Martin Luther, Predigt zu Matthäus 7,7–11. Vom Beten und Bitten: „Bitten, Suchen und Anklopfen wird nötig sein. Denn auch wenn Lehre und Leben richtig begonnen haben, wird es doch an mancherlei Mängeln und Anstößen fehlen, die uns täglich hindern und wehren, sodass wir nicht vorankommen; und wir müssen ständig dagegen ankämpfen mit aller Kraft — aber wir haben keine stärkere Wehr als das Gebet. Wenn wir das nicht pflegen, ist es unmöglich, zu bestehen und Christen zu bleiben. Das können wir ja deutlich vor Augen sehen: wie täglich Widerstand gegen das Evangelium aufkommt; und ebenso sehen wir, wie wenig wir das Gebet pflegen, als ginge uns diese Warnung nichts an, und als müssten wir nun überhaupt nicht mehr beten, nur weil das unnütze Geplapper des Rosenkranzes und anderer abgöttischer Gebetlein aufgehört hat. Das ist kein gutes Zeichen und lässt fürchten, dass viel Unglück über uns kommen wird, das wir sonst hätten abwehren können.“

Predigt zu Matthäus 7,7–11. Vom Beten und Bitten Von Martin Luther „Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr … Mehr

Philipp Melanchthon über die Anrufung Gottes und das Gebet (Loci Praecipui Theologici, 1543): „Was ich am Anfang betont habe: Man soll sorgfältig bedenken, wen man da anruft, wo sich dieser Gott offenbart hat, und warum er uns erhört. Das soll man sorgsam erwägen, damit unser Herz beim Gebet nicht umherschweift, wie das bei den Heiden geschieht. Deshalb hat der ewige Sohn Gottes die menschliche Natur angenommen und unter uns gewohnt, damit die Betenden wissen: Dieser ist wahrhaft Gott. Er hat sich selbst offenbart durch seinen Sohn, und der ewige Vater hat durch diesen Sohn bezeugt, dass er ihn gesandt hat.“

Über die Anrufung Gottes und das Gebet (De invocatione Dei seu de precatione) Von Philipp Melanchthon Obwohl über viele andere … Mehr

Immanuel Kant über das Gebet aus seinem schriftlichen Nachlass: „Daher kommt es auch, daß Derjenige, welcher schon große Fortschritte im Guten gemacht hat, aufhört zu beten; denn Redlichkeit gehört zu seinen ersten Maximen — ferner, daß diejenigen, welche man beten findet, sich schämen. In den öffentlichen Vorträgen an das Volk kann und muß das Gebet beibehalten werden, weil es wirklich rhetorisch von großer Wirkung seyn und einen großen Eindruck machen kann.“

Da mag man als Theologe ganz anderer Meinung sein: Vom Gebet Von Immanuel Kant Dem Gebete andere als natürliche Folgen … Mehr

Was Immanuel Kant in seiner Religionsschrift vom Beten hält: „Das Beten, als ein innerer förmlicher Gottesdienst und darum als Gnadenmittel gedacht, ist ein abergläubischer Wahn (ein Fetischmachen); denn es ist ein bloß erklärtes Wünschen, gegen ein Wesen, das keiner Erklärung der inneren Gesinnung des Wünschenden bedarf, wodurch also nichts getan, und also keine von den Pflichten, die uns als Gebote Gottes obliegen, ausgeübt, mithin Gott wirklich nicht gedient wird.“

In seiner Religionsschrift „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (1793/94) redet Immanuel Kant einem Gebetsautismus das Wort: Über … Mehr

Karl Barth über das Gebet als Dienst der Gemeinde (Kirchliche Dogmatik, 1959): „Es geht also im Gebet als ihrem Bekenntnis zu Gottes freier Gnade nicht um eine bloß subjek­tive und bloß subjektiv bedeutsame Frömmigkeitsübung, die ja als solche nur ins Leere stoßen könnte. Im Gebet behaftet die Gemeinde Gott bei seinem sie berufenden, versammelnden, auferbauenden und beauf­tragenden Wort als der Zusage seiner Treue.“

Über das Gebet als Dienst der Gemeinde Von Karl Barth Wir wenden uns nun zu den Grundformen des kirchlichen Dienstes, … Mehr