Oto Mádr, Modus moriendi der Kirche. Zur Theologie einer sterbenden Kirche (1977): „Nehmen wir an, dass auch die Kirche stirbt. Es soll keine bloße Übungshypothese sein, auch wenn wir glauben, dass die Kirche bis zum Ende der Zeiten bleibt. Albanien ist das erste Land ohne Religion, so lautet die offizielle These. Die Wirklichkeit wird jedoch nicht zu weit davon entfernt sein, besonders was die Zukunftsaussichten betrifft. Wie lange halten die Überreste der kirchlichen Struktur noch durch? Wie lange können Gläubige dem Druck der Macht widerstehen? Und – wann kommen weitere ‚Albanien‘ hinzu? Es ist nicht gerade etwas Ermunterndes, an gequälte Brüder und Schwestern zu denken, aber: ist es sicher, dass wir nie in eine Situation der sterbenden Kirche gelangen? Sind wir nicht schon in ihr, an der Schwelle vielleicht? Man kann nicht nur an tödlichen Verletzungen, sondern auch an schleichenden Krankheiten sterben.“

Modus moriendi der Kirche. Zur Theologie einer sterbenden Kirche (1977)1 Von Oto Mádr Die folgenden Gedanken sind das Zeugnis eines … Mehr

Hans Joachim Iwand, Kreuz und Auferstehung Jesu Christi (Christologie-Vorlesung 1959): „Es ist dies alles sicherlich unfassbar. Nicht nur die Auferstehung: Was am Kreuz geschah, ist, wenn wir es recht verstehen, in gleicher Weise über alle Vernunft. Das Kreuz ist nicht erdennäher oder rational fassbarer als das of­fene Grab oder als jenes Bild von dem Sieg des Auferstandenen, das uns der Isenheimer Altar zeigt. Es geht dies alles weit über unser Fassungsver­mögen und unseren Verstand hinaus. Und wenn es nicht darüber hinausgin­ge, dann würde es auch nicht in ihn hineinkommen.“

Kreuz und Auferstehung Jesu Christi Von Hans Joachim Iwand Im Folgenden wird von dem Letzten und Höchsten die Rede sein, … Mehr

C.S. Lewis, Was sollen wir mit Jesus Christus anfangen? „Es ist doch wirklich nicht die Frage, was wir mit ihm anfangen sollen, sondern es geht einzig darum, was er mit uns anfangen möchte. Sie können zwar das, was von ihm überliefert ist, annehmen oder zurückweisen. Was er aber sagt, ist grundlegend anders als alles, was je ein anderer Lehrer gesagt hat. Alle anderen sagen: «Das ist die Wahrheit über die Welt. Das ist der Weg, den man gehen sollte.» Jesus aber sagt: «Ich bin die Wahrheit. Ich bin der Weg und das Leben.» Er sagt: «Niemand kann wirkliches Leben erlangen außer durch mich. Versuche, dein Leben zu bewahren, und du wirst unwiderruflich zugrunde gehen; verschwende dich selbst an andere, und du wirst gerettet werden.»“

Was sollen wir mit Jesus Christus anfangen? Von C.S. Lewis «Was sollen wir mit Jesus Christus anfangen?» Wenn man es … Mehr

Über Apatheismus: „Ein Theist glaubt, dass Gott existiert; ein Atheist glaubt, dass Gott nicht existiert; ein Agnostiker glaubt, dass wir nicht wissen können, ob Gott existiert; ein Apatheist glaubt, dass es uns egal sein sollte, ob Gott existiert. So ist der Apatheist jemand, der keine Leidenschaft, Emotion oder Aufregung in Bezug auf religiöse Angelegenheiten zeigt. In diesem Sinne ist Apatheismus eine Haltung gegenüber der Religion, die sie als nichts weiter als eine individuelle Idiosynkrasie betrachtet, als eine Frage des persönlichen Temperaments oder Geschmacks, die in einem intellektuellen Sinne nur vage interessant ist, aber nichts, worüber man sich zu sehr aufregen sollte.“

Über Apatheismus Jüngst bin ich auf das Wort „Apatheismus“ bei Jan Loffeld in seinem Buch „Wenn nichts fehlt, wo Gott … Mehr

Robert Louis Wilken, Die Art und Weise, wie die Kirche spricht: „Der Glaube ist in die Sprache eingebettet. Er ist nicht eine Reihe abstrakter Überzeugungen oder Ideen, sondern eine Welt gemeinsamer Assoziationen und Anspielungen mit eigener Schönheit und Klangfülle, innerem Zusammenhalt und Logik, emotionaler und rhetorischer Kraft. Die Art und Weise, wie die Kirche spricht, ist eine Sammlung von Worten und Bildern, die das Denken und Handeln derer geprägt haben, die Christus gekannt haben.“

Die Art und Weise, wie die Kirche spricht (The Church’s Way of Speaking) Von Robert Louis Wilken (* 30. Novermber … Mehr

Julian Barnes, Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn (Nichts, was man fürchten müsste): „Glauben heißt, genau das für wahr zu halten, was allen Regeln nach ’nicht geschehen sein kann‘. Die Jungfrauengeburt, die Auferstehung, ein Leben nach dem Tode. Nach allem, was wir wissen und verstehen, kann es nicht geschehen sein. Aber es ist geschehen. Oder es wird geschehen.“

Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn (Nichts, was man fürchten müsste) Von Julian Barnes Ich glaube nicht … Mehr

Helmut Gollwitzer zu Karl Barths 75. Geburtstag 1961: „So möchte er nichts anderes tun, als diese überwältigende Geschichte nacherzählen, – angemessen nacherzählen, so dass sie nicht verkleinert, nicht entstellt, nicht verflacht wird, sondern die Hörender ebenso ergreift, erschreckt, erfreut und verwandelt, wie es den erster Hörern geschehen ist. Er wundert sich, dass man neben dieser unvergleichlichen Geschichte noch anderes mit gleicher Aufmerksamkeit hören kann; er möchte der Kirche bewusst machen, dass sie nichts Schöneres, Größeres, Hoffnungsvolleres tun kam, als von dieser Geschichte zu leben und ihr zu dienen: der Geschichte des Angriffs der Liebe Gottes auf seine Menschheit, wie sie mit der Anrede Gottes an Israel angefangen, – in der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ihre Mitte gefunden hat. Sie ist die Offenbarung der letzten Wirklichkeit der Welt, des wahren Sinnes des Daseins, und zwar für alle. Darum ist sie nicht eine Kirchen-, sondern eine Weltangelegenheit und die Kirche hat sie nicht für sich zu behalten und gegen andere Menschen zu. verteidigen, sondern in Angriff hinauszutragen und alle Menschen damit zu belästigen und zu erfreuen.“

Zu Karl Barths 75. Geburtstag am 10. Mai 1961 Von Helmut Gollwitzer Der große Theologe, der heute 75 Jahre alt … Mehr

Eberhard Jüngel über Karl Barth: „Die Wirkung Karl Barths ist bis jetzt noch nicht absehbar. Den ‚ewigrei­chen Gott‘ einer zwar subjektiv, aber niemals objektiv gottlosen Welt zu bezeugen, war das erklärte Ziel seines Wirkens. Dabei wusste er, dass es dem Reichtum Gottes nicht widerspricht, wenn seine menschlichen Zeu­gen am Ende seufzende und stammelnde, gerade so aber menschliche Menschen sind. In dem kleinen Seufzer, so hat er einmal bemerkt, ‚mit dem wir zu Gott sagen: Ach, ja! … steckt Alles und Alles muß auch immer wieder zu diesem kleinen Seufzer werden‘. Vielleicht wird sich gerade das als die eigentliche Wirkung Barths erweisen, daß er mit seinem gewaltigen theologischen Werk die Christenheit nur eben dies gelehrt hat, auf lautere Weise beides zu sagen: ein sich dem Geheimnis der Gnade Gottes anvertrauendes Ach und ein über die große Liebe Gottes staunendes und ihr auf menschliche Weise entsprechendes entschiedenes Ja.“

Karl Barth (1886-1968) Von Eberhard Jüngel 1 „Es sind jetzt mehr als 40 Jahre her, daß ich bei Franz Overbeck … Mehr

Fernando Pessoa über die trostlose Religionslosigkeit (Das Buch der Unruhe, 1930): „Wir wurden in metaphysische Angst, in moralische Angst, in politische Unruhe hineingeboren. Trunken von äußerlichen Formeln, von den bloßen Verfahren der Vernunft und der Wissenschaft hatten die uns vorangegangenen Generationen alle Fundamente des christlichen Glaubens unterhöhlt, weil ihre Bibelkritik, die von der Kritik an den Texten zur Kritik an der Mythologie des Christentums übergegangen war, die Evangelien und die vorangehende Hierographie der Juden auf eine ungewisse Ansammlung von Mythen, Legenden und bloßer Literatur reduziert hatte.“

Über die trostlose Religionslosigkeit (Das Buch der Unruhe) Von Fernando Pessoa (1888-1935) Als die Generation geboren wurde, der ich angehöre, … Mehr