Der Löwenzahn blüht über die Wiesen weithin,
flutendes Licht und strömende Farbe,
bis an das Ufer des dunkel wogenden Waldes
Das Unsagbare feiert in tiefer Stille.
Glanz deiner Schönheit, o Herr,
mir blendend die Augen,
und trunken taumelnd die Sinne.
Aber, am Rand des Feldwegs, im Sand
die winzige Höhle des Ameisenlöwen,
die Höhle des Drachen,
tötenden Lebens lauernde Lust.
„Wie herrlich leuchtet mir die Natur“ –
Wie riesig die Welthöhle gähnt.
Und dich seh ich dahinter,
ich kann es nicht lassen,
das Furchtbare fühl ich nah …
Ich weiß nicht, Schrecklicher,
warum ich dich liebe.
Quelle: Fridolin Stier, Mit Psalmen beten, hrsg. von Eleonore Beck, Suttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk, 2001, S. 101.