Julius Schniewind, Die Seligpreisungen Matthäus 5,3-12 (NTD): „Das Fragen und Verlangen nach Gerechtigkeit auf Erden wird selig gepriesen, das brennende Verlangen (Hunger und Durst!) danach, dass Unrecht und Ungerechtigkeit aufhören möchten. Wo dies Verlangen brennt, ist es ein Fragen nach Gott und nach seiner Gerechtigkeit, und das bedeutet allerdings eine Haltung des ganzen Lebens, ein Warten; die Antwort auf dies Warten ist die von Christus geschenkte Tat.“

Wie Julius Schniewind (1883-1948) die Seligpreisungen der Bergpredigt 1936 biblisch-theologisch auf ein „Heute“ auszulegen vermochte, erweist sich immer noch als … Mehr

Claus Westermann, Ruf aus der Tiefe (1976): „Die Klage ist die Sprache des Leides. Leid muss sich aussprechen können, es muss sich auch Gott gegenüber aussprechen können. Darum gehört die Klage not­wendig zum Reden des Menschen zu Gott. Klage aber ist nicht einfach identisch mit Schrei. Schrei ist der un­mittelbare Reflex des Schmerzes oder der Angst, der als solcher nicht artikuliert zu sein braucht. Es ist ein Reflex kreatürlicher Art, der dem Menschen mit vielen Tieren gemeinsam ist. Die Klage ist im Unterschied zum Schrei artikuliert, in der Klage wird der Schrei zur Sprache.“

Ruf aus der Tiefe Von Claus Westermann Der Schrei der Unterdrückten in den Psalmen Das Loben Gottes in den Psalmen … Mehr

Von der Theologie. Die Kunst der guten Gottesrede in Entsprechung zur gelesenen SCHRIFT: „Demzufolge ist die Theologie keine theoretische Wissenschaft, sondern eine poie­tische Kunst, die auf Glauben aus ist. Sie folgt der gelesenen SCHRIFT und kann damit kein metaphysisch gehaltenes Gotteswissen sein, das von einem gedachten Gott ausgeht. Die Theologie ist eine reguläre Kunst und keine apodeiktische Wissenschaft. Sie referiert kein allgemeingültiges Wissen des Unveränderlich-Notwendigen. Stattdessen zeigt sie sich als regelgeleitetes Vermögen, ein kontingentes, so als auch anders mögliches Kunstwerk, nämlich die gute Gottesrede zu bewirken.“

Nachdem meine Dissertationsschrift out of print ist, hier der Text: Von der Theologie. Die Kunst der guten Gottesrede in Entsprechung … Mehr

Jürgen Roloff, Biblisches Heilsverständnis: „Die Erwartung von Heil artikuliert sich durchweg im Horizont erfahrener Heillosigkeit. Ihre konkreten Inhalte sind deshalb weithin die positiven Korrelate von als bedrückend empfundener Lebensminderung, Gefährdung und Entfremdung. Heil wird zuteil, indem solche Negativität durch die Gewährung von Ganzheit, Unversehrtheit und Gesundheit von Leben und Zuständen überwunden wird, wobei die Heilsaneignung nicht nur die Form konkreter Erfahrung, sondern auch die der auf Gottes Zusage (Verheißung) sich gründenden Hoffnung haben kann.“

Biblisches Heilsverständnis Von Jürgen Roloff 1. Allgemein Heil soll hier als theologischer Universalbegriff verstanden werden, der übergreifend alles zusammenfaßt, was … Mehr

Ottmar Fuchs, Gott in Dunkelheit erahnen. Die biblische Verbindung von Lob und Klage: „Auf den ersten Blick scheinen Klage und Lob sich wie Feuer und Wasser zueinander zu ver­halten. Schaut man aber genauer hin, dann verhält sich das Lobgebet nicht so wie das Dankgebet zur Klage: denn das Dankgebet könnte in der Not kaum gesprochen werden. Beim Lobgebet kann dies aber der Fall sein. Wenn man von dieser Ahnung Gottes in der Dunkelheit keine Ahnung hat, kommt man leicht dazu, den dritten Teil von Psalm 22 (V. 23-32) als einen später angefügten Teil zu betrachten. Denn in diesem dritten Teil wird Gott gelobt und die ganze Welt wird dazu aufgerufen Gott zu loben.“

Gott in Dunkelheit erahnen. Die biblische Verbindung von Lob und Klage Von Ottmar Fuchs Das Bekenntnis, dass Gott der „Ich … Mehr

Werner H. Schmidt, Der Glaube an den Schöpfer: „Schöpfung ist auf Geschichte, damit auf Veränderungen hin offen, ja kann als »Neu-Schöpfung« erwartet werden. So ist Schöpfung nicht allein auf Vergangenheit und Gegenwart bezogen, kann vielmehr zum Inhalt von Hoffnung werden, sich auf kommendes Neues ausrichten: »Siehe, ich schaffe Neues« (Jes 43,18f.), »einen neuen Himmel und eine neue Erde« (Jes 65,17; vgl. 66,22; 2 Petr 3,13; Apk 21).“

Der Glaube an den Schöpfer Von Werner H. Schmidt I. Der Sprecher als Geschöpf »Ich danke dir, daß ich so … Mehr

Albrecht Grözingers Predigt zu Philipper 1,15-21: „Dieser Tod am Kreuz hat den Tod selbst verändert. Er ist nicht mehr das Letzte, nicht mehr das Ende des Lebens. Sondern dieser Tod ist der Durchbruch zum Leben selbst. Und deshalb, und nur deshalb, kann Paulus sagen: ‚Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.'“

Predigt zu Philipper 1,15-21 Von Albrecht Grözinger I. Hier schreibt ein Mensch in grösster Not. Der Apostel Paulus ist in … Mehr

Abraham Joshua Heschel, Die Bibel ist unsere Bestimmung (1969): „Ihre Kraft lässt nicht nach. In der Tat steht sie noch ganz am Anfang seiner Laufbahn, die volle Bedeutung ihres Inhalts hat kaum die Schwelle unseres Verstandes berührt; wie ein Ozean, auf dessen Grund unzählige Perlen liegen, die darauf warten, entdeckt zu werden, so ist ihr Geist noch zu entfalten.“

Die Bibel ist unsere Bestimmung Von Abraham Joshua Heschel Was ist das Besondere am jüdischen Leben? Die Tatsache, dass wir … Mehr