Martin Buber über Franz Kafka (Zwei Glaubensweisen): „Der Jude, sofern er nicht vom Ursprung getrennt ist, auch noch der exponierteste Jude, also Kafka, ist geborgen. Alles geschieht ihm, aber es kann ihm nichts geschehen. Wohl vermag er sich nicht mehr »im Versteck deiner Flügel« (Psalm 61,5) zu bergen, denn der Zeit, in der er lebt, und mit ihr ihm, ihrem exponiertesten Sohn, verbirgt Gott sich.“

Über Franz Kafka (Zwei Glaubensweisen) Von Martin Buber Man kennt Kafkas Beitrag zur Metaphysik der »Tür«: die Parabel von dem … Mehr

Max Brod, Verzweiflung und Erlösung im Werk Franz Kafkas: „Man könnte Kafkas religiöse Grundüberzeugung in die Sätze formen: »Das Gött­liche ist da; aber es ist unserem menschlichen Fassungsvermö­gen inkommensurabel. Sehr oft (von Ausnahmen abgesehen) entsteht eine trübe Brechung des ursprünglichen Göttlichen im Sensorium des Menschen. Die »kaiserliche Botschaft‹ erreicht dich nicht. Aber wenn du sie ständig in Liebe erwartest (›Du aber sitzt an deinem Fenster und erträumst sie dir, wenn der Abend kommt‹), dann tust du das Richtige.«“

Verzweiflung und Erlösung im Werk Franz Kafkas[1] Von Max Brod Der Glaube und die Verzweiflung In Kafkas Werk findet sich … Mehr

Fridolin Stier: „Ich möchte, dass Sie es entfernen, wenigstens die Aufschrift ‚An dieser Stelle hat Gott meinen Mann Andreas mit dem Blitz erschlagen‘ ändern.“ – „Warum ändern? Es ist doch die Wahrheit!“ „Nein!“ erwiderte ich ihr, „die Wahrheit ist es nicht, es ist eine Anklage Gottes, eine Lästerung, ein Ärgernis! Tun Sie’s weg!“ „Nein, es bleibt! Es ist die Wahrheit, wie ich sie erfahre.“

„An dieser Stelle hat Gott meinen Mann Andreas mit dem Blitz erschlagen.“ Es ist die Wahrheit, wie ich sie erfahre … Mehr

Margarete Susman über Ezechiel, Exilprophet der Umkehr: „Der Pro­phet ergreift mit gewaltiger Hand den im Leeren hän­genden Baum, reißt ihn vollends heraus aus dem alten Erdreich, reißt auch noch die letzten Wurzelfasern, die sehnsüchtig im Heimatboden hängen, aus, reißt ihn herum in die entgegengesetzte Richtung und pflanzt ihn in einer ungeheuren Umkehrung gegen al­les natürliche Wachstum, die Wurzeln nach oben, wieder ein.“

Ein Exilprophet, Ezechiel Von Margarete Susman Der Tempel ist zerstört, das Land innerlich zerfallen, äußerlich verwüstet, das Volk hinweggetrieben, es … Mehr

Reinhold Schneider, Worte zu Pfingsten (1953): „Christus ist der gekreuzigte Geist; der Geist, der Fleisch und Blut ward, denn nur als solcher konnte er gekreuzigt werden. Aber nun ist das Kreuz Merkmal des Geistes, wie wir ihn al­lein erfahren können: des Geistes in geschichtlicher Verant­wortung, ausgegangen von Gott und mit der Berufung zur Heimkehr, zur Rechenschaft von ihm begnadet. Christus ist die Wahrheit am Kreuze, die Liebe am Kreuze, das Leben am Kreuze, die gekreuzigte Macht.“

Worte zu Pfingsten (1953) Von Reinhold Schneider Als Paulus und Silas im Gefängnis zu Philippi beteten und sangen, wurden die … Mehr