24. März 2026 Nachruf auf Prof. Dr. Hans Günter Ulrich Der Fachbereich Theologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg trauert um Prof. … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Hans G. Ulrich, Mensch werden als Gottes Subjekt: „‚Lasst Euch Eure Lebensform verändern durch die Erneuerung Eurer Wahrnehmung, damit Ihr erproben könnt, was Gott für Euch will, das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene‘“ (Römer 12,2). Die Erneuerung der Wahrnehmung in diesem Sinn ist der Angelpunkt reformatorischer Erfahrung. Hier ist die Grammatik der biblischen Rede vom Mensch-werden enthalten. Nicht die Frage, was der Mensch ‚ist‘ oder ’sein‘ kann, sondern, wie er in Gottes Wirken erscheint, wird hier artikuliert. Der Mensch erscheint als der, der Gottes Wirken ‚unterworfen‘ ist. Das ist sein Subjektsein und Subjekt-Werden. Diesem Subjekt-Werden gilt die Befreiung des Menschen. Die biblische Grammatik, die hier zur Geltung kommt, sieht das Handeln und Werden des Menschen und das Handeln Gottes zusammen, und so auch die ‚vita activa‘ und die ‚vita passiva‘.“
Mensch werden als Gottes Subjekt Von Hans G. Ulrich 1. Eine andere Reformation – auf dem Weg der Reformation Ein … Mehr
Karl Barth über Niklaus von Flüe als Heiliger (1944): „Das Spiel des in Rom vollzogenen Heiligsprechungsprozesses ist ein übles Spiel mit dem Gedanken, dass dem Menschen über die Heiligkeit der heiligen Taufe hinaus nun doch noch etwas Höheres und Besseres zugesprochen werden könnte. Dieses Höhere kann nur ein Geringeres, dieses Bessere kann nur ein Schlechteres sein. Darum können wir an diesem Spiel nicht teilnehmen.“
Ein Heiliger. Über Niklaus von Flüe Von Karl Barth Unsere katholischen Mitschweizer und die übrige katholische Welt sehen einer Handlung … Mehr
Kornelis Heiko Miskotte, Vorzeichen der Freude (Wenn die Götter schweigen): „Es sind die Propheten, die, mehr als die Weisen, mittragen an dem Leid der seufzenden Kreatur. Sie sind es, die von der Zukunft wissen, welche, obwohl sie sich in ihren Vorzeichen im Heute präsent setzt, dennoch das Heute unendlich überbietet. Wenn die Prophetie davon spricht, wird ihre Sprache fremdartig wie ein spielerisches Moment in allem Ernst, einsam wie ein Tun, das sich durch keine Erfahrung, auch keine Glaubenserfahrung, rechtfertigen läßt, dann wird auch sie – Kunst.“
Vorzeichen der Freude Von Kornelis Heiko Miskotte „… Und siehe, es war sehr gut“. Das kann niemand nachsprechen. Die Mächte … Mehr
Johannes Rehm, Gedenken an Karl Steinbauer (1906–1988). Der Widerstand eines bayerischen Pfarrers gegen den Nationalsozialismus: „Steinbauer erinnert daran, dass der Landesbischof einmal gesagt habe ‚den richtigen Weg wissen wir auch, aber der ist nicht gangbar‘ –. Herr Landesbischof, solches Reden ist mir absolut unbegreiflich und tut mir geradezu körperlich weh, weil es an meine Existenz greift. Wenn ich in concreto und in actu geradezu absehen muss vom Auferstandenen und Theologie unverbindliches, theoretisches, spiritualistisches Spekulieren und Philosophieren wird, dann fahre ich lieber wieder Mist wie mein Großvater und baue Korn und Kartoffeln an, denn ich weiß mir nichts Unproduktiveres und geradezu Widerlicheres als Spekulieren. […] Es geht mir um den Glaubensgehorsam gegen den erhöhten Herrn und um Seine Ehre, der wahrhaftig! auferstanden ist und lebt und regiert und von uns nicht pensioniert und nicht zu einem dogmatischen Numinosum gemacht werden will in unseren praktischen Entscheidungen.“
Gedenken an Karl Steinbauer. Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der evangelischen Kirche am Beispiel des Pfarrers Karl Steinbauer (1906–1988) Von … Mehr
Johannes Rehm, Gemeinsam die Schrift ‚abhorchen‘. Karl Steinbauer als Gemeindepfarrer: „‚Unsere Glocken rufen zum Wort der Wahrheit und zum Gebet. Ich würde mich schämen, wieder auf die Kanzel zu gehen, wenn ich wissentlich solchen Betrug mit Glockenläuten gedeckt hätte.‘ Im Hinblick auf das angeordnete Glockengeläut ermahnte Landesbischof Meiser Karl Steinbauer: ‚Die Kirchenleitung allein trägt die Verantwortung und nicht Sie. Wir müssen darauf bestehen, dass Sie sich in Zukunft entsprechend verhalten und meinen Weisungen gehorchen.‘ Daraufhin antwortete Steinbauer unter Berufung auf sein evangelisch-lutherisches Ordinationsverständnis mit dem bis heute in der bayerischen Landeskirche zum geflügelten Wort gewordenen Diktum: ‚Bischof der evangelischen Gemeinde in Penzberg bin ich und nicht Sie. Dazu bin ich installiert.’“
Gemeinsam die Schrift „abhorchen“. Karl Steinbauer als Gemeindepfarrer Von Johannes Rehm Der Pfarrer Karl Steinbauer und seine bayerische Landeskirche hatten … Mehr
Augustinus über die wahre Gerechtigkeit in De civitate Dei (Vom Gottesstaat): „Wahre Gerechtigkeit gibt es nur in dem Gemeinwesen, dessen Gründer und Herrscher Christus ist, wenn man es denn schon ein Gemeinwesen nennen will, da es ja unfraglich Volkssache ist. Wenn aber auch diese Bezeichnung, die man anderswo in anderem Sinne gebraucht, unserm Sprachgebrauch vielleicht ferner liegt, so steht doch soviel fest: In dem Staate herrscht sicherlich wahre Gerechtigkeit, von dem die Heilige Schrift spricht: «Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes.»“
Augustinus über die wahre Gerechtigkeit „Wahre Gerechtigkeit gibt es nur in dem Gemeinwesen, dessen Gründer und Herrscher Christus ist, wenn … Mehr
Walter Kreck, Gottes Erwählung und unsere Entscheidung (1957): „Weil Gottes Entscheidung für mich gefallen ist, weil das Evangelium mich zum freien Menschen macht, darum ist nun der Aufruf zum Glauben und Gehorsam nicht ein sinnloses Rufen in die Nacht hinaus, sondern er gibt, was er fordert, er schafft, was er verlangt. Weil ich hier nicht nur über Gott und Mensch theoretisch belehrt werde, sondern weil im Evangelium der lebendige Herr selbst mich anredet, mich begnadigt und beschlagnahmt, darum kann ich im Hören auf dies Wort nicht mehr steckenbleiben in der Reflexion über meine Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten, sondern im Glauben nur der sein, zu dem mich das Wort Gottes macht.“
Gottes Erwählung und unsere Entscheidung Von Walter Kreck „DAS GESPRÄCH“Herausgegeben von Kurt Hennig in Verbindung mit Heinrich Giesen, Manfred Müller … Mehr
Hans Joachim Iwand, Die Liebe, die des Gesetzes Erfüllung ist, schafft und erhält das rechte Verhältnis zum Bruder (1950): „Nicht wahr, wenn uns gesagt würde: Das bist du, dann gerade wollen wir es nicht glauben. Wir können alle glauben, dass das Bild, das wir von uns selber haben, wieder besser werden könnte, etwas retuschiert werden könnte, dass einige Flecken wegkommen können, aber wir können nicht glauben, dass, wenn Jesus Christus vor uns hingestellt wird, gesagt wird, das bist du, so bist du.“
Die Liebe, die des Gesetzes Erfüllung ist, schafft und erhält das rechte Verhältnis zum Bruder Von Hans Joachim Iwand Luther … Mehr