Bis ans Ende aller Tage? Von Manès Sperber In einer frühen Phase seines Werdens erfährt ein jeglicher, daß er ein … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Reinhold Schneider, Pascals Drama (1954): „Pascal fordert den Widerspruch heraus und hat ihn schon einbezogen. Er hat mit solcher Meisterschaft die Stimmen seiner Gegner geführt, dass er als Verzweifelter oder auch Skeptiker aufgefaßt werden konnte. Lächelnd — mit dem in seiner Totenmaske vollendeten Lächeln — hätte er es hingenommen als Hülle seiner Wahrheit. Unverhüllt kann die Wahrheit ja gar nicht sein. Der Geist ist machtlos in der Ordnung des bösen Gelüstes, unerkennbar, scheinbar nicht da. Und auch Gott macht sich in gleichem Maße erkennbar, als er sich unerkennbar macht. So auch weht um das Heilige ein Schein der Bosheit, um den höchsten Eifer ein Schatten der Dämonie, um Jesus Christus die Frage: ob er des Zimmermanns Sohn sei oder ob er rase. Und im Schatten dieser Frage steht die von Christus gegründete Kirche, deren Grenzen wir nicht kennen, steht der Christ. Er ist im wesentlichen ein Fragender; aber nach Pascals Meinung sollte er jede Frage wagen. Denn die Antwort ist der im Fleische und in der Todesangst verborgene Gott.“
Pascals Drama (1954) Von Reinhold Schneider Man muß einen geheimen Gedanken im Hintergrund haben und von ihm ans alles beurteilen, … Mehr
Gottfried Bachl, Im Tunnel der Trauer: „Im Tunnel / der Trauer / greifen wir nach dir, / und die Hände / sind zu kurz, / um dein Herz zu fassen, / das rund um uns / schlägt.“
Im Tunnel der Trauer Im Tunnelder Trauergreifen wir nach dir,und die Händesind zu kurz,um dein Herz zu fassen,das rund um … Mehr
Gottfried Bachl, Psalm 48: „was ich mir nicht verbieten lasse. // die rede vom anfang, / vom urplötzlichen einschlag. // die Weigerung, dem zufall / viel zuzutrauen. // den vorzug, jemand lieber zu haben / als das etwas.“
Psalm 48 was ich mir nicht verbieten lasse. die rede vom anfang,vom urplötzlichen einschlag. die Weigerung, dem zufallviel zuzutrauen. den … Mehr
Stammt das Gedicht „Alles beginnt mit der Sehnsucht“ wirklich von Nelly Sachs oder ist es nicht doch ein Kukucksgedicht: „Fing nicht auch Deine Menschwerdung, Gott, / mit dieser Sehnsucht nach dem Menschen an?“
In der aktuelle Ausgabe von Publik Forum (Nr. 22 / 2025, S. 40f) bespricht Helmut Jaschke folgendes Gedicht und stellt … Mehr
Gunda Schneider-Flume, Meditation zu Römer 8,38f: „Die Ewigkeit ragt in das Jetzt und schenkt erfüllte Zeit, / das Fest der Freude. – / Doch später das Gericht, / das aufdeckt alle Taten, / die Täter und die Opfer. / Gott hebt sie alle auf. / Er fügt die Splitter und die Scherben, / die Bruchstücke vergangener Geschichte / und schafft daraus ein ganzes Bild, / um zu bewahren, wie er selbst gedenkt.“
Meditation zu Römer 8,38f Von Gunda Schneider-Flume „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte … Mehr
Christine Lavant, Von meiner Seele, Herr, rede ich nimmer: „Dieses ist eine sehr große Rechnung, o Herr … / Und wenn ich dich jetzt sanftmütig bitte / und wenn ich dich jetzt zornmutig beschwöre / mir Zeit zu lassen die Summe meiner Verschuldung zu prüfen, / so solltest du mich wohl erhören, / solltest Einsehen haben um der Gerechtigkeit willen / und mir bis zur völligen Klärung / ersparen den Irrsinn.“
Von meiner Seele, Herr, rede ich nimmer Von meiner Seele, Herr, rede ich nimmer,die ist schon für alles verloren.Aber den … Mehr
Christine Lavant, Als Gott gewahrte: „Als Gott gewahrte, wie so schön geraten / dein holdes Herz in aller Armut war, / warf er noch einmal mit dem Spaten / viel Leid auf dich, damit nach Tag und Jahr / dies Rot noch röter auferblühe.“
Als Gott gewahrte Als Gott gewahrte, wie so schön geratendein holdes Herz in aller Armut war,warf er noch einmal mit … Mehr
Gunda Schneider–Flume, Hoffnung: „Wo es scheint, als käme nichts mehr, / tut sich neue Hoffnung auf, / wider Erwarten / und wider Kalenderansage, / denn Gott kommt da, / wo vermeintlich / nichts mehr kommt.“
Hoffnung[1] Wo es scheint, als käme nichts mehr,tut sich neue Hoffnung auf,wider Erwartenund wider Kalenderansage,denn Gott kommt da,wo vermeintlichnichts mehr … Mehr