Walter Kreck, Gottes Erwählung und unsere Entscheidung (1957): „Weil Gottes Entscheidung für mich gefallen ist, weil das Evangelium mich zum freien Menschen macht, darum ist nun der Aufruf zum Glauben und Gehorsam nicht ein sinnloses Rufen in die Nacht hinaus, sondern er gibt, was er fordert, er schafft, was er verlangt. Weil ich hier nicht nur über Gott und Mensch theoretisch belehrt werde, sondern weil im Evangelium der lebendige Herr selbst mich anredet, mich begnadigt und beschlagnahmt, darum kann ich im Hören auf dies Wort nicht mehr steckenbleiben in der Reflexion über meine Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten, sondern im Glauben nur der sein, zu dem mich das Wort Gottes macht.“

Gottes Erwählung und unsere Entscheidung Von Walter Kreck „DAS GESPRÄCH“Herausgegeben von Kurt Hennig in Verbindung mit Heinrich Giesen, Manfred Müller … Mehr

Adolf Schlatter, Erfolg und Misserfolg im theologischen Studium (1931): „Wenn wir der heute stürmisch vertretenen Forderung nachgäben, auf die Wahrheitsfrage verzichteten und unseren Beruf darin sähen, der Seele bei ihrem seltsamen Drang, religiöse Dichtungen zu produzieren, als Berater beizustehen, damit sich ihr Dichten nicht zu weit von der beobachtbaren Wirklichkeit entferne und für unser Zusammenleben unschädlich, vielleicht sogar fruchtbar bleibe, so könnte uns nicht vorgeworfen werden, dass wir unnütze Arbeit tun. Der Mythus bekommt ein verschiedenes Gesicht, wenn die Phantasie ihn ungehemmt produzieren darf oder wenn eine nach Wahrheit verlangende Theologie ihn meistert.“

Erfolg und Misserfolg im theologischen Studium (1931) Von Adolf Schlatter Kommilitonen! Ich darf wohl mit der Andeutung beginnen, dass diese … Mehr

Hans Joachim Iwand, Über das Verhältnis von Theologie und Kirche (1954): „Der Mensch kann gar nicht Gott Gott sein lassen, er muss ihn immer wieder verwandeln in den Gott seiner Wünsche und Vorstellungen, in den Menschengott, den die Radikalen längst schon hinter dem idealistischen Gottesbegriffe vermutet hatten, ‚ein Bild, das mir gleich sei‘. Unerhörtes Erschrecken ging auf einmal durch die Reihen der Theologie, als hinter der Religion die Möglichkeit, ja mehr, die Gewissheit auftauchte, dass hier der Mensch sich Gott schafft nach seinem, des Menschen, Bilde. Die umgekehrte Schöpfung! Nicht mehr Theologie wäre dann das — was wir treiben —, sondern eine höchst raffinierte, unter dem Vorhang der Theo-logie vorgenommene Anthropologie. Gott nur ein Umweg, um den Menschen zum höchsten Selbstbewusstsein, zu einem die Endlichkeit transzendierenden Selbstbewusstsein zu bringen. Als ob wir mit diesem Begriff den Punkt berührt hätten, an dem der Übermensch erzeugt wird! ‚Dii infelices‘ — so sagt Luther, Wesen, die weder im Himmel noch auf Erden daheim sind.“

Über das Verhältnis von Theologie und Kirche (1954) Von Hans Joachim Iwand I. Gedächtnistage sollten in unserer Epoche nicht nur … Mehr

Karl Rahner, Ermutigung zum Gebet (1980): „Wer sich so auf Gott einlässt, wer es wagt, mit ihm zu tun zu haben, der betet in einem ganz ursprünglichen Sinn, der allen Unter­scheidungen im Gebet noch vorausliegt. Solches Gebet ist Annahme der Herkünftigkeit, Annahme dieser Herkünftigkeit von Gott als selbst noch einmal herkünftige, als Gnade. Solches Gebet ist aber auch Annahme des ei­genen Könnens, des Eingesetztseins in eigene Wirklich­keit, Freiheit und Verantwortung durch eben diese Her­kunft, die befreit und nicht entmündigt.“

Ermutigung zum Gebet Von Karl Rahner Jean Améry berief sich einmal zur Beschreibung seiner agnostizistisch-atheistischen Geisteshaltung auf den fran­zösischen Strukturalisten … Mehr

Johann Baptist Metz, Experientia spei (1966): „Christliche Hoffnung weiß in besonderem Maße um ihre tödliche Gefährdung; sie weiß, in höchster Kürze und Dichte gesagt, um den Tod, vor dem alle leuchtenden Verheißungen zu verdunkeln drohen. Vorgreifendes Einüben in das Sterben hat man deshalb die asketische Hoffnung der Christen genannt, Einübung in eine Hoff­nung, die auch jede jäh entschwundene Zuversicht über­steht, Einübung in eine Hoffnung wider alles Hoffen.“

Experientia spei1 Von Johann Baptist Metz 1. Der Primat der Zukunft im modernen Bewußtsein Was ist der Gotteserfahrung und dem … Mehr

Gerhard Sauter, Gott als Freund: „Als Freund begründet Gott ein Verhältnis sui generis, eigenen Ursprungs und unvergleichlicher Treue. Darum können die Konstitutionsbedingungen von »Freundschaft« auf dieses personale Verhältnis eigener Art nicht übertragen werden, wenn es nicht umgedeutet oder gar wegerklärt werden soll. Vielleicht ist auch deshalb in der Bibel und in der christlichen Theologie kaum von Gott als Freund die Rede. Mehr wurde in der christlichen Mystik Gott als Freund angesprochen, etwa von Hildegard von Bingen und Teresa von Avila, weil sie eine intensive oder sogar intime Nähe verspürten.“

Gott als Freund Von Gerhard Sauter »Der Herr redete mit Mosevon Angesicht zu Angesicht,wie jemand mit seinem Freunde redet«(2. Mose … Mehr

Samuel Wells, Theologie als Erzählung: „Die Geschichte Gottes erzählt, wie er von seinen Jüngern eine Antwort erwartet, die sie aus eigener Kraft nicht geben können: Sie sind nicht nur auf ihn, sondern auch aufeinander angewiesen, um die Ressourcen zu erhalten, die ein gläubiges Leben ermöglichen, und sie entdecken, dass ihre gegenseitige Abhängigkeit kein Handicap ist, sondern im Mittelpunkt ihres Zeugnisses steht. Heilige sind nie allein. Sie setzen Gemeinschaft voraus, fordern sie ein, verlangen sie – eine besondere Art von Gemeinschaft, die Gemeinschaft der Heiligen. Helden haben gelernt, sich auf sich selbst zu verlassen; Heilige lernen, sich auf Gott und auf die Gemeinschaft des Glaubens zu verlassen.“

Theologie als Erzählung Von Samuel Wells Drei Stränge In den zeitgenössischen Schriften zur christlichen Ethik gibt es drei große Strömungen. … Mehr

Dorothee Sölle über Friedrich Gogarten: „Alles ist euer — der Satz spricht von der Mündigkeit dessen, der Vernunft hat zu prüfen, was nützlich und zuträglich sei. Ihr aber seid Christi — das ist keine Einschränkung hintenherum, als müsse die Säkularisierung nun doch an be­stimmten Grenzen haltmachen. Ihr seid Miterben Christi, zur gleichen Sohnschaft berufen, zu Verantwortung und Leiden, Herren der Welt, weil Söhne des Vaters. Eben dies meint unter Christen das Wort Freiheit.“

Friedrich Gogarten Von Dorothee Sölle Friedrich Gogarten, geboren am 13. Januar 1887 in Dortmund. 1917 Pfarrer in Stelzendorf (Thüringen). 1922 … Mehr