Zu Jochen Kleppers Lied „Der Tag ist seiner Höhe nah“ (EG 457) Von Jürgen Henkys Von den 16 „Kyrie“-Liedern (Erstausgabe) … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Roman Brandstaetter, Bibel, mein Vaterland: „Du rufst mich aus der Tiefe / mit dem Psalm der Krematorien, / mit dem Weinen über den Ruinen des kämpfenden Warschau, / mit der Klage über die Leichen des verbrannten Ghettos, / mit der Erinnerung an Auschwitz, / Treblinka, / Majdanek, / mit dem jeremianischen Stöhnen / meiner doppelt gemarterten / Geschichte. // Alles ist in dir, / was immer ich erlebt habe. / Alles ist in dir, / was immer ich geliebt habe.“
Bibel, mein Vaterland (Biblio, ojczyzno moja) Bibel, mein Vaterland,Bibel, mein polnisches Land,galiläischund franziskanisch,o ihr Bücher meiner Kindheit,geschrieben in zweizüngiger Rede,polnischem … Mehr
Roman Brandstaetter, Hymnus an die Bibel: „Da formte der Herr deine Kehle, / meißelte deinen Gaumen / nach dem Bild des Himmelsgewölbes, / deinen Lippen und deiner Zunge / gab er die Gabe, Laute zu bilden, / und indem er dir seine Stimme einhauchte, / machte er sie zu deiner Stimme, / Stimme, / Stimme, / sichtbare Stimme, / hervortretend hinter den Bergen Moabs, / aufgehend hinter den Sanden der Wüste, / im ersten Vers der Genesis: / Bereschit bara Elohim, / heiliger Anfang der Buchstaben, / Keim von Sätzen, Kapiteln und Büchern, / die im Rhythmus des göttlichen Atems / sich zugleich / in alle Richtungen bewegen / wie der Wagen des herrlichen Thrones, / den im Land der Chaldäer, / am Fluss Kebar, / in Verzückung der erschrockene / Ezechiel schaute.“
Hymnus an die Bibel (Hymn do Biblii) Sei gegrüßtund gepriesenund gesegnet,Bibel,erschaffen vor der Schöpfung,als noch nichts geschaffen war,vor der Zeit,als … Mehr
Zdeněk Svoboda, Das Himmelsschiff: „Auf schmalem Steg des Glaubens / dürfen wir an Bord gehen / und in die Arme fassen das Blau / tief in die Lungen saugen den Duft / und einstimmen in den Gesang“
Das Himmelsschiff Gelandet am verlassenen Uferunserer Sehnsucht Unterwegs die Segel gefülltmit Blau und Duft Im Takelwerk singt es Auf schmalem … Mehr
Wolf Biermann, Unter dem Apfelbaum: „Und da wuchs ja auch noch ein Feigenbaum / Der Baum des Ewigen Lebens war dies / Gott hatte verboten auch dessen Frucht / Den ersten Menschen im Paradies / Wenn einst unser Ahne ahnungslos / Beim Sündenfall Feigen gegessen hätt / Dann könnten wir nachgeborenen Erben / Wie elend unsterbliche Götter: nicht sterben“
Unter dem Apfelbaum Von Wolf Biermann Frau Unglück hat unter dem ApfelbaumBrutal meinen kleinen Finger gekapptDen rechten an meiner rechten … Mehr
Thomas Mann, Das Gesetz. Erzählung (1944): »Die Geschichte Mosis, des Sohnes Amrams; die natürlich dargestellte Geschichte des Mannes, der den Dekalog, das kurzgefaßte Sittengesetz der Humanität, empfing und es vom Berge Horeb oder Sinai den Menschen herniederbrachte.«
Das Gesetz Von Thomas Mann »Die Geschichte Mosis, des Sohnes Amrams; die natürlich dargestellte Geschichte des Mannes, der den Dekalog, … Mehr
Elazar Benyoëtz, In Zweifel gezogen dehnt sich der Glaube aus. Variationen über ein verlorenes Thema: „Öffne ich meine Augen, ist es der Anfang meines Tages; öffne ich meinen Mund, ist es der Anfang meiner Geschichte; öffne ich mein Herz, ist es eine Metapher. Gott sucht mein Gehör. Aus der Tiefe wird gerufen, nicht geglaubt. / Im Anfang war das Wort, die Rede aber erwachte im Garten Eden. Gott würde gern durch die Blume gesprochen haben. / Wer mit der Bibel erwacht, kann zu Gott durch die Blume nicht sprechen“
In Zweifel gezogen dehnt sich der Glaube aus. Variationen über ein verlorenes Thema[1] Von Elazar Benyoëtz Ich will vom Glauben … Mehr
Romano Guardini, Der Morgen: „Siehst du, wieviel von der ersten Stunde des Tages abhängt? Sie ist sein Anfang. Man kann ihn auch ohne Anfang beginnen, gedankenlos, willenlos in ihn hineingleiten. Da ist dann überhaupt kein ‚Tag‘, sondern ein Fetzen Zeit, ohne Sinn noch Angesicht. Ein Tag ist aber ein Weg; er will Richtung. Ein Tag ist ein Werk; das fordert klaren Willen. Ein Tag ist ein Lied; das verlangt helles Anheben. Ein Tag ist dein ganzes Leben. Dein Leben ist wie dein Tag. Das will aber ein Antlitz.“
Der Morgen Von Romano Guardini Das Angesicht des Morgens leuchtet vor allen Stunden stark und hell. Er ist ein Anfang. … Mehr
Thomas Mann, Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft (1930): „Gespeist also von solchen geistigen und pseudogeistigen Zuströmen, vermischt sich die Bewegung, die man aktuell unter dem Namen des Nationalsozialismus zusammenfaßt und die eine so gewaltige Werbekraft bewiesen hat, vermischt sich, sage ich, diese Bewegung mit der Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsroheit, die über die Welt geht, als ein Produkt wilder, verwirrender und zugleich nervös stimulierender, berauschender Eindrücke, die auf die Menschheit einstürmen.“
Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft (1930) Von Thomas Mann Meine geehrten Zuhörer, — ich weiß nicht, ob ich … Mehr