Albrecht Grözinger, Was ist eine gute Predigt: „Weil uns eine Predigt an den Reichtum des uns von Gott geschenkten Lebens heranführt, bedarf die Predigt einer besonderen Sprache – und für mich heisst das einer schönen Sprache. Der Schriftsteller Max Frisch hat einmal sehr schön gesagt: ‚Ich probiere Geschichten an wie Kleider.‘ Das geschieht auch in einer guten Predigt mit ihren Sprach-Geschichten. Manchmal sind mir die Kleider noch zu weit, aber ich kann in sie hineinwachsen. Und auch nicht jedes Gewand passt mir. Und von manchem Gewand merke ich, dass es abgetragen ist und ich es ablegen muss. Das erwarte ich von der Sprach-Welt einer guten Predigt, dass sie mir sprachliche Kleider präsentiert, in die ich hinein schlüpfen kann, in denen ich wachsen kann, in denen neue Erfahrungen möglich werden.“

Was ist eine gute Predigt? Von Albrecht Grözinger Was ist für Sie eine gute Predigt? Ich weiss nicht, welche Antwort … Mehr

Walter Brueggemann, Die Schöpfung singt der Dreieinigkeit. Das große Drama des trinitarischen Hymnus ‚Heilig, heilig, heilig‘: „Das Bewusstsein, dass all diese Geschöpfe gemeinsam mit uns im frohen Lob stehen, könnte uns vor der flachen Sichtweise der Moderne bewahren, in der Kreatürlichkeit lediglich als materielles Phänomen erscheint, das uns zur Nutzung, zum Genuss oder zur Ausbeutung gegeben ist. Im Gegenteil – jedes Element ist ein doxologisches Geschöpf, das mit uns singt.“

Die Schöpfung singt der Dreieinigkeit. Das große Drama des trinitarischen Hymnus „Heilig, heilig, heilig“ Von Walter Brueggemann Warum singen wir … Mehr

Martin Luther, Lob der Musik (Encomion musices, 1538): „Wo Fleiß und die künstliche Musik hinzukommen, welche die natürliche Musik korrigiert, veredelt und entfaltet, da erst darf man – wenn auch nicht begreifen – doch mit Staunen die vollkommene und absolute Weisheit Gottes in seinem wunderbaren Werk der Musik schmecken. Denn gerade in dieser Kunst zeigt sich eine besondere Vollkommenheit: Während eine einzelne Stimme ihren eigenen Tenor fortführt, spielen ringsum auf wundersame Weise mehrere Stimmen, jubeln, schmücken den Gesang mit den fröhlichsten Verzierungen und scheinen gleichsam einen göttlichen Reigen um sie zu führen. Dies erscheint jenen, die nur ein wenig dafür empfänglich sind, als das wunderbarste Phänomen in dieser Welt.“

Lob der Musik (Encomion musices, 1538) Von Martin Luther Martin Luther an die Musikliebhaber. Grüße in Christus. Ich wünschte von … Mehr

Martin Luther, Vorrede zu Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts (1526): „Dieje­nigen, die mit Ernst Christen sein wollen und das Evan­gelium mit Hand und Mund bekennen, müssten sich namentlich einschreiben und irgendwo in einem Haus allein sich versammeln zum Gebet, zum Lesen, zum Tau­fen, das Sakrament zu empfangen und andere christliche Werke auszuüben. In dieser Ordnung könnte man die, die sich nicht christlich verhielten, erkennen, tadeln, bes­sern, ausstoßen oder in den Bann tun nach der Regel Christi. Ich kann und mag eine solche Gemeinde oder Versammlung noch nicht ordnen oder einrichten. Denn ich habe noch nicht Leute und Personen dazu. Ich sehe auch nicht viele, die sich danach drängen.“

Vorrede zu: Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts (1526) Von Martin Luther Vor allen Dingen will ich sehr freundlich, auch um … Mehr

Ernest Hello über das Amen (Paroles de Dieu, 1877): „Der Mensch muss sich in einen Triumphruf verwandeln, zu einem lebendigen Amen werden, das von der Erde zum Himmel aufsteigt. Was sollen wir aus unseren Seelen und Leibern machen, wenn nicht Stimmen, die Amen sagen? Was sollen wir aus unseren Worten, Gedanken, Gesten, Blicken machen, wenn nicht triumphierende Amen? Amen sagt: „Ja, Herr!“ zu dem, der die Fülle ist. Außerhalb des Amen droht uns die Leere, zieht uns der Abgrund. Außerhalb des Amen verliert das menschliche Leben, das eine lebendige Bekräftigung der Wahrheit sein soll, seine Bestimmung und seine Daseinsberechtigung.“

Über das Amen (Paroles de Dieu) Von Ernest Hello Ich hätte mit dem Wort „Amen“ beginnen können. Ich hätte mit … Mehr

Ernst Bloch über die Musik als praeludium vitae aeternae (Das Prinzip Hoffnung): „Dieser Engelsgesang wird die Erlösten des Herrn aufnehmen und umgeben, also ist jede irdische Musik, die ihre Inspiration aus diesem Oben nimmt, für Augustin eine offene Himmelstür, eben ein „praeludium vitae aeternae, ut a corporeis ad incorporea transeamus“ (de musica VI, 2). Musik sollte nun erst völlig von den Zusammenhängen der himmlischen und menschlichen Harmonie handeln; vom Paradies herab senkt sie sich zur musica mundana, der kosmischen Harmonie, dann zur musica humana, der Harmonie von Leib und Seele, und kehrt zum Paradies zurück.“

Über die Musik als praeludium vitae aeternae (Das Prinzip Hoffnung) Von Ernst Bloch Prunk, Elysium in Oper und Oratorium Der … Mehr

Robert Louis Wilken, Die Art und Weise, wie die Kirche spricht: „Der Glaube ist in die Sprache eingebettet. Er ist nicht eine Reihe abstrakter Überzeugungen oder Ideen, sondern eine Welt gemeinsamer Assoziationen und Anspielungen mit eigener Schönheit und Klangfülle, innerem Zusammenhalt und Logik, emotionaler und rhetorischer Kraft. Die Art und Weise, wie die Kirche spricht, ist eine Sammlung von Worten und Bildern, die das Denken und Handeln derer geprägt haben, die Christus gekannt haben.“

Die Art und Weise, wie die Kirche spricht (The Church’s Way of Speaking) Von Robert Louis Wilken I. Als der … Mehr