Regierungserklärung zur Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Dr. Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen (1977) Von Helmut Schmidt, Bundeskanzler Herr Präsident! Meine Damen und … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Johannes Hamel, Predigt über Offenbarung 13 (1958): „Jetzt kommt es heraus: Das Tier oder Jesus von Nazareth, ‚Ich oder Er, der Verfluchte und Gekreuzigte, Ohnmächtige und Machtlose, der all das nicht fertigbringt und bringen will! Er hat alles beim Alten gelassen, aber siehe, Ich mache alles neu!‘ Und die Heiligen werden in diesem Krieg überwunden und müssen zu Boden! Nun muss die Kirche ins Grab mit all ihren Domen und ihren Kirchensteuern, Staatszuschüssen, ihrer Arbeit der Inneren und Äußeren Mission. Es wird vorbei sein mit ihren Privilegien und Sonderrechten, ja sie wird überhaupt keinen Rechtsboden mehr unter den Füßen haben, sie wird ausgetilgt, so wie einst die Evangelische Kirche in Frankreich unter Ludwig XIV. liquidiert wurde.“
Predigt über Offenbarung 13 (1958) Von Johannes Hamel Und ich. sah ein Tier aus dem Meer steigen das hatte zehn … Mehr
Karl Barth, „Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen Evangelischen Kirche (April 1939): „Die rechte Unterscheidung und Beziehung zwischen Politik und Weltanschauung auf der einen und dem christlichen Glauben auf der anderen Seite dienen dem Lebendigwerden des wahren Verständnisses des christlichen Glaubens, indem sie das Zeugnis bestätigen, dass nicht der Kirche, aber dem Herrn Jesus Christus nicht nur einige sondern alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden: auch über Politik und Weltanschauung.“
„Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen … Mehr
Johannes Hamel, Erwägungen zur urchristlichen Parainese über das politische Verhalten der Christen (1959): „Unser Gehorsam hat sich in einer Welt zu bewähren, in der der Teufel wie ein brüllender Löwe umhergeht und sucht, wen er verschlinge. Die gehorsame Gemeinde kommt jeweils gerade darum herum, irgendwelchen westlichen oder östlichen Abgöttern zu verfallen. Sünde ist auch in politicis öffentlich zu behaften, das ist so nach lutherischer wie nach reformierter Lehre. Die Christenheit, die sich willig unterordnet, wird dieses Namhaftmachen begangener Sünde zögernd, besonnen, bescheiden und leidensbereit tun, aber dieses Tun ist Moment ihrer Unterordnung und kommt nicht als etwas anderes zu der Unterordnung nachträglich hinzu. Sie wird zweifellos damit in Widerspruch zu den Bildern geraten, die alle Zeit eine Staatsleitung von ihrem Wollen, ihren Taten und ihren Erfolgen entwirft und uns glauben machen will.“
Sie wird auch dann mit diesem Bild in Widerspruch geraten, wenn es nur das Bild der sog. öffentlichen Meinung sein … Mehr
Rudolf Mau, Kirche als Raum der Befreiung zum eigenen Wort. Stationen des Weges zur Friedlichen Revolution (2009): „Die SED registrierte als positiv, dass der Kirchenbund von der Realität des »Sozialismus in der DDR« ausging, fand aber durch den eigenständigen kirchlichen Umgang mit dem Sozialismus-Begriff ihre Deutungshoheit in Frage gestellt. Zudem drohte ihr von der Neuen Ostpolitik der Bundesregierung, die auf menschliche Erleichterungen zielte und einen »Wandel durch Annäherung« erstrebte, der Verlust des bislang so klaren »Feindbildes« (»ideologische Diversion«). Ohnehin blieb der 1968 unterdrückte Prager »Sozialismus mit einem menschlichen Gesicht« unvergessen. Das zeigte 1972 die schroffe Reaktion auf das Synodalreferat von Heino Falcke »Christus befreit – darum Kirche für andere«.“
Kirche als Raum der Befreiung zum eigenen Wort. Stationen des Weges zur Friedlichen Revolution Von Rudolf Mau 1. Aufbruch am … Mehr
Hans Joachim Iwands Entwurf eines Friedenswortes für die Synode der EKD in Berlin-Weißensee 1950: „Wir bitten Gott, dass der letzte dieser Kriege die Wendung der Menschheit zum Frieden einleitete und dass, was jener zerstörte an Leib und Seele, eine neue und junge Generation aufbauen könne, zur Ehre Gottes und in der Kraft unseres Erlösers, Jesus Christus. Wir kommen von Ostern her und gehen Pfingsten entgegen. Hinter uns steht die Tat der Versöhnung der Welt mit Gott und der Sieg des gekreuzigten Jesus von Nazareth über den Tod. Wir sind eingeschlossen in seinem Triumph. Vor uns steht die Verheißung des Pfingstgeistes, der den Geist von Babel mit seiner Sprachenverwirrung aufzuheben vermag. Wir wissen, dass wir nichts anderes sein können als Gottes Zeugen in der Welt und vor der Welt.“
Entwurf eines Friedenswortes für die Synode der EKD in Berlin-Weißensee 1950 Von Hans Joachim Iwand Auf der Bruderratssitzung vom 9./10. … Mehr
Heino Falcke, Christus befreit – darum Kirche für andere (1972): „Christus bringt nicht eine religiöse Sonderfreiheit oder Seelenfreiheit. Er fasst die Knechtschaft des Menschen an der verborgenen Wurzel, denn er hat sie bis ins tiefste durchlitten. Er wurde nicht nur Bruder der Ausgestoßenen und Armen, Opfer politischer, religiöser, gesellschaftlicher Unterdrückung. Er hing für uns am Kreuz in der tiefsten Knechtschaft der Schuld und des Todes. Aus dieser Knechtschaft, die kein Mensch wenden kann, ist Gott für uns und mit uns aufgebrochen, als er den Gekreuzigten auferweckte. Dieser Auszug führt zum Reich der Freiheit, das mit den Mächten der Sünde und des Todes alle Knechtschaft der Welt zerbrechen will. Noch sind wir auf dem Weg, noch trägt die Freiheit Christi Kreuzesgestalt, aber aus der Kraft einer großen Hoffnung. Sie greift über alle menschlichen Freiheitsbewegungen hinaus, aber gerade so greift sie in sie ein, richtet Zeichen der Befreiung auf und gibt eine Zuversicht, die nicht resignieren muss.“
Christus befreit – darum Kirche für andere (1972) Von Heino Falcke Heino Falckes Hauptreferat bei der BEK-Synode vom 30. Juni … Mehr
Lothar Kreyssigs Gespräche im Reichsjustizministerium im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 im Jahr 1940: „Ich brachte dann die Sprache darauf, inwieweit eine solche Anordnung Recht schaffe oder Recht außer Kraft setze. Um meinem Entsetzen über die Auffassung, der ich begegnete, Ausdruck zu geben, wählte ich ein krasses Beispiel: wenn § 1 des bürgerlichen Gesetzbuches die Rechtsfähigkeit des Menschen feststellt, indem der Beginn beschrieben wird, so könnte der gegenwärtige Staat in seiner weltanschaulichen Ausrichtung darauf verfallen, auszusprechen, dass Juden nicht rechtsfähig seien. Dann wären sie Objekt der Rechtsordnung wie einstmals die Sklaven, wäre das rechtsverbindlich? Hier griff von Dohnanyi in das Gespräch ein und erklärte dies in verweisendem Ton als ein undiskutables Beispiel. Das nötigte mich zu der unverhohlenen Erklärung, dass ich die mir vorgelegte Weisung Hitlers, ihre Echtheit unterstellt, nicht als rechtsverbindlich ansehen könne. Der Minister erwiderte, wenn ich nicht anerkennen könne, daß der erklärte Wille des Führers Recht schaffe, so könne er mir in dieser Sache nichts weiteres erklären.“
Bericht über Begegnungen im Reichsjustizministerium im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 im Jahr 1940 Von Lothar Kreyssig Lothar Kreyssig … Mehr
Lothar Kreyssigs Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner wider die nationalsozialistische ‚Euthanasie‘-Aktion T4 (1940): „Die Frage nach dem Sinn solchen Lebens rührt an die tiefsten Daseinsfragen überhaupt. Sie führt unmittelbar auf die Frage nach Gott. So ist auch meine Stellung zu ihr und – denke ich – vieler anderer Deutscher und deutscher Richter durch meinen christlichen Glauben bestimmt. Von dort her ist die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« überhaupt ein schwerer Gewissensanstoß. Leben ist ein Geheimnis Gottes. Sein Sinn ist weder im Blick auf das Einzelwesen noch in dessen Bezogenheit auf die völkische Gemeinschaft zu begreifen. Wahr und weiterhelfend ist nur, was Gott uns darüber sagt. Es ist darum eine ungeheuerliche Empörung und Anmaßung des Menschen, Leben beenden zu dürfen, weil er mit seiner beschränkten Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift. Ebenso wie das Vorhandensein solchen hinfälligen Lebens ist es eine von Gott gegebene Tatsache, dass es allewege genug Menschen gegeben hat, die fähig waren, solches Leben zu lieben und zu betreuen, wie denn rechte Liebe ihre Größe und den Abglanz ihrer göttlichen Herkunft gerade dort hat, wo sie nicht nach Sinn und Wert fragt.“
Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner[1] Brandenburg/Havel, 8. Juli 1940 An … Mehr