Zur Ethik des Ansehens unter der Gottesperspektive: „Erhebt solchermaßen ein Höherran­giger das Angesicht des Niederrangigen, begegnen sie sich auf Augenhöhe. Der Höherrangige selbst wird damit beobachtbar. Sein eigenes Ansehen hängt fortan davon ab, was ihm die Angesichtserhobenen zuerkennen werden. In der Öffentlichkeit seines Ansehens lässt sich das eigene Handeln nicht länger verbergen.“

Zur Ethik des Ansehens unter der Gottesperspektive In der theologischen Ethik wird „Ansehen“ nicht eigens als Terminus bedacht. Dabei kommt … Mehr

Ernst Fuchs, Neues Testament und Wort Gottes (1972): „Gott in seiner Gnade ist die Alternative zum Selbst des Menschen. Gott ist Gott in der Wahrheit des Evangeliums, Gott ist Gott im Bezug zum sich selbst sowohl negativ als auch positiv entzogenen Menschen. Gott in seinem Wort, in Christus, das ist nun der Friede in allem Streit der Existenz (Phil 3,7). Eben dieser Friede war und ist paulinisch gesehen die Übersetzung der Christologie in die Anthropologie, die neue Zwischen­bestimmung mensch­licher Existenz.“

Wie hatte Ingolf Dalferth über Ernst Fuchs geschrieben: „Fuchs’ Texte muss man schwäbisch lesen, sonst erschließen sie sich kaum. […] … Mehr

Upton Sinclair über das Töten von Schweinen im Schlachthaus (Der Dschungel, 1906): „Sollte es wirklich nirgendwo auf der Erde oder über der Erde einen Himmel für Schweine geben, wo sie für all ihre Leiden entschädigt werden? Jedes dieser Schweine stellte doch ein Geschöpf für sich dar; manche waren rosa, andere schwarz oder braun, wieder andere gefleckt; manche waren alt, manche jung, manche waren rank und schlank, manche dick und fett. Und jedes hatte seine Individualität, seinen eigenen Willen, seine Wünsche und Hoffnungen; jedes besaß Selbstgefühl und Würde. Vertrauensvoll und stark im Glauben war es seinen Geschäften nachgegangen, während die ganze Zeit ein schwarzer Schatten über ihm schwebte und ein schreckliches Verhängnis seiner harrte. Und jetzt schlug dieses Schicksal plötzlich zu, kam wie ein Raubvogel herabgestürzt und packte es am Bein.“

Über die Zustände der Chigagoer Schlachthöfe zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Upton Sinclair 1905/06 seinen Roman Der Dschungel (The … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Lukas 6,36-42 (1939): „Meine Brüder und Schwestern, wir stehen hier vor der Grenze der menschlichen Moral. Jeder, der etwas erfahren hat vom menschlichen Leben, wird es wissen: wir können nirgends richten, ohne dass wir uns darin verurteilen. Wo wir auch immer glauben, mit unserer Moral, mit unserem Wissen von Gut und Böse die Menschen richten zu können, da richten wir uns selbst, ganz gleich was es sei. Wenn die Kirche heute die da draußen rich­tet, richtet sie sich selbst, und wenn die draußen heute die Kirche richten, richten sie sich alle selbst. Wenn sich heute die Leute hinstellen und die Moral predigen — es pfeifen uns ja die Spatzen von allen Dächern, es ist so, als ob wir alle das Lied singen könnten: Was richtest du einen anderen und dich selber nicht? Die ewigen Gesetze Gottes er­füllen sich hier über Men­schen, die da glauben, andere richten, an­dere verdammen, andere verurteilen zu können; und es weiß doch die ganze Welt, dass wir selber genauso sind wie die, die wir rich­ten. Das sagt Jesus. Es ist so, als ob er ein großes Halt hineinruft in dieses grausame menschliche Gericht, das wir vollziehen, ein: Haltet an, ihr wißt ja nicht, was ihr tut. Ihr baut die Mauer des Ge­fängnisses, in das ihr selbst einmal eingeschlossen werdet, in die­sen Maßstab der Unbarmher­zigkeit des Gerichts, da werdet ihr selbst eingeschlossen sein in Ewigkeit. Ihr baut heute schon mit eurer Hartherzigkeit die Mauern des ewigen Gefängnisses!“

Predigt über Lukas 6,36-42 Von Hans Joachim Iwand Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Rich­tet nicht, so … Mehr