Karl Steinbauers Schrift „Ich glaube, darum rede ich“ vom März 1939 aus dem Amtsgerichtsgefängnis in Neu-Ulm: „Das Herzensbekenntnis ist nur echt, wenn es Mundbekenntnis wird. Das Mundbekenntnis ist nur echt, wenn es Herzensbekenntnis ist. Das Mundbekenntnis ist nicht leicht auf seine Echt­heit zu prüfen – in geruhsamen Zeiten. Solange das Bekenntnis etwas einbringt, und wenn es nur der Schein der Heiligkeit ist, wird der und jener es reichlich pflegen. Wenn das Mundbe­kenntnis aber dann verstummt, wenn es nichts einbringt, wenn es vielleicht sogar Kreuz bringt, dann ist es in seiner Hohlheit entlarvt. Gott be­wahre uns davor, dass wir uns auf ein unwahrhaftiges, faules, stummes sogenanntes Herzens­bekenntnis zurückziehen und daran sterben.“

Nachdem Pfarrer Karl Steinbauer am 15. Januar 1939 nach einem nächtlichen SA-Überfall auf das Pfarrhaus in Senden-Ay im Amtsgerichtsgefängnis Neu-Ulm … Mehr

Karl Steinbauers zweiter Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939: „Jeder nun, der mit steigender Besorgnis diese antichristlichen Machenschaften verfolgt, und um seines an das Wort Gottes gebundenen Gewissens willen, dazu nicht zu schweigen wagt, wird mit Namen wie ‚unverbesserlicher, gehässiger Gegner des heutigen Staates und der Partei‘ tituliert. Es ist ja durch­aus verständlich, dass dieser systematische, antichristliche Feldzug möglichst in Verne­belung vorgetragen werden soll, und dass es deshalb unangenehm und peinlich ist, wenn da und dort einer den Nebel etwas zerreißt, aber die bösen Tatsachen werden durch noch so große Verleumdung dieser Zeugen für die Wahrheit und die Freiheit des Evangeliums nicht aus der Welt geschafft, auch nicht durch Schutzhaft, wie in meinem Falle oder gar durch Verdingung ins Konzentra­tionslager.“

Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939 Von Karl Steinbauer Nachdem das Bezirksamt Neu-Ulm Karl Steinbauers Zulassung zum Religionsunterricht widerrufen … Mehr

Karl Steinbauers Brief an das Bezirksamt in Neu-Ulm vom Dezember 1938 in Sachen Verweigerung des Ariernachweises als Religionslehrer: „Nach dem Rassegesetz müsste der Herr Christus und seine Apostel vor den Schultüren ste­hen bleiben, wie auch meine Brüder nichtarischer Abstammung davor stehen bleiben müs­sen; ich will lieber mit meinem Herrn und seinen Aposteln und meinen Brüdern in Christo vor den Schultüren stehen, als ohne sie drinnen.“

Brief an das Bezirksamt in Neu-Ulm vom Dezember 1938 Von Karl Steinbauer Als Karl Steinbauer aufgefordert wurde, für seine Tätigkeit … Mehr

Bischof Meisers Antwortschreiben an Karl Steinbauer in Sachen Treueeid auf Hitler von 1938: „Nun wird es in Bezug auf die Entscheidung wichtiger Fragen immer sach­liche Unterschiede geben und keine Kirchenlei­tung, wenigstens keine evangelische, wird für sich Infallibilität in Anspruch nehmen. Aber sie darf für sich bean­spruchen, dass ihr nicht ohne weiteres Mangel an Glaubenszuversicht oder Abweichen vom Bekenntnis vorgeworfen wer­den kann, wenn sie in ihren sachlichen Entscheidungen von dem Urteil Einzelner oder eines Teiles der Pfarrer abweicht.“

Der Landesbischofder Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern r.d.Rhs * München, Arcisstraße 13, Fernruf 52002 Nr. LB 810.                                                                           München, den 28. Juli … Mehr

Karl Steinbauers Brief an den Landeskirchenrat in Sachen kirchlicher Treueeid auf Adolf Hitler (1938): „Sie sind unser Bischof und haben zu solchen Reden kein Recht. Entweder Sie sind in der La­ge, uns mit dem Wort Got­tes von unserem Standpunkt zu lösen und für Ihren Weg im Gewis­sen zu binden, oder Sie haben sich, wenn Sie Ihrer­seits nicht in der Lage sind, zu binden oder zu lösen, sich selbst vom Wort Gottes binden zu lassen.“

Karl Steinbauer                                                                                 Senden, am 12.Juni 1938Senden / Iller                                                                                     Trinitatisfest An den Evang.-luth. Landeskirchenratin München Betreff: Vereidigung Die am vergangenen Donnerstag … Mehr