Elazar Benyoëtz, In Zweifel gezogen dehnt sich der Glaube aus. Variationen über ein verlorenes Thema: „Öffne ich meine Augen, ist es der Anfang meines Tages; öffne ich meinen Mund, ist es der Anfang meiner Geschichte; öffne ich mein Herz, ist es eine Metapher. Gott sucht mein Gehör. Aus der Tiefe wird gerufen, nicht geglaubt. / Im Anfang war das Wort, die Rede aber erwachte im Garten Eden. Gott würde gern durch die Blume gesprochen haben. / Wer mit der Bibel erwacht, kann zu Gott durch die Blume nicht sprechen“

In Zweifel gezogen dehnt sich der Glaube aus. Variationen über ein verlorenes Thema[1] Von Elazar Benyoëtz Ich will vom Glauben … Mehr

Immanuel Kant über Hiob (Über das Misslingen aller philosophischer Versuche in der Theodizee, 1791): „Der Schluss ist dieser: dass, indem Hiob gesteht, nicht etwa frevelhaft, denn er ist sich seiner Redlichkeit bewusst, sondern nur unweislich über Dinge abgesprochen zu haben, die ihm zu hoch sind, und die er nicht versteht, Gott das Verdammungsurteil wider seine Freunde fällt, weil sie nicht so gut (der Gewissenhaftigkeit nach) von Gott geredet hätten als sein Knecht Hiob. Betrachtet man nun die Theorie, die jede von beiden Seiten behauptete: so möchte die seiner Freunde eher den Anschein mehrerer spekulativen Vernunft und frommer Demut bei sich führen; und Hiob würde wahrscheinlicherweise vor einem jeden Gerichte dogmatischer Theologen, vor einer Synode, einer Inquisition, einer ehrwürdigen Classis, oder einem jeden Oberkonsistorium unserer Zeit (ein einziges ausgenommen), ein schlimmes Schicksal erfahren haben.“

Über Hiob (Über das Misslingen aller philosophischer Versuche in der Theodizee, 1791) Von Immanuel Kant Hiob wird als ein Mann … Mehr

George MacDonald, Die Imagination – ihre Funktion und ihre Kultur (The Imagination: Its Function and its Culture, 1867): „Die Imagination des Menschen ist nach dem Bilde der Imagination Gottes gemacht. Alles vom Menschen muss zuerst von Gott gewesen sein; und es wird viel zu unserem Verständnis der Imagination und ihrer Funktionen im Menschen beitragen, wenn wir zuerst recht daran gehen, die Imagination Gottes, in der die Imagination des Menschen lebt und sich bewegt und ihr Wesen hat, richtig zu betrachten.“

Die Imagination – ihre Funktion und ihre Kultur (The Imagination: Its Function and its Culture, 1867) Von George MacDonald Es … Mehr

Ernst Fuchs, Wahrheit im Neuen Testament (1962): „Während das Gericht über die Welt mit einem Donnerschlag vergleichbar ist oder mit zuckenden Blitzen, verbreitet sich die Offenbarung Gottes in Jesus wie ein mildes, ruhiges Licht in einer dunklen oder aufgeregten Welt. Die Liebe ist nur Eine. Sie will verherrlicht werden, wie die Wunder zeigen (obgleich sie auf dem Höhepunkt abgewiesen werden. Die Liebe will aber Sichtbarkeit, weil sie und wie sie an Jesu Kreuz sichtbar geworden ist. Jene Zukunft, zu welcher die Glau­benden durch die Wahrheit befreit werden, ist die in Jesus sichtbar gewordene Herrlichkeit der Liebe. Sie ist Freude an Gott. Wer Gott in der Wahrheit anruft, der hat sich in dasjenige Sein holen lassen, in welchem alle Traurigkeit der Welt, ihre Schwermut, durch die Liebe überwindbar wird, so dass alle Eins sein werden. Die Wahrheit ist das erfreuliche Wort der Liebe, bei dem Gott bleibt, so gewiss Gott bei sich selbst bleibt, also sich selbst treu bleibt. Wer immer von der Wahrheit reden wird, der hat von Gottes Liebe geredet – das weiß der Glaube an Jesus.“

Wahrheit im Neuen Testament Von Ernst Fuchs Nachdem R. Bultmann den neutestamentlichen Sprachgebrauch der Wortgruppe um alêtheia und dessen Voraussetzungen … Mehr

Friedrich Mildenberger, Probleme der Lehre von Christus seit der Aufklärung (1968): „Müsste nicht besser unser Bemühen um ein Verständnis Jesu damit beginnen, dass wir anerkennen: Nicht wir sind die Fragenden! — Sehen wir uns von der modernen Christologie, wie sie Schleiermacher inaugurierte, in die Stellung der nach ihrer Menschlichkeit Fragenden gedrängt, so werden wir dabei den Verdacht nicht los, dass es gerade die Fra­gen sind, die die Antwort bestimmen, die man angeblich in der geschichtlichen Erscheinung Jesu findet. Nicht wir sind die Fra­genden — wir sind vielmehr die Gefragten, von Gott in Jesus Christus gefragt, wohin wir gehören.“

Probleme der Lehre von Christus seit der Aufklärung Von Friedrich Mildenberger Wir haben alle die knappe dogmatische Formel gelernt, in … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Gott ist kein Lückenbüßer (Widerstand und Ergebung, 1944): „Nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten, sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden; im Leben und nicht erst im Sterben, in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden, im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden. Der Grund dafür liegt in der Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Er ist die Mitte des Lebens, und ist keines­wegs ‚dazu gekommen‘, uns ungelöste Fragen zu beantworten.“

Gott ist kein Lückenbüßer (Widerstand und Ergebung) Von Dietrich Bonhoeffer Das Weizsäcker’sche Buch über das „Weltbild der Physik“ beschäftigt mich … Mehr

Robert W. Jenson über das Sola Scriptura (2011): „Meiner Einschätzung nach könnten wir auf den Slogan verzichten und einfach das sagen, was die Altlutheraner inhaltlich sagten: Einerseits sollen wir die Schrift als lebendiges Gesetz und Evangelium hören und ihre sprachliche Gegenwart in der Kirche bevorzugen, damit sie dort gehört werden kann; und andererseits sollen wir uns bei Zweifeln über moralische oder theologische Fragen an die Schrift als letzte Autorität wenden. Das ‚allein‘ fügt nichts hinzu, was notwendig wäre.“

Sola Scriptura als lutherischer Slogan Von Robert W. Jenson Von all unseren Slogans ist dies wohl der am häufigsten zitierte … Mehr

Eberhard Jüngel, Der Tod als Geheimnis des Lebens (1975): „Der Tod kommt also keineswegs nur als das Ende des Lebens in Betracht, sondern er gilt als ein ständig im Leben selber sich bereits vollziehender Konflikt mit dem Leben. So können Krank­heit, Schwachheit, Gefangenschaft, Exil in der Terminologie des Todes beschrieben werden. Tod ist nicht nur das Ereignis am Ende, sondern wo immer das Leben sich selbst entfremdet wird, sieht der Glaube Israels bereits den Tod am Werk. Als Ereignis am Ende des Lebens bringt der Tod nur an den Tag, was im Verlauf des Lebens schon immer möglich ist und auch schon immer geschieht: nämlich die Lädierung und Zerstörung von Lebensverhältnissen. Im Tod kommt heraus, was der Mensch ausgerechnet mit seinem Leben aus dem Leben macht. Mit unserem Leben verletzen wir das Leben.“

Der Tod als Geheimnis des Lebens[1] Von Eberhard Jüngel Für die Theologie – als Rede von Gott – stellt sich … Mehr