Walter Brueggemann, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Das Gebet ist eine Äußerung der Kühnheit, die eine ziemlich fordernde Erwartung an JHWH richtet. JHWHs eigentliche Rolle ist es, in rettender Weise gegenwärtig zu sein. JHWHs Gegenwart sollte eine Garantie für Regen oder für alles andere sein, was nötig ist, um Leben zu haben. Diese Art der Ansprache Gottes ist ein Motivationsmittel in der Klageform. Ihre Funktion ist es, von JHWH das zu fordern, was von ihm erwartet wird.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Walter Brueggemann Diese Einheit ist ein Klagelied mit einer Antwort in Form eines göttlichen Orakels. … Mehr

Terence E. Fretheim, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Die Anrede Gottes als ‚Hoffnung‘ ist mit Gott als demjenigen verbunden, der eine Geschichte hat, Menschen in Zeiten der Not zu retten. Gott wird ‚Hoffnung‘ genannt, gerade weil er sich im Laufe ihres gemeinsamen Lebens als Retter Israels erwiesen hat. Bei einem solchen Gott müssen Nöte nicht das Ende der Geschichte sein. Es gibt Zukunftsmöglichkeiten mit diesem Gott, die sich auf heilsame Weise über das gegenwärtige Debakel hinaus bewegen. Bemerkenswerterweise bittet das Volk Gott nicht ausdrücklich um Vergebung seiner Sünde, obwohl Gott eine Geschichte hat, auf Buße auf diese Weise zu reagieren.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Terence E. Fretheim Die Dürre und ihre Auswirkungen, 14,1-6 Das Wort Gottes über Israels Erfahrung … Mehr

Gerhard Sauter, Jona 2. Ein Gebet aus der Tiefe: „Das Lachen vergeht jedoch, wenn wir zu Jona in der unergründlichen Tiefe des Fischbauches zurückkehren. Drei Tage und Nächte, und nur ein einziges Gebet! Dieses Gebet ist eine Klage und ein Danklied – ein Psalm wie viele andere. Ein solcher Psalm gehört eigentlich in den Tempel, wenn die Geretteten nach einer überstandenen Gefahr ihre Opfer bringen. Der Bauch eines Fisches ist ein höchst eigentümlicher Ort für ein solches Gebet – viel zu dunkel und unheilverheißend, ohne Ausweg. Ist es im Bauch eines Fisches nicht viel zu früh, solchen Dank auszusprechen?“

Jona 2: Ein Gebet aus der Tiefe (Jonah 2: A Prayer Out of the Deep, 2003) Von Gerhard Sauter Manchmal … Mehr

Roman Brandstaetter, Hymnus an die Bibel: „Da formte der Herr deine Kehle, / meißelte deinen Gaumen / nach dem Bild des Himmelsgewölbes, / deinen Lippen und deiner Zunge / gab er die Gabe, Laute zu bilden, / und indem er dir seine Stimme einhauchte, / machte er sie zu deiner Stimme, / Stimme, / Stimme, / sichtbare Stimme, / hervortretend hinter den Bergen Moabs, / aufgehend hinter den Sanden der Wüste, / im ersten Vers der Genesis: / Bereschit bara Elohim, / heiliger Anfang der Buchstaben, / Keim von Sätzen, Kapiteln und Büchern, / die im Rhythmus des göttlichen Atems / sich zugleich / in alle Richtungen bewegen / wie der Wagen des herrlichen Thrones, / den im Land der Chaldäer, / am Fluss Kebar, / in Verzückung der erschrockene / Ezechiel schaute.“

Hymnus an die Bibel (Hymn do Biblii) Sei gegrüßtund gepriesenund gesegnet,Bibel,erschaffen vor der Schöpfung,als noch nichts geschaffen war,vor der Zeit,als … Mehr

Walther Eichrodts Kommentar zu Hesekiel 2 und 3 (1959): „Die mit dem Vollzug der gehorsamen Tat geschenkte innere Befreiung spiegelt sich in dem süßen Geschmack der seltsamen Speise wider. Es wäre allegoristische Verzeichnung der starken Symbolkraft dieses Erlebens, wollte man hier die Süßigkeit des Gottesworts überhaupt angedeutet sehen, worauf ja auch im ganzen Vorgang nichts hinweist. Vielmehr geht es um die Erfahrung, dass auch die fremd und unverständlich scheinende Forderung Gottes, wo sie erfüllt wird, eine innere Befriedigung schenkt, die ihr alle Bitterkeit nimmt.“

Kommentar zu Hesekiel 2 und 3 Von Walther Eichrodt 2,1—7: Die Sendung an Widerspenstige. Die befreiende neue Gewißheit der Nähe … Mehr

Hans-Georg Gadamer über die Hermeneutik (1974): „Die Überlieferung, in der wir leben, ist nicht eine sogenannte kulturelle Überlieferung, die aus Texten und Denkmälern allein bestünde und ei­nen sprachlich verfaßten oder geschichtlich dokumentierten Sinn vermittelte. Vielmehr wird uns die kommunikativ erfahrene Welt selbst als eine offene Totalität beständig übergeben, «traditur», und hermeneutische Anstrengung gelingt überall da, wo Welt erfahren, Unvertrautheit aufgehoben wird, wo Einleuchten, Einsehen, Aneignung erfolgt, und am Ende auch dort, wo die Integration aller Erkenntnis der Wissenschaft in das persönliche Wissen des Einzelnen gelingt.“

Hermeneutik Von Hans-Georg Gadamer Hermeneutik ist die Kunst des ἑρμηνεύειν, d.h. des Verkündens, Dolmetschern, Erklärens und Auslegens. ‹Hermes› hieß der … Mehr

Robert W. Jenson, Kommentar zu Ezechiel 2-3. Ordination und Beauftragung: „So wie das Wort des Herrn in der Beauftragung Ezechiels sakramental verkörpert ist, so ist es auch in der gesamten Rede der Propheten über dieses Wort. Das heißt: Das Wort Gottes, das die Geschichte bestimmt, ist selbst inmitten der aufeinanderprallenden und sich vereinigenden Körper, die Geschichte machen, voll beteiligt. Das entspricht den Andeutungen der Inkarnation, die wir in Ezechiel gefunden haben und noch finden werden: Gott regiert nicht nur von außen, sondern auch aus dem Inneren der Geschichte.“

Kommentar zu Ezechiel 2-3. Ordination und Beauftragung Von Robert W. Jenson Visionen von Gott zu sehen oder ihn sogar sprechen … Mehr

Walter Lüthi, Ein Kapitel. Bibelarbeit über Josua 1 (1957): „Eine seltsame Waffe, Gottes Wort! Ein seltsamer Militär, dieser Josua! Ob ein solcher brauchbar wäre in den Heeresbeständen dieser Zeit und Welt? Sonst mag einem Truppenführer eingeschärft werden, er solle nicht von den Generalstabsplänen abweichen, nicht zur Rechten noch zur Linken; dem Führer Israels aber wird das unverdrossene Verharren an Gottes Wort eingeschärft und gesagt, « alsdann wird es dir gelin­gen ». Seltsamer Generalissimus, seltsamer Landeroberer, dieser Josua, dieser «Gott rettet»! Ob ein solcher bei den Russen, oder bei den Amerikanern, oder bei der neuen Deutschen Wehrmacht zählen würde?“

Ein Kapitel. Bibelarbeit über Josua 1 Von Walter Lüthi 1. Nach dem Tode Mose’s, des Knechts des Herrn, sprach der … Mehr

Julius Schniewind, Die Taufe Jesu nach Matthäus 3,13–17 (NTD): „Der Sinn der Taufe Jesu ist vielmehr der, dass er ‚alle Gerechtigkeit erfüllt‘; dies ist’s, was ihm ‚geziemt‘. Die Rechtsordnung Gottes besteht darin, dass der Messias, der Gotteskönig, sich zu seinem Volk hält, dass der Knecht Gottes für die ‚Vielen‘ eintritt. Jesus stellt sich mit denen zusammen, die Sünder sind. Dies war schon der Sinn der Überlieferung von Matthäus 1; es ist der Sinn der Erzählungen von Jesu Helfen und Vergeben, wie sie durch alle Evangelien gehen und bei Matthäus uns von Kapitel 8 an begegnen.“

Die Taufe Jesu nach Matthäus 3,13–17 (vgl. Mk 1,9–11; Lk 3,21f.) Von Julius Schniewind 13 Damals kommt Jesus von Galiläa … Mehr