Jürgen Roloff, Kirche in der Bibel: „Zentrale Motive frühchristlichen Kirchenverständnisses erschließen sich anhand der Bilder, die das Neue Testament für die Kirche gebraucht: Dass sie ständig durch Christus bestimmt und geleitet wird, kommt im Bild von der Herde, deren Hirte Christus ist, zum Ausdruck; ähnliches besagt auch das Bild von der Kirche als »Braut« Christi; dass sie der Raum eines neuen Gottesverhältnisses und der Ort der Gegenwart Gottes ist, der den bisherigen Kultus ablöst, wird mit dem Bild des Tempels umschrieben. Hinweis auf ihre Kontinuität zum alttestamentlichen Israel ist die Bezeichnung »Volk (Gottes)«. Das theologisch gewichtigste Bild ist jedoch das vom »Leib Christi«.“

Kirche in der Bibel Von Jürgen Roloff 1. Bezeichnung Das deutsche Wort »Kirche « kommt vom spätgriechischen kyriake »dem Herrn … Mehr

James Barr über Friedrich Mildenbergers Biblische Dogmatik: „Mein abschließendes Urteil über Mildenbergers faszinierendes Werk ist, dass es sich um einen theologiegetriebenen und nicht um einen bibelorientierten Vorschlag handelt. Das Schema wird durch die nachbiblische theologische Tradition konstituiert, und das biblische Material wird in dieses Schema eingefügt. Es wäre falsch zu behaupten, dass Mildenberger nicht darüber nachdenkt, ob es biblisches Material gibt, das nicht in das Schema passt. Doch obwohl diese Frage zweifellos in seinem Kopf ist, gibt es kaum oder keine positive Auseinandersetzung mit ihr.“

Über Friedrich Mildenbergers Biblische Dogmatik Von James Barr Einige Leser könnten überrascht sein, dass ich hier ein Werk vorstelle, das … Mehr

Werner Elert, Philologie der Heimsuchung (1947): „Dass wir an diesem unserm eigensten Ort, im räumlichen Zentrum un­seres irdischen Seins besucht, aufgesucht, gesucht werden, das ist der tiefere Sinn des Wortes Heimsuchung. So hat es Luther empfunden, wenn er es in der Verdeutschung jener hebräischen und griechischen Wörter auf das Tun Gottes anwandte. ‚Also sucht er uns daheim.‘ Er sucht uns in unserem eige­nem Heim auf. Er zieht nicht draußen irgendwo an uns vorüber.“

Philologie der Heimsuchung Von Werner Elert Das biblische Wort Heimsuchung hat nicht die Ehre gehabt, in die theologi­sche Schulsprache aufgenommen … Mehr

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Martin Luther zur Zukunft der Kirche in seiner Auslegung zu Psalm 90,1 (1534/35): „Die Kirche, das Volk Gottes, besteht von der ersten Stunde bis zur letzten, auch wenn sie manchmal äußerst schwach ist – wie zur Zeit des Elija, der die Kirche aus den Augen verloren hatte und sprach: ‚Deine Propheten?‘ – Den Gottesdienst sehe ich verwüstet, die Ordnung zerstört, das Volk – das heißt: die Propheten – getötet. Damals war die Kirche verborgen und sehr zerstreut (abscondita Ecclesia et valde dispersa), sodass sie mit menschlichen Augen überhaupt nicht sichtbar war, sondern nur in den Augen Gottes, der sprach: ‚Ich habe mir übriggelassen …‘ usw.“

Zur Zukunft der Kirche. Auslegung zu Psalm 90,1 (1534/35) Von Martin Luther Herr, du bist unsre Zuflucht von Generation zu … Mehr

Christoph Blumhardts Predigt über Lukas 18,1-8 (1890): „Das Dasein des Heilandes ist noch nicht die Rettung. Das, daß der Heiland geboren ist, gestorben ist, auferstanden ist, ist noch nicht die Rettung. Das ist freilich auch wieder so ein Satz, der allem ins Gesicht schlägt, was man uns gewöhnlich lehrt, aber so steht’s eben da! Reißet mir den Kopf herunter, daß ich’s sage, aber da steht’s eben: die Rettung ist noch nicht da. Sie schreien wohl in die Welt hinein: ‚Jesus errettet mich jetzt!‘ aber das ist ein verlogener Satz.“

Predigt über Lukas 18,1-8 (1890) Von Christoph Blumhardt Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten und … Mehr

Martin Luther über die guten Werke und den ausbleibenden Dank (Predigt über Matthäus 6,1–4, 1530): „Wer ein Christ sein will, muss sich also so verhalten, dass er kein gutes Werk tut oder unterlässt um der Leute willen, sondern allein deshalb, weil er in seinem Amt, Stand, mit seinem Geld, Gut oder was er hat, Gott dienen und ihm zu Ehren tun will, was er vermag – auch wenn er damit auf Erden niemals irgendeinen Dank verdient. Denn es ist auch unmöglich, dass einem frommen Menschen auch das geringste Werk, das er hier tut, jemals angemessen belohnt werden könnte – selbst wenn man ihn mit Gold krönen und ihm ein ganzes Königreich geben wollte.“

Über die guten Werke und den ausbleibenden Dank (Predigt über Matthäus 6,1–4, 1530) Von Martin Luther Wer ein Christ sein … Mehr

John C. Lawrenz, Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31): „Der nächste Moment trifft uns mit voller Tragik: Simson dachte tatsächlich, dass er noch mit Gottes Kraft und Gegenwart ausgerüstet sei. Doch der HERR war von ihm gewichen – und die Philister fielen über ihn her. Sie nahmen ihm die Augen. Sie brachten ihn nach Gaza. In einer Mühle banden sie ihn an einen Balken, der den oberen Mühlstein drehte. Im Kreis wanderte Simson, blind, im Dunkeln, und mahlte Korn. Welche Ironie: Der, der einst die Philister in Lehi wie Esel behandelte, war nun selbst ein Mühl-Esel. Der, der einst die Stadttore von Gaza trug, war nun in Gaza eingekerkert. Der, der die Felder der Philister in Brand gesteckt hatte, mahlte nun das Korn für ihr Brot.“

Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31) Von John C. Lawrenz (1943-2024) 13,1 Wieder taten die Israeliten, was böse war in den … Mehr

Walter Brueggemann, Die Schöpfung singt der Dreieinigkeit. Das große Drama des trinitarischen Hymnus ‚Heilig, heilig, heilig‘: „Das Bewusstsein, dass all diese Geschöpfe gemeinsam mit uns im frohen Lob stehen, könnte uns vor der flachen Sichtweise der Moderne bewahren, in der Kreatürlichkeit lediglich als materielles Phänomen erscheint, das uns zur Nutzung, zum Genuss oder zur Ausbeutung gegeben ist. Im Gegenteil – jedes Element ist ein doxologisches Geschöpf, das mit uns singt.“

Die Schöpfung singt der Dreieinigkeit. Das große Drama des trinitarischen Hymnus „Heilig, heilig, heilig“ Von Walter Brueggemann Warum singen wir … Mehr

Martin Luther, Ein christlicher Trostbrief an die Miltenberger, wie sie sich an ihren Feinden rächen sollen, aus dem 120. Psalm (Februar 1524): „So bleibt euch nur noch dies eine: dass ihr euch, wie dieser Psalm zeigt, in dieser Not an den Herrn haltet und vor ihm über solche böse Zungen schreit und mit Ernst und ganzem Herzen bittet um starke Schützen, die scharfe Pfeile auf den Teufel schießen, treffen und nicht verfehlen, und um feurige Wacholderkohlen, die mit Brunst und Eifer die verführten, blinden Leute anzünden und mit gutem Leben erleuchten – zum Preis und zur Ehre des Namens Gottes. Werdet ihr das tun, so sollt ihr in Kürze sehen, wie reichlich ihr euch am Teufel und seinen Schergen gerächt habt, dass euer Herz darüber lachen wird.“

Ein christlicher Trostbrief an die Miltenberger, wie sie sich an ihren Feinden rächen sollen, aus dem 120. Psalm (Februar 1524) … Mehr