Max Horkheimer über das Vorurteil: „Der Trieb zur Selbsterhaltung ist nur eine der Ursachen von Vorurteilen. Eigenliebe, Bedürf­nis nach Prestige sind in der Gesellschaft mit ihm aufs engste verknüpft. Jeder muß nicht bloß so handeln, sondern so auftreten und sprechen, daß die Menschen ihm glauben und ihren Vor­teil in ihm sehen. Er bedarf der positiven Vorurteile über sich selbst. Sie zu korrigieren, fällt schwerer als wenn es nicht um Stolz und Selbstbewußtsein, sondern unmittelbar um Selbst­erhaltung geht.“

Über das Vorurteil (1961) Von Max Horkheimer Seit dem Ende des Krieges war in Deutschland viel vom Vorurteil die Rede. … Mehr

Abraham Joshua Heschel, Gott sucht den Menschen (God in Search of Man): „Die Bibel spricht in jeder Sprache und zu jedem Lebensalter. Sie be­fruchtet alle Künste, ohne mit ihnen zu konkurrieren. Wir alle leben von ihr, und sie bleibt unangetastet, unerschöpflich und ganz. In 3000 Jahren ist sie nicht um einen Tag gealtert. Sie ist ein unsterbliches Buch. Sie kann nicht der Vergessenheit anheimfal­len. Ihre Kraft wird nicht geringer.“

In seinem Buch Gott sucht den Menschen (God in Search of Man. A Philosophy of Judaism. Farrar, Straus & Giroux, … Mehr

Das große Ja. Adventsansprache von Karl Barth zu 2. Korinter 1,19-20 aus dem Jahr 1959: „Das große Ja ist ein Ja — darum! Ja, du Welt, ja, du Mensch — so lautet es —, darum bist du trotzdem meine liebe Welt, mein lieber Mensch, darum bin ich trotz Allem mit dir einverstan­den, bist du mir trotz Allem recht: Weil ich zuallererst und zuallerletzt Erbarmen mit dir habe. Und ich erbarme mich deiner darum, weil ich dir treu bin und bleibe.“

Das große Ja Von Karl Barth Ja heißt bekanntlich: Einverstanden! Recht so! Ich hatte einen kleinen Großsohn — er ist … Mehr

Karl Barths „Frohe Botschaft“ zu Weihnachten 1946: „Am schwierigsten sind wohl die Tiefsinnigen dran, die irgendeine Idee von Erziehung und Weltverbesserung im Kopf haben und der Meinung sind, die beste und einzig richtige Weihnachtsfeier für jedermann würde darin bestehen, dass er sich diese seine Idee auch durch den Kopf gehen lasse.“

Frohe Botschaft zu Weihnachten 1946 Von Karl Barth Ich stelle mir die Menschen vor, die diese Weihnachtsnummer der «Schweizer Illustrierten … Mehr

„Euch ist heute der Heiland geboren“ – Karl Barths Predigt über Lukas 2, 10-11 (Weihnachten 1954, Strafanstalt Basel): „Und nun heißt es: Euch heute der Heiland! Das ist der Kern der Weihnachtsgeschichte: Euch ist heute der Heiland geboren! Dazu müsste man Vieles sagen, ich will jetzt aber nur etwas herausgreifen: Wovon redet dieser Name: Heiland? — Der Heiland, das ist der, der uns Heil bringt und also das, was uns hilft und heilsam ist. Er ist der Helfer, der Befreier, der Erretter, wie kein Mensch, sondern wie nur Gott es für uns sein kann und ist: der Befreier, der Helfer, der Erret­ter aus aller Not, in der wir verloren wären ohne ihn. Nun aber sind wir nicht verloren, denn Er ist da als der Heiland.“

Von 1954 an hatte Karl Barth hin und wieder in der Strafanstalt Basel gepredigt. Hier seine erste Weihnachtspredigt über Lukas … Mehr

Reinhold Schneider, Rundfunkansprache „Begnadete Nacht“ vom 25. Dezember 1952: „Hier geht es einfach um Glauben, eine ringende, fast zerbrechende Kraft, die viel­leicht gerade stirbt in der Heiligen Nacht, weil sie von ihr über­fordert wird. Was ist damit gewonnen, dass wir die Frie­densbotschaft der Engel wiederholen! Was sind uns denn Engel! Wirklich schreckliche Boten, in Wahrheit Wirkkräfte, die, in erha­bener Stufenordnung, die Gestirne leiten, die Mächte des Weltalls regieren, auf Gottes Wort warten, ihn preisen, ihn anschaun? Ringender Glaube hat keinen Frieden in der Heiligen Nacht. Er kann sich ja nicht in einem Gespinst von Licht und Wärme verfangen lassen; er kann sich nicht einen Augenblick täuschen lassen über den Grund, auf dem er steht, nicht darüber, dass der Reiter, der über den Bodensee ritt, sein Symbol ist und bleibt; dass er gerade dann zusam­menbrechen kann, wenn er die Lichter der Gottesstadt er­blickt, nachdem das Herz so lange aushielt in der Eiseswüste der Zeit. Friede auf Erden: gewiss. Wer wünscht ihn nicht? Aber was soll er denn sein, wenn es nicht ein mit äußerster Kraft errungener Friede ist: Friede in uns, der immer wieder erzittert; Friede, den wir in die Welt tragen sollen und noch nicht einmal sicher in uns haben; Friede, von dem wir geste­hen müssen, dass er die zweifelhafteste aller Hoffnungen ist, eine Gabe, die uns in den Händen zerbricht, wenn wir sie weiter­reichen wollen, ein Glas, das zerspringt, sobald wir es an die Lippen führen.“

Begnadete Nacht Von Reinhold Schneider Der Stern, der die Weisen führte und über Bethlehem stehen blieb, ist der Gruß des … Mehr

Maimonides über die gottesfürchtige Gottesrede als Anweisung für die Theologie: „Wenn der Mensch allein zuhause ist, sitzt er nicht so und bewegt und beschäftigt er sich nicht so, wie er säße und sich bewegte und beschäftigte, wenn er sich vor einem mächtigen König befände. Er wird auch, wenn er am Sitze des Königs redet, nicht so reden und nach Belieben viele Worte machen wie vor seinen Hausgenossen und Verwandten.“

Maimonides über die gottesfürchtige Gottesrede In Sachen Gottesfurcht bzw. Gottesrede gelten gerade für Theologen mit ihrem begrifflichen Denken die Worte … Mehr

Reinhold Schneiders Erinnerung an Jochen Klepper: „Zu meinem Erstaunen entdeckte er in meinen Büchern strenge Katholizität, die ich gar nicht gewollt hatte. An der Wiedererrichtung des Kreuzes in meinem Leben hat er großen Anteil. Mehr kann Freundschaft nicht sein. So waren die Kräfte, von denen wir lebten, die uns leiteten, sehr verschieden; der Anstoß war derselbe: die Zeit, die über allen un­seren Stunden unbeweglich dunkelte. Immer deutlicher legte sie ihm einen ehernen Verzicht auf, wenn er das Letzte: das Haus, die Frau, die Kinder, die Reinheit seines Strebens behaupten wollte.“

Jochen Klepper (1954) Von Reinhold Schneider Allwöchentlich fuhr ich von Potsdam nach Berlin, um in irgend­einer Redaktion einen Aufsatz oder … Mehr

Heinrich Vogel, Weihnachtspredigt über Titus 3,4-7 (1950): „Es tut uns nichts so not, wie dieser Sonnenaufgang der Menschenfreundlichkeit Gottes, in dem er, er und nicht wir selbst, es bei uns Weihnachten werden lässt durch seinen Heiligen Geist. Dazu sind wir hier beieinan­der. Wir dürfen den Strahlen des Weihnachtsevangeliums von der Menschen­freundlichkeit Gottes nur stille halten, auf dass diese Menschenfreundlichkeit durch uns hin­durchstrahle und es einer dem anderen abmerke, dass wir miteinander von der Freund­lichkeit unseres Gottes leben.“

Predigt über Titus 3,4-7 (gehalten am 25. Dezember 1950) Von Heinrich Vogel »Da aber«, – was geschah denn da? Offenbar … Mehr