Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner (2. Fassung) Brandenburg, den 10.…
Gerhard Gloege, Predigt zu Lukas 18,9-14 (Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner, 1940): „Liebe Gemeinde, lasst uns über diesem Nachdenken der biblischen Wahrheit nicht selbst zu Pharisäern werden! Lasst uns die Gefahr sehen, der wir erlägen, wenn wir sprächen oder auch nur dächten: ‚Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie diese Pharisäer.‘ ‚Wie gut, dass wir doch noch das Panier der Wahrheit, die Botschaft von Sünde und Gnade aufrecht halten!‘ ‚Wie erfreulich, dass wir nicht denen gleichen, die dem Glauben der Väter, die der Kirche Jesu Christi den Rücken gekehrt haben und sich zum Angriff gegen ihre Lehre sammeln!‘ Lasst uns selbst nur nicht überheblich werden und mit der Miene des Zöllners dem Pharisäismus erliegen!“
Predigt zu Lukas 18,9-14 (1940) Von Gerhard Gloege Liebe Gemeinde! Wer ist eigentlich die Hauptperson in unserem Gleichnis? Der Pharisäer…
Rudolf Reinhardt, Fridolin Stier zum Gedenken (1981): „Vor diesen Gott, vor seinen Gott ist Fridolin Stier nun getreten. Das Sinaidunkel hat sich für ihn gelichtet. In Ehrfurcht und Dankbarkeit nehmen Universität und Fakultät Abschied von einem großen Lehrer der biblischen Theologie.“
Fridolin Stier zum Gedenken Geboren am 20. Januar 1902 in Karsee, gestorben am 2. März 1981 in Tübingen. Nachruf, gesprochen…
Max Horkheimer über die Dialektik der Aufklärung: „Die Dialektik der Aufklärung besteht wesentlich im Umschlag des Lichts in die Finsternis. Durch die geistige Passivität, in welche die Menschen in der neuen Wirtschaft versetzt werden, die ausschließliche Konzentration auf Geld und Job, die hohe Schlauheit, auf die der seelische Apparat der Individuen reduziert wird, erhalten die durchsichtigsten Wahnideen, sofern sie nur am Horizont auftauchen und das screening der Massenkommunikation passieren, jede Chance.“
Dialektik der Aufklärung (1959/60) Von Max Horkheimer Die Dialektik der Aufklärung besteht wesentlich im Umschlag des Lichts in die Finsternis.…
Helmut Tacke, »Verheißung« in den Predigtmeditationen Hans Joachim Iwands: „Die Verheißung bleibende Verheißung braucht das Wort, um sich der angefochtenen Gemeinde mitzuteilen. In einer anderen Gestalt als der des Wortes will die Verheißung dem Menschen nicht begegnen. Das verheißende Wort ist verglichen mit der breiten Skala religionspsychologisch erschlossener Erfahrungen ein relativ sprödes Instrument der Kommunikation. Aus dem Beziehungsfeld Wort-Glaube entspringen Unruhe, Vorfreude, Erwartung und Mut, aber keine Zustände religiöser Erhebungen oder Versenkungen, in denen der Mensch sich selbst zur Erbauung wird.“
»Verheißung« in den Predigtmeditationen Hans Joachim Iwands Von Helmut Tacke Einzusetzen ist am besten bei einem Abschnitt, der durch seine…
Johannes Hamel, Predigt über Lukas 18,9-14a (1956): „Es wird nicht erzählt, was die frommen Hörer dieser Geschichte im Augenblick gedacht und wie sie im Augenblick gehandelt haben. Um so wichtiger ist die Frage, wie wir Jesu Erzählung aufnehmen und was wir auf sie hin tun? Es wäre schrecklich für uns, wenn wir weiterhin die bösen und gottlosen Menschen als hoffnungslose Fälle ansähen, als von Gott Gerichtete und Verurteilte, so wie jener Fromme unserer Geschichte es tat und wohl tun musste, weil er Jesus nicht begegnet war, der die Gottlosen zur Umkehr ruft. An einer Christenheit, die die dunklen Gestalten um sich herum – und es gibt wahrhaftig sehr, sehr dunkle Gestalten! – für hoffnungslose Fälle ansieht, geht der Gott schweigend vorüber, der das Schreien der zerbrochenen Herzen erhört. Gott kennt seine Leute im Haufen der Zöllner von damals und im Haufen der Atheisten, Gleichgültigen und Unmenschlichen von heute. Jesus Christus tut unter ihnen sein Werk, so überraschend, so unausdenkbar und überwältigend, dass wir uns nur davor fürchten müssen, Ihm bei seinem Retterwerk im Wege zu stehen!“
Predigt über Lukas 18,9-14a (1956) Von Johannes Hamel Liebe Brüder und Schwestern! Jesus erzählt eine Geschichte: Zwei Menschen gehen zum…
Tagesgebet zum 11. Sonntag nach Trinitatis, 16. August 2026
Himmlischer Vater,Du unser Gott,in Demut hat sich dein Sohn der göttlichen Macht entäußertund wurde für uns menschenklein.Stelle uns als Sünder…
Hermann Diem, Predigtmeditation zu Lukas 18,9–14 (1953): „Aber beachten wir: der Pharisäer im Gleichnis hat Gott auch gedankt, und zwar auch für seine Fortschritte in der Heiligung. Es ist sogar erstaunlich, wofür er alles danken konnte. Er hat durchaus den richtigen Maßstab für seine Selbstprüfung: die Zehn Gebote. Und wir haben keinerlei Recht zu der Annahme, dass es etwa nur Heuchelei gewesen wäre, die ihn für seine Erfüllung der Gebote danken ließ. Wir wollen uns lieber fragen lassen, ob es mit unserer Gesetzeserfüllung so gut bestellt ist wie mit der seinen. Und wofür dankt er? Dass er nicht ist wie die anderen Leute, die nach den Geboten Gottes nichts fragen, wie z. B. dieser Zöllner hier? Das scheint doch ein sehr frommes Gebet zu sein. Wer von uns hat denn Gott schon dafür gedankt, wenn er vor dem Weg des Zöllners bewahrt blieb? Was ist dem Pharisäer denn eigentlich vorzuwerfen?“
Predigtmeditation zu Lukas 18,9–14 Von Hermann Diem Dass Jesus die Geschichte ein „Gleichnis“ nennt, ermahnt uns, sie in der Gezieltheit…
Johannes Hamel, Christenheit unter marxistischer Herrschaft (1959): „Es werden dann die politischen Mächte hüben und drüben ihr dunkles Spiel mit einer Christenheit treiben, die darum in feindliche Parteien auseinanderfällt, weil sie gemeinsam sich nichts mehr sagen läßt. Hinter kirchlichen Gegnern erscheinen die Schatten oder gar die Leiber der Politiker des Kalten Krieges in der Gegenwart und eines drohenden Heißen Krieges in der Zukunft. Ein unheimlicher Sog verwandelt dann die Botenschar des souveränen Herrn in Religionsgemeinschaften, die nachträglich das religiös-theologisch-christlich ‚untermauern‘, was die Politiker vorher entschieden, verkündet und getan haben. Man spricht es nicht aus, aber es liegt unausgesprochen in der Luft: es wird hüben die ‚Weltrevolution‘ und drüben ein Kampf für die ‚Freiheit‘ und die ‚Befreiung‘, auch mit Atombomben, für christlich möglich, erlaubt, vielleicht sogar geboten erachtet.“
Christenheit unter marxistischer Herrschaft Von Johannes Hamel unterwegs. eine evangelisch Zeitbuchreihe, Bd. 7, Berlin: Käthe Vogt Verlag, 1959 STICHWORTE DIE…