Karl Jaspers, Unsterblichkeit (1957): „Die philosophische Einsicht ist nie wie ein Wissen, das ich besitze. Solange wir in der Zeit leben, ist uns die Sehnsucht nach der zeitlichen Gegenwart derer, die entschwunden sind, nur in der Erinnerung zu sein scheinen, unumgänglich. Uns ist in der Zeit die Trauer auferlegt. Durch keinen Unsterblichkeitsgedanken ist sie zu tilgen, aber sie ist selber hineinzunehmen in die übergreifende philosophische Einsicht.“

Unsterblichkeit Von Karl Jaspers Kein Mensch weiß, was nach dem Tode aus ihm wird. Von jeher glaubten die meisten und … Mehr

Blaise Pascal, Wir halten uns nie an die Gegenwart (Pensées): „Das kommt daher, weil die Gegenwart uns meistens weh tut. Wir verbergen sie unserem Blick, weil sie uns betrübt, und wenn sie uns angenehm ist, bedauern wir, sie entschwinden zu sehen. Wir bemühen uns, sie durch die Zukunft abzusichern, und meinen die Dinge zu ordnen, die nicht in unserer Macht stehen.“

Wir halten uns nie an die Gegenwart (Pensées) Von Blaise Pascal Wir halten uns nie an die Gegenwart. Wir rufen … Mehr

Über das Opfer Abrahams. George Steiner und Pierre Boutang im Fernsehgespräch (1987): „Für Boutang ist es also, wenn ich das richtig verstehe, der Teufel. Gott, der im Voraus weiß, dass er das Kind retten wird, fragt das nicht von einem Vater. Ich weiß, dass er es verlangt hat, und dass er das Kind nicht gerettet hat, und dass er es heute nicht rettet, und dass er es nicht retten wird auf der Straße, morgen, vor uns, vor dem Unfall, ich spreche überhaupt nicht mehr vom Dämon, ich spreche von der Straße, morgen, vom Krankenhaus heute Nachmittag …“

Über das Opfer Abrahams. George Steiner und Pierre Boutang im Fernsehgespräch (1987) George STEINER: In allem, was ich schreibe, dreht … Mehr

Martin Buber, Die Opferung Isaaks (Gottesfinsternis): „Es ist ein Zeitalter, in dem die Suspension des Ethischen in einer karikaturhaften Gestalt die Menschenwelt erfüllt. Wohl haben sich immer schon die Affen des Absoluten auf Erden getummelt, immer und immer wieder sind Menschen aus dem Dunkel angeheischt worden, ihren Isaak herzugeben, und hier gilt es: »Was er unter Isaak zu verstehen hat, kann der Einzelne nur mit sich selbst für sich selbst ausmachen.«“

Die Opferung Isaaks (Gottesfinsternis) Von Martin Buber Das erste Buch Kierkegaards, des großen Erzprüfers der Christenheit im neunzehnten Jahrhundert, das … Mehr

Hannah Arendt in ihrem letzten Interview 1973: „Wir kennen die Zukunft nicht, jeder handelt in die Zukunft hinein, und niemand weiß, was er tut, weil die Zukunft getan wird. Das Handeln ist ein ‚Wir‘ und nicht ein ‚Ich‘. Nur dort, wo ich der Einzige bin, wenn ich der Einzige wäre, könnte ich aus dem, was ich tue, vorhersagen, was geschehen wird. Nun sieht es so aus, als sei das, was tatsächlich geschieht, völlig kontingent, und Kontingenz ist in der Tat einer der größten Faktoren in der gesamten Geschichte.“

Das letzte Interview. Hannah Arendt im Interview mit Roger Errera Im Oktober 1973 wurde Hannah Arendt von Roger Errera für … Mehr

Karl Barth über Dogmatik und Philosophie (1935): „Die Theologie muss faktisch Widerspruch erheben gegen jede Art von Realismus und Idealismus. Der Sinn aller Bilder und aller Begriffe liegt für sie nicht in den Bildern und Begriffen selbst, sondern hat in Gott seinen Bezug. Unsere Denk- und Sprachbewegungen können nur einen sekundären Sinn haben und als Bewegungen des Geschöpfes unmöglich zusammenfallen mit der Wahrheit Gottes, von der her es Wahrheit in der Welt gibt.“

Dogmatik und Philosophie Von Karl Barth Wenn wir den Mund auftun, so befinden wir uns im Bereich der Philosophie. Daß … Mehr

Søren Kierkegaard, Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen?: „Im Verhältnis zu anderen Menschen, oder als Christ zu anderen Christen, darf kein einzelner Mensch, oder kein einzelner Christ meinen, absolut im Besitz der Wahrheit zu sein: Ergo darf er nicht einzelne Andere daran schuld werden lassen, ihn für die Wahrheit zu töten.“

Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen? (Hat ein Mensch das Recht, sich für die Wahrheit totschlagen zu … Mehr

Platon über den Werdegang der Demokratie in seiner Politeia (Der Staat): „In den ersten Tagen, sagte ich, und in der ersten Zeit wird er den Leuten zulächeln und alle freundlich begrüßen, denen er begegnet. Er behauptet, er sei gar kein Tyrann und macht den Einzelnen und der Öffentlichkeit große Versprechungen. Er erläßt Schulden und verteilt Land unter das Volk und unter seine Gefolgschaft und gibt sich den Anschein, als sei er allen freundlich und milde gesinnt.“

Platons Demokratiekritik im 8. Buch seiner Politeia (Der Staat) ist mehr als fraglich. Und doch macht der Altphilologe Christoph Riedweg … Mehr