Rudolf Bultmann, Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates: „Christus ist all das, was von ihm ausgesagt wird, sofern er das eschatologische Ereignis ist. Dieses aber nicht so, daß es als ein Weltgeschehen konstatierbar wäre, aber auch nicht ein Geschehen in supranaturalen Höhen, was ja faktisch auch nur ein Weltgeschehen wäre. Jesus Christus ist als eschatologisches Ereignis nicht objektiv feststellbar, so daß man daraufhin an ihn glauben könnte. Vielmehr ist er es ja, genauer gesagt: wird er es ja in der Begegnung, wenn das Wort, das ihn verkündigt, Glauben findet – ja, selbst wenn es nicht Glauben findet; denn wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet (Joh. 3,18). Ebenso wie die ἐκκλησία, die Kirche, die eschatologische Gemeinde, nur als Ereignis je wirklich ἐκκλησία ist, so ist auch Christi Herr-Sein, seine Gottheit, immer nur je Ereignis. Eben das ist der Sinn dessen, daß er das eschatologische Ereignis ist, das nie zu einem Ereignis der Vergangenheit objektiviert werden kann, auch nicht zu einem Ereignis in einer metaphysischen Sphäre, das vielmehr jeder Objektivation widerstreitet.“

Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates[1] Von Rudolf Bultmann I. Über das christologische Bekenntnis des ökumenischen Rates der Kirchen in … Mehr

Russell T. McCutcheon zur Problematik des Religionsbegriffs: „Da die Ursprünge des Religionsbegriffs keinen Hinweis darauf geben, wie wir ihn heute verwenden sollten, stoßen Wissenschaftler, die ‚Religion‘ zur Bezeichnung einer Untergruppe kultureller Praktiken verwenden, auf eine Reihe von Fragen, die es zu untersuchen gilt: Wenn eine Kultur den Begriff nicht kennt, können wir dann ‚ihre Religion‘ studieren? Sollte die Wissenschaft nur Konzepte verwenden, die für die untersuchte Gruppe typisch sind? Ist die Sache, auf die unser Wort verweist, allen Menschen gemeinsam, ungeachtet ihres Selbstverständnisses? Ist die Verwendung unseres lokalen Begriffs, als wäre er ein universeller Signifikant, ein Akt des Kulturimperialismus?“

Religion Von Russell T. McCutcheon Wie alle Gegenstände der Kultur haben auch Wörter eine Geschichte; Bedeutung und Gebrauch ändern sich … Mehr

Lesslie Newbigin über den Religionsunterricht in einer säkularen pluralen Gesellschaft (1977): „Die Fähigkeit des Schülers zu kritischer Reflexion über eine These kann nur auf der Grundlage dessen entwickelt werden, was er zunächst auf die Autorität des Lehrers hin akzeptiert. Der Religionsunterricht muss denselben Disziplinen unterworfen sein. Das menschliche Verstehen muss mit der vorläufigen unkritischen Akzeptanz von Erfahrung beginnen. Man kann die Entwicklung des Verstehens mit der Art vergleichen, wie ein Kletterer einen Felsen erklimmt. Er kann nur vorankommen, indem er einen seiner Hand- oder Fußgriffe loslässt und nach einem sicheren weiter oben sucht. Während er das tut, muss er die anderen Griffe akzeptieren, die er hat. Ein Kletterer, der versucht, alle vier Griffe gleichzeitig loszulassen, wird nicht vorankommen.“

Religionsunterricht in einer säkularen pluralen Gesellschaft (1977) Von Lesslie Newbigin Das mir gestellte Thema, mit dem sich dieser Aufsatz auseinandersetzt, … Mehr

Ansprache der Generalsuperintendenten der altpreußischen Provinzen an die evangelischen Gemeindeglieder vom Juni 1919: „Jeder Gedanke an die Auslieferung unseres Kaisers, der fast dreißig Jahre seinem Volke den Frieden erhalten hat, nebst seinen Feldherren und Staatsmännern, die ihn nach bestem Wissen beraten haben, ist eine Qual, die kein deutsches Herz ertragen kann; wir empfinden sie als tiefe Schmach, die uns mit Treubruch und Ehrlosigkeit belasten will. Das Verlangen, uns als die einzig Schuldigen am Kriege zu bekennen, legt uns eine Lüge in den Mund, die schamlos unser Gewissen verletzt. Als evangelische Christen erheben wir vor Gott und Menschen feierlich heiligen Protest gegen den Versuch, unserer Nation dieses Brandmal aufzudrücken.“

Ansprache der Generalsuperintendenten der altpreußischen Provinzen an die evangelischen Gemeindeglieder Berlin, Ende Juni 1919 In der Stunde tiefster Demütigung unseres … Mehr

Horst Ehmke, Der erste Bürger unseres Staates. Nachruf auf Gustav Heinemann (1976): „Die Freiheit des Bürgers, erst recht die Freiheit eines Christenmenschen von Angst war eines seiner Zentralthemen. Angst macht unfrei, macht blind, ist ausbeutbar, macht Mitläufer für Pseudo-‚Realpolitik‘. Diese Freiheit eines Christenmenschen hat Gustav Heinemann in der deutschen Politik personifiziert, gerade in ihrer Bedeutung für einen wachen, von keinen Tabus, Ideologien und Ängsten vernebelten Bürgersinn. Er war ein fröhlicher Christ, auch wenn er ein sehr spröder Mann sein konnte. Die schönen Künste waren ihm, bei allem Interesse, innerlich fremd, und an der Literatur interessierten ihn die Autoren offensichtlich mehr als deren Bücher. Im Grund war Heinemann davon überzeugt, dass man, wenn man nur das Buch der Bücher oft und gründlich genug studiere, sich die Lektüre der Sekundärliteratur weitgehend sparen könne.“

Der erste Bürger unseres Staates. Nachruf auf Gustav Heinemann Von Horst Ehmke Er war ein Bürger und kein Freund des … Mehr

Wenn der Glaube ausgesiebt wird …: „Hierzu ist es gut, sich selbst und auch anderen eigene Glaubenszweifel einzugestehen. Je mehr der Glaube für unser Leben fassen und tragen soll, desto eher wird er auch angezweifelt. Zweifel zeigen, dass es mir mit dem Glauben ernst ist und ich nicht einfach der Vernunft das letzte Wort geben möchte. Werden Zweifel nicht zur Sprache gebracht, legen sie sich als lautlose Hülle auf die Seele und drohen, den Glauben zu ersticken.“

Wenn der Glaube ausgesiebt wird … Im Garten wird immer mal wieder ausgesiebt. Schüttet man den Erdaushub durch ein feinmaschiges … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Der Antichrist (De Antichrist, 1934): „Der Antichrist ist ein ‚Anti‘, eine Gegenfigur, aber er ist auch ein Christus, ein Messias, ein Heiland, ein Erlöser. Er ist der Gegenkandidat für denselben Sitz, er gibt ähnliche Versprechen und legt ähnliche Glaubensbekenntnisse vor. Er gründet auch ein Reich, in dem er allein weiß und handelt und ist, sodass es keine höhere Instanz gibt, so wie es auch bei Jesus Christus keine höhere Instanz gibt. Wie Jesus sagte: ‚Ich und der Vater sind eins‘, so sagt der Antichrist: ‚Ich und die Natur sind eins‘, ‚ich und die Notwendigkeit‘.“

Der Antichrist (De Antichrist, 1934) Von Kornelis Heiko Miskotte „Kindlein, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, … Mehr

JD Vance’s Christus-widrige Rede über eine ‚christliche‘ Vision der US-Politik beim AmFest 2025: „Wir hungern nach Zugehörigkeit. Wir hungern nach einem Gefühl für unseren Platz in der Welt. Mehr denn je, soweit ich mich erinnern kann, sprechen die Leute über die amerikanische Identität und versuchen herauszufinden, was uns eint. Aber ich möchte hier etwas sagen. Das Einzige, was wirklich als Anker der Vereinigten Staaten von Amerika gedient hat, ist, dass wir eine christliche Nation waren und durch die Gnade Gottes eine christliche Nation immer bleiben sein. Ich sage nicht, dass ihr Christ sein müsst, um Amerikaner zu sein. Ich sage etwas Einfacheres und Wahreres. Das Christentum ist Amerikas Credo, die gemeinsame moralische Sprache von der Revolution bis zum Bürgerkrieg und darüber hinaus. […] Ich verspreche euch geschlossene Grenzen und sichere Gemeinden. Ich verspreche euch gute Arbeitsplätze und ein würdevolles Leben. Nur Gott kann euch die Erlösung im Himmel versprechen, aber gemeinsam können wir das Versprechen der größten Nation in der Geschichte der Erde erfüllen. Frohe Weihnachten, meine Freunde, lasst uns weiterkämpfen.“

Rede über ein ‚christliche‘ Vision der US-Politik Von US-Vizepräsident JD Vance Wow. Wie läuft’s, Phoenix? Es ist so schön, heute … Mehr

The Gospel According to JD Vance – Die Taufe Amerikas: „Und als die Vereinigten Staaten aus den Wassern emporstiegen, öffnete sich der Himmel über ihnen. Der Geist Gottes kam herab wie ein Adler und ließ sich auf ihnen nieder. Und eine Stimme sprach vom Himmel: »Dies ist mein geliebtes Land, mein auserwähltes Volk unter den Völkern. Ihm habe ich meine besondere Gunst geschenkt. Es soll den Nationen vorangehen und ihnen den rechten Weg weisen. Seine Geschichte ist meine Geschichte, seine Berufung ist meine Verherrlichung.«“

The Gospel According to JD Vance – Die Taufe Amerikas[1] Da kam die Vereinigten Staaten an den Jordan, zu JD … Mehr