Friedrich Wilhelm Hopf, Predigt über Psalm 119,96 (Mai 1945): „Wir werfen jetzt nicht Steine auf andere, sondern schlagen an die eigene Brust und rufen: o unsere Schuld, unsere Schuld, unsere übergroße Schuld! Denn wir haben oft geschwiegen, wo wir als Kirche Jesu Christi in Deutschland hätten laut reden und deutlich Zeugnis geben müssen: Es ist nicht recht! Wir hätten reden müssen zum Mord an den Blöden in den Heil- und Pflegeanstalten. Wir hätten reden müssen zu dem großen Unrecht an anderen Völkern und zu der unheimlich anwachsenden Menschenvergötterung … Stattdessen ist mal leider mitgelaufen, hat mitgeschrieen und mitgesungen, wo für einen Christen ein ernstes Schweigen das Richtige gewesen wäre. So war’s überall in Deutschland. So war’s auch in Mühlhausen. Denkt ihr noch an den November 1938, wie es damals in unserem Dorfe zuging, an jedem trüben Tag, der für immer ein häßlicher Schandfleck in der Geschichte unserer christlichen Gemeinde bleiben wird? Wißt ihr noch, was man damals unserer Schuljugend angetan hat, als man sie von Haus zu Haus führte dorthin, wo Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit verübt wurden, als man in den Herzen unserer getauften Klinder wirklich mehr zerschlug als die Scherben von Glas und Porzellan von damals? Wer aber hat damals laut und deutlich gesagt: Es ist nicht recht!? Ist nicht das Schweigen in einem solchen Fall auch eine Mitschuld?“

Predigt über Psalm 119,96 (Mai 1945) Von Pfarrer Friedrich Wilhelm Hopf Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm…

Paul Schempp, Brief an eine Schwermütige in der Heilanstalt G. (1945): „Wenn ich könnte, so würde ich Sie zu Weihnachten holen und Ihrer Mutter und Schwester bringen, und Sie müssten die Engelein singen hören, bis auch Ihnen das Herz im Leibe lacht: »Ja, in dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesus Christ!« Aber so oder so, Sie werden bald aus Ihrer Höhle herauskommen und sich wundern müssen, »wenn Er, wie Ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat«.“

Brief an eine Schwermütige in der Heilanstalt G. Kirchheim, den 12. Dezember 1945 Liebe Frau N.! Mit Erschrecken und Trauer…

George Bell, Die Funktion der Kirche in Kriegszeiten (The Church’s Function in War-Time, 1939): „Die Kirche steht für das Kreuz, das Evangelium der Erlösung. Sie kann daher von keinem irdischen Krieg als einem ‚Kreuzzug‘ sprechen, denn das eine, wofür es unmöglich ist, mit irdischen Waffen zu kämpfen, ist das Kreuz. Ihr oberstes Anliegen ist nicht der Sieg der nationalen Sache. Es ist schwer zu sagen, aber es ist entscheidend: Ihr oberstes Anliegen ist das Tun des Willens Gottes – wer auch immer siegt – und die Verkündigung der Barmherzigkeit Gottes gegenüber allen Menschen und Nationen. Die Geistlichen, insbesondere die Führer der Kirche, tragen eine große Verantwortung dafür, dies klarzustellen. Es geht nicht nur darum, dass die Kirche – wenn ihre Geistlichen das Evangelium predigen – eine ausgleichende Kraft von unbestreitbarer Autorität gegenüber den Wellen nationaler Emotionen bietet und so hilft, die geistige Integrität zu bewahren. Das ist wichtig. Aber noch wichtiger ist die Tatsache, dass die Kirche Treuhänderin des Evangeliums der Erlösung ist; und wenn das Evangelium nicht gepredigt wird, ist die Kirche nicht die Kirche.“

Die Funktion der Kirche in Kriegszeiten (The Church’s Function in War-Time, 1939) Von George Bell, Bischof von Chichester Was soll…

Hermann Diems offener Brief an Helmut Thielicke zur Frage der deutschen Schuld vom Januar 1946: „Es gibt auf diesem Wege keine Entschuldigung oder Rechtfertigung, sondern nur das Eingeständ­nis, dass wir faktisch für das Unrecht kämpften und damit an die­sem mitschuldig geworden sind, nicht nur wir Soldaten an der Front, sondern genauso jeder Deutsche in der Heimat. Wir können dann aber jedermann nur auffordern, das endlich einzusehen und haben keine Möglichkeiten mehr, seine »Hemmungen« in dieser Weise zu diskutieren und ernst zu nehmen, wie Sie das tun.“

Offener Brief an Helmut Thielicke zur Frage der deutschen Schuld Von Hermann Diem Nachdem Karl Barth am 2. 11. 1945…

Martin Luther, Vorrede zu Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts (1526): „Dieje­nigen, die mit Ernst Christen sein wollen und das Evan­gelium mit Hand und Mund bekennen, müssten sich namentlich einschreiben und irgendwo in einem Haus allein sich versammeln zum Gebet, zum Lesen, zum Tau­fen, das Sakrament zu empfangen und andere christliche Werke auszuüben. In dieser Ordnung könnte man die, die sich nicht christlich verhielten, erkennen, tadeln, bes­sern, ausstoßen oder in den Bann tun nach der Regel Christi. Ich kann und mag eine solche Gemeinde oder Versammlung noch nicht ordnen oder einrichten. Denn ich habe noch nicht Leute und Personen dazu. Ich sehe auch nicht viele, die sich danach drängen.“

Vorrede zu: Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts (1526) Von Martin Luther Vor allen Dingen will ich sehr freundlich, auch um…

Karl Barth, Zeugnis von Jesus Christus (1968): „Jesus Christus ist als der von den Toten Auferstan­dene die Verheißung, dass der Sieg seines Lebens und Sterbens durch ihn einst endgültig und allgemein offen­bar werden wird. Indem ich an seinen schon geschehenen Sieg glauben darf, darf auch ich in diesem Glauben lebend und sterbend auf diese seine kommende Offen­barung hoffen: als auf die Offenbarung auch meiner in ihm geschehenen Rechtfertigung und Heiligung.“

Zeugnis von Jesus Christus Von Karl Barth Mir wurde aufgetragen, «in einer Art von Zeugnis» (une sorte de témoignage) Antwort…

Peter Brunner, Theologisch-ethische Besinnung über den Krieg. Gutachten für die Bekennenden Kirche zu Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939): „Als Soldat bin ich ausführendes Organ der in meinem Volke herrschenden Staatsgewalt, die an einem anderen im Staat verfassten Volke die Exekution vornimmt. So wie der Henker, der eine Todesstrafe vollzieht, nur der Arm der Staatsgewalt ist, die das Todesurteil gespro­chen hat, so tötet der Soldat nur als der Arm der Staatsgewalt, die den Krieg zu führen be­fohlen hat. Die letzte Verantwortung für jeden Schuss, den ich als Soldat im Kriege ab­gebe, trägt der Inhaber der Staatsgewalt, der den Befehl zur Kriegsführung gegeben hat.“

Man kann es kaum für möglich halten, wie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von der Bekennenden Kirche eine „theologisch-ethische Besinnung…

Robert Kempner, Denkschrift des Preußischen Ministeriums des Innern über die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei als staats- und republikfeindliche hochverräterische Verbindung vom August 1930: „Die Tätigkeit der NSDAP stellt in ihren verschiedenen Verzweigungen eine ständige Vorbereitung auf den geplanten Hochverrat und damit zugleich ein hochverräterisches Unternehmen im Sinne des § 86 StGB. dar. Ergibt sich als Zweck der NSDAP die gewaltsame Änderung der Verfassung und stellt sich ihre Betätigung als ein fortgesetztes hochverräterisches Unternehmen dar, so hegt darin zugleich erneut die Erfüllung des Tatbestandes des § 129 StGB., ein weiterer Beweis für den staatsfeindlichen Charakter der Partei als Verbindung, zu deren Zwecken oder Beschäftigungen es gehört, Maßregeln der Verwaltung durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften.“

Denkschrift des Preußischen Ministeriums des Innern über die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei als staats- und republikfeindliche hochverräterische Verbindung (erstellt von Robert…