Demokratie und Protestantismus Von Trutz Rendtorff A. Der deutsche Protestantismus bekennt sich erst heute ausdrücklich zur demokratischen Verfassung des Staates. … Mehr
Kategorie: Protestantismus und Religionismus
Eberhard Jüngel über die Aufklärung im Licht des Evangeliums: „Gerade im Blick auf das Böse ist uns die sich selbst so nennende Aufklärung eine radikale Aufklärung schuldig geblieben. Auch die Theologie ist sie der Zeit bisher schuldig geblieben. Böse ist trotz der ungeheuren Exzesse von Bosheit, die das zu Ende gegangene Jahrhundert kennzeichnen, noch immer eine bourgeoise, einer verbürgerlichte und insofern auch schon verharmloste Kategorie. Mangelt es der christlichen Theologie an Mut zu jener ‚Umwertung aller Werte‘, die sich im Lichte des Evangeliums vollzieht und ohne die die Abgründe des Bösen zwar erfahren und erlitten, nicht aber auf den Begriff gebracht und also auch nicht bekämpft, mit Gedanken, Worten und Werken erfolgreich bekämpft werden können?“
Über die Aufklärung im Licht des Evangeliums Von Eberhard Jüngel Schneidend wird die Differenz zwischen der im Lichte der Vernunft … Mehr
Paul Tillich, Die christliche Hoffnung und ihre Wirkung in der Welt (1963): „Die unendliche Bedeutung des Einzelnen für das Christentum bleibt in der christlichen Hoffnung erhalten. Aber über das Wie kann nichts ausgesagt werden, und wo es versucht wird, ist es dichterische Symbolik, deren Schönheit Absurdität wird, wenn man sie wörtlich nimmt. Darum muß der Theologe hier schweigen und mit allen Kreaturen auf das hoffen, was nicht gesehen und gesagt werden kann.“
Die christliche Hoffnung und ihre Wirkung in der Welt (1963) Von Paul Tillich 1 In dem Sammelband Die Hoffnungen unserer … Mehr
Martin Rades Antwortbrief an Karl Barth vom 5. September 1914: „Gewiss, unser Volk hat den Krieg damals schon nicht anders empfunden, denn als ein Unglück. Aber eben als ein so großes ungeheures, dass ihm alles andre Denken und Fühlen verging über dem Einen: Gott. Und Sie verlangen, wir sollten bei dem Erleben dieses Krieges Gott außerm Spiele lassen. Das ist unmöglich. Für eine so überwältigende Sache gibt es nur Einen möglichen Grund und Urheber: Gott.“
Antwortbrief an Karl Barth Von Martin Rade Marburg, den 5. September 1914. Lieber Freund, Unter den vielen Briefen, die mir … Mehr
Karl Barths Brief an Martin Rade vom 31. August 1914: „Warum lassen Sie bei dieser ganzen weltlichen, sündigen Notwendigkeit Gott nicht aus dem Spiele? Meinetwegen durch völliges Schweigen, wenn der ‚harten Realitäten‘ wegen das Protestieren nicht angeht; Schweigen mit allen religiösen Beziehungen auf das, was die Deutschen jetzt tun müssen, wäre auch ein Protest. Aber nicht Gott in der Weise in die Sache hineinziehen, als ob die Deutschen mitsamt ihren großen Kanonen sich jetzt als seine Mandatare fühlen dürften, als ob sie in diesem Augenblick mit gutem Gewissen schießen und brennen dürften.“
Nachdem Karl Barth Martin Rades Position zum Beginn des 1. Weltkriegs in der Zeitschrift Die Christliche Welt zur Kenntnis genommen … Mehr
Hans-Georg Gadamer über Rudolf Bultmanns Griechisch-Runde in Marburg: „Pünktlich um 8.15 Uhr begannen wir und lasen bis Schlag elf Uhr. Bultmann war ein strenger Mann. Dann erst begann die Nachsitzung. Rauchen durfte man vorher, nur dass Bultmann keine Zigaretten liebte, sondern schwarze Brasil oder Pfeife, und nur für Schlier hatte er aus besonderer Nachsicht die sogenannten Schwächlingszigarren, die mit einem blonden Deckblatt versehen waren.“
Über Rudolf Bultmanns Griechisch-Runde in Marburg Von Hans-Georg Gadamer Bultmann war nicht nur ein scharfer Theologe, sondern auch ein leidenschaftlicher … Mehr
Karl Jaspers Fundamentalkritik an Rudolf Bultmanns Entmythologisierungsprogramm „Wahrheit und Unheil der Bultmannschen Entmythologisierung“ von 1953: „Wie dürftig und spracharm unser Dasein, wenn mythische Sprache nicht in ihm gilt! und wie unwahr, wenn die unumgängliche mythische Denkweise mit albernen Inhalten erfüllt wird. Die Herrlichkeit und das Wunder der mythischen Anschauung muss gereinigt, aber nicht abgeschafft werden. Entmythologisierung ist fast ein blasphemisches Wort. Es ist nicht Aufklärung, sondern Aufkläricht, die das Wort Mythus so entwerten kann. Hört die Pracht des Sonnenaufgangs auf, eine leibhaftige, immer neue, beschwingende Wirklichkeit zu sein, eine mythische Gegenwart, auch wenn wir wissen, daß wir mit der Erde uns bewegen, also vom Aufgang keine Rede sein kann? Hört das Erscheinen der Gottheit auf dem Sinai, im Dornbusch, auf, ergreifende Wirklichkeit zu sein, auch wenn wir wissen, dass im Sinne raum-zeitlicher Realität hier menschliche Erlebnisse stattgefunden haben? Entmythologisieren, das würde bedeuten, ein Grundvermögen unserer Vernunft zum Erlöschen zu bringen.“
Wahrheit und Unheil der Bultmannschen Entmythologisierung Von Karl Jaspers Inhaltsübersicht Situation, aus der diese Kritik entspringt. I. Zwei brüchige Voraussetzungen … Mehr
Hermann Sasses persönliche Erklärung zur Barmer Theologischen Erklärung vom 31. Mai 1934: „Indem die Synode die bei einer Beschlussfassung über Bekenntnisfragen gebotene itio in partes vermieden, vielmehr als ganze eine Lehrerklärung angenommen hat, hat sie sich faktisch als Lehrinstanz für Lutheraner und Reformierte erklärt. Als solche kann sie von der Kirche Augsburgischen Bekenntnisses niemals anerkannt werden, da die lutherischen Bekenntnisse eine über den Konfessionen stehende evangelische Kirche und ein Lehramt einer solchen Kirche nicht kennen.“
Persönliche Erklärung zur Barmer Theologischen Erklärung vom 31. Mai 1934 Von Hermann Sasse Zu dem der Bekenntnissynode von ihrem Theologischen … Mehr
Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933): „Nach dem Neuen Testament ist die christliche Kirche eine Kirche aus ‚Juden und Heiden‘, die sich sichtbar in einer Gemeinde zusammen finden. Nach dem Neuen Testament sind für die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinde allein der Glaube und die Taufe maßgebend; es können aber Juden und Heiden in gleicher Weise zum Glauben kommen und getauft werden. Nach dem Neuen Testament sind zu kirchlichen Amtsträgern Juden und Heiden in grundsätzlich gleicher Weise geeignet. Sie werden zu einem kirchlichen Amt allein nach dem Maßstab ihres Glaubens, ihres Wandels und ihrer persönlichen Eignung von der Kirche und nur von ihr berufen.“
Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933) Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen … Mehr