Martin Luther, Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522): „Beachte ein Gleichnis: Wenn dein Bruder mit einem Strick um den Hals gefährlich von seinem Feind gebunden wäre, und du Narr würdest zornig auf den Strick und den Feind, liefen hin und rissen den Strick mit großem Ernst zu dir oder stachen mit einem Messer danach, so würdest du wohl deinen Bruder erwürgen oder erstechen und mehr Schaden anrichten als der Strick und der Feind. Wenn du ihm aber helfen willst, musst du folgendermaßen vorgehen: Den Feind kannst du hart genug bestrafen oder schlagen, aber mit dem Strick musst du sanft und vorsichtig umgehen, bis du ihn von seinem Hals entfernt hast, damit du deinen Bruder nicht erwürgst.“

Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522) Von Martin Luther Jesus. Allen Christen, … Mehr

Martin Luther über die Rechtfertigungslehre in seiner Vorrede zur Promotionsdisputation von Palladius und Tilemann (1537): „Der Artikel der Rechtfertigung ist der Lehrer und Fürst, der Herr, Lenker und Richter über alle Arten von Lehren. Er bewahrt und regiert die gesamte kirchliche Lehre und richtet unser Gewissen vor Gott auf. Ohne diesen Artikel ist die Welt nichts als Tod und Finsternis.“

Vorrede zur Promotionsdisputation von Palladius und Tilemann (1537) Von Martin Luther Der Artikel der Rechtfertigung ist der Lehrer und Fürst, … Mehr

Martin Luther über den rechten Gottesdienst wider die Herodisten (Weihnachtspostille, 1522): „Wenn du das heilige Kreuz trägst und musst viel um solchen Glaubens und Bekenntnisses willen leiden, so dass du Leib und Leben, Gut und Ehre, Freund und Gunst daran setzen musst, das heißt recht gefeiert und den Sabbat geheiligt, da nicht du selbst, sondern Gott allein in dir wirkt, und du nur ein leidender, verfolgter Mensch bist. Das ist das dritte Stück des Gottesdienstes, im dritten Gebot zusammengefaßt. Siehe, das ist die erste Tafel mit den ersten drei Geboten, welche in die drei Stücke inbegriffen werden: Glauben, Bekennen und Leiden; dadurch wird diesem Leben und der Welt entsagt und allein Gott gelebt.“

Vom rechten Gottesdienst wider die Herodisten (Weihnachtspostille, 1522) Von Martin Luther Keinen bessern Unterschied kann man hierin haben als Gottes … Mehr

Martin Luther, Das Evangelium in der hohen Christmesse (Johannes 1,1-14, Auszüge aus der Kirchenpostille von 1522): „Wie man nun Christi Wort auslegt, da er sagt: Ich bin das Leben, also soll man dies auch auslegen, gar nichts von dem Leben der Kreaturen in Gott auf philosophisch, sondern wiederum wie Gott in uns lebe und seines Lebens uns teilhaftig mache, dass wir durch ihn, von ihm und in ihm leben.“

Das Evangelium in der hohen Christmesse (Johannes 1,1-14). Auszüge aus der Kirchenpostille von 1522 Von Martin Luther Dieses ist das … Mehr

Walter Jens, Es begibt sich aber zu der Zeit. Zur Weihnachtsgeschichte: „Wie in einem Rene-Clair-Film die Kamera vom Himmel über der Metropole auf die Dächer, von den Dächern auf eine Mansarde, von der Mansarde auf einen Vogelbauer, vom Vogelbauer auf den Kopf eines Kanarienvo­gels schwenkt, so lässt der Erzähler Lukas seine Geschichte in Rom beginnen, im Bannkreis des Kaisers, spinnt, in den oberen Rängen verweilend, sein Garn fort, indem er, weit weg schon von der Fürsten­loge, in Syrien einen gewissen Cyrenius mit ins Spiel bringt, gelangt danach ins Parkett, spricht vom – immer noch großen – Galiläa, um endlich, ganz hinten, wo im Theater einmal die Stehplätze waren, nach Nazareth und Bethlehem zu gelangen.“

Es begibt sich aber zu der Zeit. Zur Weihnachtsgeschichte Von Walter Jens In jenen Tagen befahl Kaiser Augustusallen Einwohnern des … Mehr

Martin Luther, An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen: „Lasst uns das gesagt sein, dass wir das Evangelium nicht recht erhalten werden ohne die Sprachen. Die Sprachen sind die Scheiden, worin dieses Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, worin man dieses Kleinod trägt. Sie sind das Gefäß, worin man diesen Trank fasst. Sie sind die Kammer, worin diese Speise liegt. Und wie das Evangelium es zeigt, sie sind die Körbe, in denen man diese Brote und Fische und Brocken aufbewahrt.“

An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen (1524) Von Martin Luther Gnade … Mehr

Ernst Wolf, Was wollte Luther eigentlich? (1966): „Darin, dass Christus sich des Sünders annimmt, dass er um seinetwillen sich erniedrigt, dass er für ihn eintritt, sich mit ihm solidarisch macht und ihn so den Mächten der Sünde und des Todes, der Herrschaft des Teufels entreißt, so den Menschen seiner eigenen, auch seiner religiösen Selbst-Sucht entnimmt, darin erweist sich Christus als «Herr des Lebens». Alles steht auf diesem «Artikel» des Glaubens an Christus: «Und wenn dieser Artikel wankt, so sind wir verloren».“

Was wollte Luther eigentlich? Von Ernst Wolf 1. Schrittweises theologisches Werden des Reformators Wenn die Lutherforschung den entscheidenden Durchbruch der … Mehr