Gotteskinder werden nicht erwachsen. Eine Predigt zur Sterbehilfe: „Für Christen spricht das bleibende Kind-Sein gegen jede aktive Sterbehilfe: Wer kalkuliert mit dem eigenen Leben abschließen will, sich gar selbst zu töten versucht, schenkt dem Tod sei­nen Glauben und betrügt sich damit um seine eigene Kindheit. Wo wir vom Zwang der Selbstbestimmung befreit sind, bleibt Kind-Sein unsere Lebenszukunft. Mitunter wird es auch für Kinder lebensernst werden. Die unschuldige Kindheit gibt es nicht. Aber schlussendlich ist uns der göttliche Lebensgeist zugesagt, den wir selbst nicht aufbrauchen können.“

„Gotteskinder werden nicht erwachsen.“ Eine Predigt zur Sterbehilfe Wenn doch eh alles im Tod endet … Der Bundestag debattiert gegenwärtig … Mehr

„Herr, schau auf uns und unser Herz!“ Trauerlied im Katastrophenfall: „Sieh, welche Trauer, welcher Schmerz! / Der Tod fasste auf einmal zu; / die Frage quält: ‚Warum?‘, ‚Wozu?‘ // Wer gibt uns Antwort, hilft uns auf, / wenn niemand hielt des Unglücks Lauf? / Wir suchen Dich in Deinem Wort! / Sprich jetzt! Schweig nicht! Hier ist Dein Ort!“

In meinem Text „Der Aufstand des Gebets“, der 2014 im Deutschen Pfarrerblatt erschienen ist, habe ich darauf hingewiesen, dass es … Mehr

Martin Luther, Ob man vor dem Sterben fliehen möge (1527): „Hat Christus sein Blut für mich vergossen und sich um meinetwillen in den Tod gegeben, warum sollte ich mich nicht auch um seinetwillen in eine kleine Gefahr begeben und eine ohnmächtige Pest nicht anzusehen wagen? Kannst du schrecken, so kann mein Christus stärken; kannst du töten, so kann Christus Leben geben; hast du Gift im Maul, Christus hat noch viel mehr Arznei.“

Als damals im Frühjahr 2003 in Hongkong die SARS-Epidemie eine Millionenstadt in den Ausnahmezustand versetzt hat, ist mir eine Schrift … Mehr

SCHLINGENSIEF STIRBT. Eine ungehaltene Aschermittwochspredigt (2010). „Gegen das eigene Todesverhängnis kann man sich selbst nur mit narzisstischen Lebenszappeleien aufführen, für die es ja in den biblischen Psalmen sprachgewaltige Zeugnisse gibt. Man mag zu Leb-, oder besser, zu Stöhnzeiten mit einem authentizitätsüberschüssigen Passionsspiel andächtige Betroffenheit oder gar den Applaus seiner Mitmenschen finden. Aber selbstgestrickte Messliturgien, bei denen es auf dem Altar nicht um das corpus Christi, sondern um die eigene, morbide Seelenschau geht, enden auf Dauer im anamnetischen Leerlauf.“

Christoph Schlingensief ist am 21. August 2010 verstorben. Requiescat in pace (R.I.P.). In Vorahnung seines Todes und eingedenk seines „Fluxus-Oratorium … Mehr