Karl Löwith, Christentum und Geschichte (1955): „Diese moderne Einschätzung der Geschichte, wonach sie schon selber die massgebende, umfassende und absolute Wirklichkeit ist, hat im ‚Historismus‘ zu einer Überschätzung der Geschichte geführt, aus der es keinen historischen, sondern nur einen philosophischen oder theologischen Ausweg gibt.“

Christentum und Geschichte Von Karl Löwith Die Geschichte kann den Menschen nie lehren, was wahr und was falsch ist. Das … Mehr

Oswald Bayer über Johann Georg Hamann (1730-1788): „Das Medium, innerhalb dessen Hamann seinen Lebenslauf einschließlich der entscheidenden Wende nicht nur erzählt, in dem vielmehr diese Geschichte, verdichtet in jene Wende, ge­schah und überhaupt erst hat geschehen können, ist die Sprache der Bibel. Es sind die in ihr erzählten Geschichten, in die sich Gott selbst hineinbegeben hat.“

Johann Georg Hamann Von Oswald Bayer »… leider hängt unser Urtheil von einem Augenblick, von einem mehrentheils willkürlichen Gesichtspunkt ab, … Mehr

Leszek Kolakowski, Der Priester und der Narr. Das theologische Erbe in der heutigen Philo­sophie (1959): „In der Gestalt des Narren kommt das zur Geltung, was nur eine Möglichkeit ist und was in ihm wirklich wird, ohne daß es faktisch existiert. Wir treten für die Philosophie des Narren ein, also für die Haltung der negativen Wachsamkeit gegenüber jedem Absolu­ten.“

Der Priester und der Narr. Das theologische Erbe in der heutigen Philo­sophie Von Leszek Kolakowski Die Philosophie hat sich niemals … Mehr

Søren Kierkegaard über Hiob in Die Wiederholung von 1843: „Wo ich Hiob nicht hätte! Es ist unmöglich zu beschreiben und genau zu schattieren, welche Bedeutung und welche vielfältige Bedeutung er für mich hat. Ich lese ihn nicht, wie man sonst ein Buch liest, mit dem Auge, sondern ich lege das Buch gleichsam auf mein Herz, und mit des Herzens Auge lese ich es, verstehe wie in Hellsichtigkeit das Ein­zelne auf die verschie­denste Weise.“

Hiob, erlebt von einem Verzweifelten Von Søren Kierkegaard d. 19. September Mein verschwiegener Mitwisser! Hiob! Hiob! O Hiob! Hast du … Mehr

Georg Simmel, Exkurs über den Fremden in seiner Soziologie (1908): „Der Fremde ist ein Element der Gruppe selbst, nicht anders als die Armen und die mannigfachen »inneren Feinde« — ein Element, dessen immanente und Gliedstellung zugleich ein Außerhalb und Gegenüber einschließt. Die Art nun, wie repellierende und distan­zierende Momente hier eine Form des Miteinander und der wechsel­wirkenden Einheit bilden, mag durch folgende — keineswegs als erschöpfend ge­meinte — Bestimmungen angedeutet werden. …“

Exkurs über den Fremden Von Georg Simmel Wenn das Wandern als die Gelöstheit von jedem gegebenen Raumpunkt der begriffliche Gegensatz … Mehr

Isaiah Berlin, Der Nationalismus. Seine frühere Vernachlässigung und gegenwärtige Macht (1979): „Die Propheten des Nationalismus reden manchmal so, als wenn das höhere, ja sogar höchste Recht der Nation gegenüber dem Einzelnen auf der Tatsache gründe, dass allein das Leben, die Ziele und die Geschichte der Nation allem Sinn und Bedeutung verleihen können, was das Individuum ist und tut.“

Der Nationalismus. Seine frühere Vernachlässigung und gegenwärtige Macht[1] Von Isaiah Berlin I Die Ideengeschichte ist ein reiches, aber zugleich auch … Mehr

Reinhart Koselleck über die Zeit: „Wenn sich alles nur stetig wiederholte, gäbe es keinen Wandel. Daher lautet die für Natur- und Geistes­wissenschaften gemeinsame Herausforderung, Prozesse zu erkennen, die sowohl innovativ sind, als auch auf wiederkehrenden Voraussetzungen ihrer Innovation beru­hen.“

Zeit Von Reinhart Koselleck Zeit (griech. chronos, lat. tempus) ist wie Raum ein Uni­versalbegriff, ohne den keine menschliche Erfahrung und … Mehr