Martin Luther, Summarien über die Psalmen und Ursachen des Dolmetschens (1531-1533): „Was ist’s Not, über alle Worte solche Rechenschaft zu geben? Wir haben fürwahr keinen Fleiß noch Mühe gespart. Wer’s besser machen kann, dem ist’s wohl gegönnt. Aber ich nehme an: wenn er unsern Psalter dazu nicht gebraucht, werde er den Psalter so verdeutschen, dass weder viel Deutsch noch Hebräisch darinnen bleibt. Das wirst du daran merken, wenn du unsern Psalter mit dem seinen vergleichen und seine eigene Kunst, d.h. die bei uns gestohlenen Worte, finden wirst.“

Summarien über die Psalmen und Ursachen des Dolmetschens (1531-1533) Von Martin Luther Allen frommen Christen Gnade und Friede in Christus.…

Peter Noss über Hans Ehrenberg (1883-1958): „Erst spät wurde die Bedeutung Ehrenbergs für die philosophische und theologische Wissenschaft und Praxis in angemessener Weise wiederentdeckt. Insbesondere die in Person und Biographie vermittelte Spannung von Judentum und Christentum ist neben vielem anderen ein lohnender Anknüpfungspunkt zur Beschäftigung mit Ehrenberg.“

Hans Philipp Ehrenberg Von Peter Noss Am 4. Juni 1883 kommt Ehrenberg als Sohn von Gabriella Emilie Ehrenberg, geb. Fischel…

Aus dem Briefwechsel zwischen David Ben-Gurion und Simon Rawidowicz über den Name ‚Israel‘ und den Staat ‚Israel‘ (1954/55): „Die Gemeinden Israels (oder, wie du sagst, die Juden) überall auf der Welt müssen diese Namensrevolution (die zugleich eine Revolution des Herzens, der Seele und der Wirklichkeit ist) anerkennen und sich verpflichten, den Namen Israel aus ihrer Mitte zu entfernen. Ebenso müssen sie anerkennen, dass sie seit 1948 keinen Anteil und kein Erbe an Israel mehr haben, und dass jede Erwähnung Israels in unserer Literatur, in unseren Gebeten usw. – in Hebräisch wie in allen anderen Sprachen – bis 1948 nicht identisch ist mit dem Israel nach 1948.“

Auszüge aus einem Briefwechsel zwischen David Ben-Gurion und Simon Rawidowicz über den Staat Israel, die Diaspora und die Einheit des…

Albrecht Grözinger, Was ist eine gute Predigt: „Weil uns eine Predigt an den Reichtum des uns von Gott geschenkten Lebens heranführt, bedarf die Predigt einer besonderen Sprache – und für mich heisst das einer schönen Sprache. Der Schriftsteller Max Frisch hat einmal sehr schön gesagt: ‚Ich probiere Geschichten an wie Kleider.‘ Das geschieht auch in einer guten Predigt mit ihren Sprach-Geschichten. Manchmal sind mir die Kleider noch zu weit, aber ich kann in sie hineinwachsen. Und auch nicht jedes Gewand passt mir. Und von manchem Gewand merke ich, dass es abgetragen ist und ich es ablegen muss. Das erwarte ich von der Sprach-Welt einer guten Predigt, dass sie mir sprachliche Kleider präsentiert, in die ich hinein schlüpfen kann, in denen ich wachsen kann, in denen neue Erfahrungen möglich werden.“

Was ist eine gute Predigt? Von Albrecht Grözinger Was ist für Sie eine gute Predigt? Ich weiss nicht, welche Antwort…

Brevard S. Childs, Die Bibel im kulturellen Wandel auslegen (1996): „Und doch liegt über vielen Erben der Aufklärung eine tragische Gleichförmigkeit, wenn Gott geschwächt und menschlicher Hochmut erhöht wird. Eine der großen Ironien der sogenannten ‚dritten Suche nach dem historischen Jesus‘, die in vielen akademischen Kreisen gerade in Mode ist, besteht darin, dass die alten Häresien des 19. Jahrhunderts in ermüdender Monotonie wieder auftauchen. Die Bibel ruft zur treuen Reflexion, aber ebenso zur treuen Handlung. Wo wahres Verständnis der Schrift vorhanden ist, entsteht notwendigerweise ein Auftrag zu Evangelisation und Mission, zur Fürsorge für die Armen und Leidenden.“

Die Bibel im kulturellen Wandel auslegen Von Brevard S. Childs Ich möchte die Frage aufwerfen, warum sich das Verständnis der…

Werner Elerts polemische Abrechnung mit der Barmer Theologische Erklärung Confessio Barmensis (1934): „Die Barmer Synode verwirft es als Irrlehre, dass ‚die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes (nach dem vorangestellten Satz = Christus) auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkenne‘. Wir sehen davon ab, dass damit dem gesamten Alten Testament der Offenbarungscharakter abgesprochen wird. Die Barmer Synodalen würden sich vielleicht dahinter verschanzen, dass auch das A. T. ‚Christum treibe‘. Keinesfalls aber kann das, was in der Schrift, vor allem auch im N. T. als ‚Gesetz‘ bezeichnet wird, als Zeugnis von Christo bezeichnet werden. Wollte man die Autorität der Schrift in einer ganz kurzen Inhaltsbestim­mung ausdrücken, so müsste es heißen, die Kirche kenne als Quelle ihrer Verkündigung nur Gesetz und Evangelium! Der Satz, dass außer Christo keine Wahrheit als Gottes Offenbarung anzuerkennen sei, ist Verwerfung der Autorität des göttlichen Gesetzes neben der des Evangeliums.“

Confessio Barmensis Von Werner Elert | 602 | Die sog. „Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche“ versendet ein Blatt „An die…

Karl Barth, Jesuiten und Klöster. Die umstrittenen Verbote in der Schweizerischen Bundesverfassung (1967): „Wer jene Verbote gutheisst, wird sich zunächst allgemein fragen müssen: ob es nicht dem christli­chen Glauben überhaupt und als solchem in allen seinen Formen wesentlich sein möchte, sich (nicht nur, aber auch) in solchen konzentrierten, poten­zierten, pointierten, unter Umständen sogar pene­tranten Gestalten ins Werk zu setzen? Wie war das schon in seiner im Neuen Testament erkennbaren Urzeit?“

Jesuiten und Klöster. Die umstrittenen Verbote in der Schweizerischen Bundesverfassung Von Professor Karl Barth, Basel Von den Jesuiten liest man…

Paul Lehmann über Vergebung: „Ein christlich-ethischer Zugang zur Vergebung unterstreicht daher die Praxis der Liebe durch Vergebung und Gerechtigkeit. Als Handlungen Gottes zeigen diese Beziehungen Gottes freie Initiative gegenüber dem Menschen sowie seine tragende, erneuernde und erfüllende Fürsorge und Gemeinschaft mit seinen menschlichen Geschöpfen. In der Liebe wendet Gott sich der Menschheit in Treue mit seiner Gegenwart und Gnade zu. In der Vergebung ’schickt‘ Gott menschliche Ablehnungen und Verletzungen dieser göttlichen Initiative ‚fort‘, ‚verzeiht‘ sie oder ‚bedeckt‘ sie.In der Gerechtigkeit wird Gottes Gegenwart in, mit und unter dem menschlichen Streben und Ringen, menschlich zu sein, erkannt und erfahren – in der Wiederherstellung dessen, was in persönlichen und sozialen Beziehungen nicht recht ist.“

Vergebung (Forgiveness) Von Paul Lehmann Streng genommen ist Vergebung ein Begriff und eine Erfahrung, in der religiöse und ethische Empfindungen,…