Über den Thymos und dessen schädigenden Auswirkungen: „Wo der wählerische Homo optativus immer weniger für sich selbst erreichen kann und immer mehr zu verlieren hat, lässt die Verlusterfahrung den Thymos über sich herauswachsen. Als Populismus oder Haltungsaktivismus kollektiviert zersetzt er in seinem Eifer den Gemeinsinn, senkt Toleranzschwellen und lässt Konflikte eskalieren. Ist die kommunikative Vernunft nicht länger einem kollektivierten Thymos gewachsen, zerfällt ein demokratischer Verfassungsstaat in einen Tribalismus oder wird durch eine Diktatur ersetzt.“

Über den Thymos und dessen schädigenden Auswirkungen Von der anthropologischen Tradition her unterscheidet man bezüglich des Menschseins zwischen Geist (pneuma/spiritus) … Mehr

Baruch de Spinoza über den Aberglauben in Zeiten der Furcht (Theologisch-politischer Traktat): „Weiter geht daraus hervor, dass er zwangsläufig sehr verschiedenartig und unbeständig ist, wie es alle Hirngespinste des Geistes und alle Antriebe der Raserei sind, und schließlich, dass er nur in Hoffnung, Hass, Zorn und Arglist seine Stütze findet, weil er ja nicht der Vernunft entspringt, sondern allein dem Affekt, und zwar dem allerwirksamsten.“

Über den Aberglauben in Zeiten der Furcht Von Baruch de Spinoza Wenn die Menschen alle ihre Angelegenheiten nach einem bestimmten … Mehr

Über Leopoldine Weizmann (1898-2002): „Leopoldine Weizmann, Tochter des Rechtsanwalts Samuel Weizmann und der Marie Frendl, die beide aus Österreich stammten, verbrachte ihre Kindheit in einer wohlhabenden, nicht praktizierenden jüdischen Familie in Wien. Sie hatte eine ältere Schwester, Gertrud, und einen jüngeren Bruder, Fritz, die nach Kanada auswanderten. Ihr Vater starb im April 1943 bei der Deportation nach Auschwitz. Chaim Weizmann, der erste Präsident des Staates Israel, war ein Cousin, dessen zionistische Optionen sie nicht teilte.“

In seiner Biographie über Hannah Arendt erwähnt Thomas Meyer Leopoldine Weizmann, die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts dem … Mehr

Gustav Landauer über Martin Buber 1913: „Er hat keinen Appell losge­lassen, hat nicht zur Scham und zur Einsicht oder zur Duldung und Menschlichkeit aufgerufen; er hat nur öffentlich zu den Juden gesprochen und ihnen an einem groß zusammengefassten, verklärten, fast zum Mythos gestalteten Bild der Vergangenheit und aus den Tiefen seiner eigenen Seele heraus gesagt, was sie damit sind, dass sie Juden sind.“

Martin Buber[1] Von Gustav Landauer Martin Buber war in diesen Jahren eine große Verheißung; er ist jetzt ein Gelöbnis ge­worden, … Mehr

Hannah Arendt, Einige Fragen der Moralphilosophie (Some Questions of Moral Philosophy, 1965): „Wir haben den totalen Zusammenbruch aller etablierten moralischen Standards im öffentlichen und privaten Leben während der 30er und 40er Jahre miterlebt, und zwar nicht nur (wie man heute gewöhnlich annimmt) in Hitlerdeutschland, sondern auch in Stalins Russland, wo in diesem Moment von der jüngeren Generation Fragen gestellt werden, die große Ähnlichkeit mit denen haben, die derzeit in Deutschland diskutiert werden.“

Einige Fragen der Moralphilosophie. Einführungsvortrag Von Hannah Arendt Meine Damen und Herren! Viele von uns haben in den letzten Wochen … Mehr

Immanuel Kant über das Gebet aus seinem schriftlichen Nachlass: „Daher kommt es auch, daß Derjenige, welcher schon große Fortschritte im Guten gemacht hat, aufhört zu beten; denn Redlichkeit gehört zu seinen ersten Maximen — ferner, daß diejenigen, welche man beten findet, sich schämen. In den öffentlichen Vorträgen an das Volk kann und muß das Gebet beibehalten werden, weil es wirklich rhetorisch von großer Wirkung seyn und einen großen Eindruck machen kann.“

Da mag man als Theologe ganz anderer Meinung sein: Vom Gebet Von Immanuel Kant Dem Gebete andere als natürliche Folgen … Mehr

Was Immanuel Kant in seiner Religionsschrift vom Beten hält: „Das Beten, als ein innerer förmlicher Gottesdienst und darum als Gnadenmittel gedacht, ist ein abergläubischer Wahn (ein Fetischmachen); denn es ist ein bloß erklärtes Wünschen, gegen ein Wesen, das keiner Erklärung der inneren Gesinnung des Wünschenden bedarf, wodurch also nichts getan, und also keine von den Pflichten, die uns als Gebote Gottes obliegen, ausgeübt, mithin Gott wirklich nicht gedient wird.“

In seiner Religionsschrift „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (1793/94) redet Immanuel Kant einem Gebetsautismus das Wort: Über … Mehr