Peter Brunner über die Christus-Anamnese im Wortgottesdienst (Leiturgia, 1954): „Der lebendige erhöhte Herr ist in dem von seinem Wort und Werk kündenden Wort gerade als Jesus, gerade in seinem ge­schichtlichen und jetzt verklärten Menschsein real präsent.“

Über die Christus-Anamnese im Wortgottesdienst Von Peter Brunner 1. Das innergemeindliche Wort als Christus-Anamnese Die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde ist … Mehr

Dietrich Ritschl, Gedächtnis und Antizipation. Psychologische und theologische Bemerkungen (1988): „Mit der Sprache erlernte ich Werte kennen und respektieren. Ich lernte an andere denken und ihnen Gutes tun. Ich sollte das Gute fördern und stärken helfen – das Schöne dem Häßlichen vorzie­hen, das Reine dem Schmutzigen. Ich lernte das alles ohne Zwang und Drohung, ohne die gefährlichen, kleinlichen Versprechen, Gott würde es mir lohnen – höchstens sagten sie mir, es sei im Sinne Gottes, solches zu tun, und das stimmt ja wohl auch.“

Gedächtnis und Antizipation. Psychologische und theologische Bemerkungen Von Dietrich Ritschl Die Grundthese kann leicht summiert werden: Antizipationen formieren das Gedächtnis, … Mehr

Elie Wiesel, Erinnerung und Ethik. Lektüren und Kommentare (2007): „Die Herausforderung und die Bedrohung für die Kultur, für die Bildung, vom ethischen Standpunkt aus gesehen, haben also einen Namen. Und der Name der Herausforderung ist natürlich der Name eines Feindes. Der Feind der Kultur, des Gedächtnisses. Und er heißt Fanatismus. Fanatismus bedeutet Hass. Fanatismus macht blind, und Hass ist eine ansteckende Krankheit.“

Erinnerung und Ethik. Lektüren und Kommentare Von Elie Wiesel „Sie hat dunkle Augen und das Lächeln eines verängstigten Kindes. Ich … Mehr

Rupert Berger über das Gedächtnis in der Liturgie: „Gedächtnis geschieht immer durch ausdrückliche Nen­nung; das Tun allein wäre zu undeut­lich, das kündende Wort muss hinzutreten. Insbesondere hat der Name, wenn er ausgerufen wird, solche epikletische (herbeirufende) Kraft; darum nennt das Hochgebet die großen Heilstaten Gottes in der Anamnese, darum rufen Epi­klese und Exorzismus mit Nach­druck im­mer wieder die großen Namen Gottes.“

Gedächtnis in der Liturgie Von Rupert Berger Gedächtnis (Gedenken) meint im gottes­dienstlichen Leben nicht jene psychologische Ab­laufreihe, mit der wir … Mehr

Johann Baptist Metz, Kleine Apologie des Erzählens (1973): „Eine Theologie des Heils, die weder die Heilsgeschichte konditioniert oder suspendiert noch die Nicht-Identität der Leidensgeschichte ignoriert bzw. dialektisch überfährt, kann nicht rein argumentativ, sie muß immer auch narrativ expliziert werden; sie ist in fundamentaler Weise memorativ-narrative Theologie.“

Kleine Apologie des Erzählens Von Johann Baptist Metz Zeitgenössische theologische Lexika sind verräte­risch – vor allem durch das, was sie … Mehr

Albrecht Grözinger, Fallstricke des Erinnerns. Vom Wegschauen und Hinsehen: „Für mich gehört dazu (nicht aus dem unmittelbaren Kontext der Shoah), das neu gestaltete Denkmal für Erwin Rommel in Heidenheim. Seit 2002 steht vor dem Denkmal an Rommel ein kriegsversehrter Mensch und wirft gleichsam seinen Schatten auf das ursprüngliche Denkmal. Das ist ein Denkmal, das mich zum ‚Hinsehen‘ animiert.“

Fallstricke des Erinnerns: Vom Wegschauen und Hinsehen Von Albrecht Grözinger I. Der Tod Martin Walser hat sowohl in der Printpresse … Mehr

Wie geschichtliche Tatsachen in der Gegenwart ankommen: „Im Unterschied zu materiellen Gegenständen, die wiederholt betrachtet werden können, sind Handlungen nicht von Dauer. Mit ihrem Vollzug sind sie irreversibel vergangen. Damit nun vergangene Tatsachen für die Gegenwart wirklich sind, müssen folgende fünf Schritte getan worden sein.“

Wie geschichtliche Tatsachen in der Gegenwart ankommen Wir vernehmen Aussagen bezüglich der Vergangenheit, das etwas an einen bestimmten Ort zu … Mehr

Yosef Hayim Yerushalmi, Über das Vergessen: „Unser wahres Problem ist, dass wir ohne halacha leben. Wie Kafkas Mann vom Lande sehnen wir uns nach dem Gesetz, das uns aber nicht mehr zugänglich ist. Die vielberufene Krise des Historismus spiegelt lediglich die Krise unserer Kultur und unseres spirituellen Lebens. Die­ser Krebsschaden, wenn es ihn denn gibt, hat seinen Herd nicht in der Suche nach Geschichte, sondern im Verlust einer halacha, die uns sagt, was wir uns aneignen und was wir vergessen sollen, im Verlust gemeinsamer Werte, die es uns ermöglichen würden, Geschichte in Ge­dächtnis zu verwandeln. Der Historiker allein kann diesen Verlust nicht wett­machen.“

Über das Vergessen Von Yosef Hayim Yerushalmi Präludium Im Frühjahr 1987 erfuhr ich von einer Tagung, die während meines Frankreich­aufenthaltes … Mehr