Martin Luther, Lob der Musik (Encomion musices, 1538): „Wo Fleiß und die künstliche Musik hinzukommen, welche die natürliche Musik korrigiert, veredelt und entfaltet, da erst darf man – wenn auch nicht begreifen – doch mit Staunen die vollkommene und absolute Weisheit Gottes in seinem wunderbaren Werk der Musik schmecken. Denn gerade in dieser Kunst zeigt sich eine besondere Vollkommenheit: Während eine einzelne Stimme ihren eigenen Tenor fortführt, spielen ringsum auf wundersame Weise mehrere Stimmen, jubeln, schmücken den Gesang mit den fröhlichsten Verzierungen und scheinen gleichsam einen göttlichen Reigen um sie zu führen. Dies erscheint jenen, die nur ein wenig dafür empfänglich sind, als das wunderbarste Phänomen in dieser Welt.“

Lob der Musik (Encomion musices, 1538) Von Martin Luther Martin Luther an die Musikliebhaber. Grüße in Christus. Ich wünschte von…

Arnold Angenendt über Caesarius von Arles als Nothelfer: „Caesarius ging nun hin, versorgte die Gefangenen zunächst einmal mit Lebensmitteln und Klei­dung und begann sie dann loszukaufen. Er nahm dazu das Geld aus der Kirchenkasse, und als diese erschöpft war, ließ er das Silbergerät der Kirche, Kelche, Patenen und andere wertvolle Metallarbeiten, einschmelzen. Im Klerus aber löste das Vorgehen des Bischofs Entsetzen und Protest aus; nicht nur, dass es die Feinde von gestern waren, die losgekauft wurden, diese waren obendrein auch noch Heiden. Caesarius verteidigte sich damit, dass Christus zur Erlösung der Menschen sein Leben hingegeben habe und der Gefangenenloskauf den wahren Tempel Gottes auferbaue.“

Caesarius von Arles als Nothelfer Von Arnold Angenendt Als Nothelfer hat sich auch Galliens bekanntester Bischof in der Spätantike erwiesen:…

Eberhard Schockenhoff über Versöhnung: „Auch Gott vergibt den schuldig Gewordenen nicht anstelle derer, die sie durch ihr Unrecht-Tun verletz­ten; vielmehr heilt Gott durch sein Erbarmen die durch die menschliche Sünde ge­störte Beziehung zwischen ihm und den Menschen, um in der Folge zwischen­menschliche Versöhnung zu ermöglichen.“

Versöhnung Von Eberhard Schockenhoff (1953-2020) Die Tragweite des christl. Liebesgebots zeigt sich neben dem Gebot der Feindesliebe und den Mahnungen…

Katharina Staritzs Erinnerungen an das KZ Ravensbrück, Des großen Lichtes Widerschein (1953): „Ich habe mich aber nicht zu diesen Freiwilligen gemeldet. Wenige Wochen später wurde der ganze Judenblock nach Auschwitz verlegt, das bedeutete: in den Tod. Es war gerade in der Freistunde, dass sie abmarschierten. Das ganze Lager machte um sie Spalier, rief und winkte ihnen zu. Aber ich habe damals nicht die Hand gehoben. Diese beiden Dinge sind für mich wie ein Verrat an meinen Schwestern, der mich beschämte und noch heute bedrückt.“

Nach ihrem Rundschreiben an die Breslauer Pfarrer zur gottesdienstlichen Solidarisierung mit Gemeindegliedern, die ab September 1941 den „Judenstern“ zu tragen…

Albert Rouet, Ist das Evangelium heute noch glaubwürdig? (L’Évangile est-il crédible aujourd’hui): „Glaubwürdigkeit verlangt Einheit zwischen dem, was wir sagen, und der Weise, wie wir es leben – auch im Umgang mit Macht und im inneren Funktionieren unserer Kirche. Dabei gilt – auch für mich selbst –, dass es nur einen einzigen Christen gegeben hat: Christus. Und der wurde getötet. Wenn wir vom Evangelium sprechen, sollten wir immer auch unsere Untreue bekennen. Wir sind Diener, die Tonkrügen gleichen, in denen Gold transportiert wird. Unsere Umkehr – und das Eingeständnis unserer Unumkehr – sind der Ausgangspunkt unserer eigenen Glaubwürdigkeit.“

Ist das Evangelium heute noch glaubwürdig? (L’Évangile est-il crédible aujourd’hui) Von Albert Rouet Eine einzigartige Glaubwürdigkeit Ist das Evangelium heute…

Karl Steinbauer, Vom Gehorsam des Glaubens. Mosepredigten: „Die Kirche, die ihre Knie nicht mehr beugt vor der gegebenen Tatsache der Verheißung und Zusage Gottes und sie nimmer ernst nimmt, d. h. sie nimmer allein ernst nimmt, die muss sich zwangsläufig beugen vor den sogenannten gegebenen Tatsachen, d. h. diese werden sie beugen und knebeln und sie überwältigen, Herr über sie werden, Herren über sie werden, dass sie sich vor lauter Herren und Tyrannen nimmer auskennt.“

Vom Gehorsam des Glaubens. Mosepredigten (1946) Von Karl Steinbauer Meinen beiden Diaspora-Gemeindender Kirchenkampfzeit:Penzberg – Kochel – Seeshaupt (Obb.) undAy –…

Wolfgang Ullmann über das Nicäno-Konstantinopolitanum: „Im Ergebnis folgt das Nicäno-Konstantinopolitanum dem aus dem Apostolikum bekannten Grundriss des altrömischen Bekenntnisses, übernimmt dessen Inkarnations- und Passionsformel, die christologischen Homousieaussagen von Nicäa unter Weglassung von »aus dem Wesen des Vaters«, was wegen der inzwischen neuvollzogenen Unterscheidung von Wesen und Personen in der Trinität nötig war, und formuliert das Bekenntnis zur Gottheit des Heiligen Geistes als Mitangebetet- und Mitverherrlichtwerden dessen, der »aus dem Vater ausgeht«.“

Nicäno-Konstantinopolitanum Von Wolfgang Ullmann Der Name Nicäno-Konstantinopolitanum – auf die Gelehrtensprache des 17. Jahrhunderts (J.B. Carpzov I.) zurückgehend – bezeichnet…