrerbietigst das Billett.“

Protest wider Pathodizee, Theodizee und den Ruf nach Vergebung (Die Brüder Karamasow, 1880) Von Fjodor M. Dostojewski In seinem Roman…

Walter Jens, Der fromme Judas (1975): „Und wie könnte das auch anders sein? Sie waren ja verbündet, die beiden; waren aneinandergekettet; waren wie zwei Brüder, von denen der eine den anderen braucht. Judas war nichts ohne Jesus – so, wie der Schatten nichts ohne den Leib ist. Aber Jesus war auch nichts ohne Judas: Wenn der eine nicht zu den Großen Priestern und nach Gethsemane ging, sondern das Geheimnis für sich behielt, war es um den anderen geschehen. Ich wiederhole also: Sie gehörten zusammen – Jesus und Judas, Judas in Jesu Hand. Beide hatten ihren Weg zu gehen – vereint noch im Tod: hoch über der Erde am Holz.“

Der fromme Judas Von Walter Jens Ich stelle den Antrag, Judas aus Kerioth selig zu sprechen, der ein Sohn des…

Hans Joachim Iwand, Kreuz und Auferstehung Jesu Christi (Christologie-Vorlesung 1959): „Es ist dies alles sicherlich unfassbar. Nicht nur die Auferstehung: Was am Kreuz geschah, ist, wenn wir es recht verstehen, in gleicher Weise über alle Vernunft. Das Kreuz ist nicht erdennäher oder rational fassbarer als das of­fene Grab oder als jenes Bild von dem Sieg des Auferstandenen, das uns der Isenheimer Altar zeigt. Es geht dies alles weit über unser Fassungsver­mögen und unseren Verstand hinaus. Und wenn es nicht darüber hinausgin­ge, dann würde es auch nicht in ihn hineinkommen.“

Kreuz und Auferstehung Jesu Christi Von Hans Joachim Iwand Im Folgenden wird von dem Letzten und Höchsten die Rede sein,…

Paul Tillich, Das Ja zum Kreuze. Radioansprache an die deutschen Freunde von 1949: „Sagt Ja zu Eurem Kreuz, sagt Ja zu dem, daß Ihr ausgestoßen seid, Euch selbst ausgestoßen habt. Es bedarf nur dieses einen Jas und Ihr seid nicht mehr ausgestoßen, Ihr seid Mitträger einer Gemeinschaft, die größer ist, als alles Verstoßen-Sein. Ihr, das deutsche Volk ist auferstanden. Aber es gibt keinen anderen Weg dazu, als ja zu sagen zu seinem Kreuz.“

Das Ja zum Kreuze. Radioansprache über »Die Stimme Amerikas« an die deutschen Freunde im Jahre 1949 Von Paul Tillich Meine…