Johannes Evangelista Goßner, An die Sänger dieser Lieder (Sammlung auserlesener Lieder von der erlösenden Liebe, 1822): „Da aber Gott ein Geist ist und alle, die ihn anbeten, ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten müssen, so soll unser Gesang kein bloßes Lippenwerk, sondern ein geistiges, herzerhebendes, lebendiges Hinnahen zu Gott und Christus sein, wobei der Geist mehr als die Kehle, das Herz mehr als die Stimme zu tun hat. Darum sagt Paulus: ‚Singet dem Herrn in euren Herzen.‘ Erhebet vielmehr das Herz als die Stimme. Der Herr sieht das Herz an und hört die Stimme doch, wenn sie auch nicht so laut tönt. Ferne sei von euch bei dem heiligen Gesange das Geschrei, ferne jene eitle Eitelkeit der Kunstsänger auf der Schaubühne, die sich hören lassen, ihre Stimme und Kunst bewundern – und bezahlen lassen. O Lieber! Nicht dich, nicht dich – die Wahrheit, das Wort, das du besingst, sollst zuerst du selbst hören und fühlen, und über diesem Gefühl dich und deine Stimme vergessen. Und dann sollen auch andere vielmehr deine Andacht und den Eindruck von der besungenen Wahrheit dir abfühlen, als von deiner Stimme unterhalten werden.“

An die Sänger dieser Lieder. Vorrede zur zweiten Auflage der Sammlung auserlesener Lieder von der erlösenden Liebe Von Johannes Evangelista … Mehr

Jürgen Henkys, Singender und gesungener Glaube: „Das Kirchenlied ist ein Glaubenslied: ‚O du meine Seele, / singe fröhlich, singe, / singe deine Glaubenslieder‘. Glaube ist dabei zu verstehen als Inhalt (fides quae canitur) und als Antrieb (fides qua canitur). Singen, ‚was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat‘, heißt ein Lied-Credo vernehmen lassen. Der Glaube als Inhalt kann aber singend nicht recht geltend gemacht werden ohne den Glau­ben des Herzens und dessen Gebärde: ‚O gläubig Herz, gebenedei / und gib Lob deinem Herren‘.“

Singender und gesungener Glaube. Das Kirchenlied im christlichen Leben[1] Von Jürgen Henkys In der Themaformulierung wird das Kirchenlied auf den … Mehr

Philipp Melanchthon, Vorrede zu Johann Reusch, Zehen deudscher Psalm Davids (1551): „Gott hat die angst dazu geordnet / das sie das böse in uns straffen sol. Freude sol leben sein / Und gut gewissen bringet freude. Weiter hat auch Gott zur freude und zur klag wunderbarliche unterscheid im Gesang geordnet / die öffentlich Gottes ordnung sind / und viel heimligkeiten in sich haben. Nu fülen alle Menschen / die nicht wansinnig sind / das recht gesang dem hertzen freud und andere sehnliche bewegungen bringet / dazu es auch Gott geordnet.“

Vorrede zu Johann Reusch, Zehen deudscher Psalm Davids (1551) Von Philipp Melanchthon Wiewol viel Menschen in solcher blindheit sind und … Mehr